Der Forexmarkt will die Geldflut
Gut gemeint ist mitunter nicht gut gemacht.
Ein famoses Beispiel für dieses Credo war jüngst der Chef der US-Notenbank:
Ben Bernanke hatte vor einem Kongressausschuss keine zusätzlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft in Aussicht gestellt.
Umgehend zogen sich die Börsianer enttäuscht in die Schmollecke zurück. Ganz anders reagierte der Devisenmarkt.
Hier kommt die Flut
Tatsächlich blicken die Devisenhändler vor allem auf die Aussagen Bernankes zur US-Konjuktur: Die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft sind nach seiner Aussage von signifikanten Risiken wie der Euro-Krise bedroht.
Deshalb wäre die Fed im Notfall bereit, Maßnahmen zum Schutz des Finanzsystems zu ergreifen.
Bernanke verwies darauf, dass die Geldpolitik der Fed wegen dieser Risiken, wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Finanzpolitik und wegen der hohen Arbeitslosigkeit weiterhin auf die Förderung von Wachstum ausgerichtet sei.
Soll heißen: Die Politik des billigen Geldes hält an. Zudem warnte Bernanke die Regierung vor einem zu abrupten Sparkurs, um die Arbeitslosenquote zu drücken.
Alles in allem brauche es wahrscheinlich ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Nach Einschätzung des Notenbankchefs wird die US-Wirtschaft in diesem Jahr moderat wachsen.
Neue Hilfen voraus
Das war den Börsianern viel zu vorsichtig – andere Fed-Offizielle hatten zuvor offensivere Töne angeschlagen und betont, dass neue Maßnahmen zur Konjunkturstützung notwendig werden könnten.
So hatte Bernankes Stellvertreterin Janet Yellen gesagt, finanzielle Schritte könnten wegen der Risiken für den Wachstumsausblick erforderlich sein. Und der Präsident der Federal Reserve Bank of San Francisco, John Williams, sprach von der Notwendigkeit einer anhaltend wachstumsfördernden Geldpolitik.
Doch den Forex-Profis reichten diese Nachrichten, um eine neue Schub an Geld im Markt auszumachen. Nicht nur die Edelmetalle zogen an – interessanterweise verlor der Dollar umgehend nach der Bernanke-Rede an Kraft – und zwar vor allem gegenüber den typischen Rohstoffwährungen.
Wie Sie sehen, mussten innerhalb weniger Tage mehr US-Cent für einen Austral-Dollar hingelegt werden. Die allgemeine Stärke bei den Metallen lassen den Aussie nun ebenfalls wieder interessant erscheinen, zumal der Dollar in der Breite auch über-ge-kauft ist.
Das Potenzial der hoffnungslos über-ver-kauften Währung Austral-Dollar reicht durchaus bis 1,03. Dort liegt die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter Formation.
Aufholjagd des Aussie
Ein weiterer starker Rohstoff-Player ist der Neuseeland-Dollar – er ist einer meiner Favoriten.
Der Markt ist relativ gesehen stark und bei der Bodenbildung schon weiter fortgeschritten, Potenzial sehe ich für den Kiwi Richtung 0,79, dort liegt die 200-Tagelinie.
Schwungvoller Kiwi
Sie sehen also: Die Devisenhändler gehen offensichtlich von einer neuen Dollarflut am Markt aus.
Die steigende Geldmenge versenkt den Greenback und steigert die Nachfrage nach Metallen und Rohstoff-Währungen.





