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Der große DAX 30 Indikatoren-Check – Teil 2

In dieser Mini-Serie schaue ich, wie sich uns der DAX 30 unter dem Blickwinkel diverser Charttechnik-Indikatoren präsentiert. Der Fokus liegt dabei auf den technischen Signalgebern, die ich auch in meiner täglichen Analysearbeit überwiegend nutze.

Eine Vorgehensweise, die ich Ihnen übrigens nur empfehlen kann: Konzentrieren Sie sich auf eine Handvoll Charttechnik-Indikatoren, die Ihnen, Ihrer Ansicht nach, vertrauenswürdige Ergebnisse liefern. Denn:

Je mehr Indikatoren Sie bei Ihren Analysen einsetzen, umso unterschiedlicher und oft sogar widersprüchlich werden die Resultate ausfallen. Das Endergebnis ist in aller Regel Verwirrung und mündet in Zweifel, ob ein Investment lohnenswert ist.

Rückblick auf den Check der ersten beiden Indikatoren

Im gestrigen ersten Teil schauten wir auf zwei Indikatoren:

  • Die Tagelinien (10, 50 und 200 Tage) verschafften uns Klarheit über den kurz-, mittel- und langfristigen Trend des DAX 30. Das Ergebnis: Kurz- und mittelfristig abwärts, langfristig aufwärts.
  • Das 50-Tage-Momentum gibt uns Aufschluss über Schwung und Dynamik einer Kursbewegung. Das Ergebnis: Abwärtstrend seit dem 7. April. Seit einer Woche notiert das Momentum unter der Nulllinie und zeigt damit erhöhte negative Kursdynamik.

DAX 30 Indikatoren-Check #3

Nächster Indikator in meinem Arsenal ist der Relative Stärke Index (RSI).

Dieser bereits im Jahr 1978 von Welles Wilder entwickelte Indikator ermittelt einen gleitenden Durchschnitt der Auf- und Abwärtsbewegungen in einem vorgegebenen Zeitraum – in der Regel werden hier 14 Perioden (Tage, Wochen usw.) angenommen.

Der errechnete Durchschnitt wird dann in Relation zur aktuellen Kursentwicklung gesetzt und oszilliert zwischen 0% und 100%. Werte oberhalb von 70% signalisieren einen überkauften, unterhalb von 30% einen überverkauften Zustand. Aber Achtung:

Das Erreichen eines überkauften Zustands ist genauso wenig ein Verkaufssignal, wie ein überverkaufter Markt ein Kaufsignal generiert. Beide Zustände können überaus lange andauern.

Eigenkreation: Die Trend-lose Zone

Ich persönlich habe den RSI aufgrund meiner Erfahrungen noch um eine Funktion erweitert:

Ein Pendeln im Bereich zwischen 45% und 55% (Trend-lose Zone) dokumentiert häufig eine Phase, in welcher der analysierte Markt keinen Trend aufweist. Oberhalb bzw. unterhalb dieser Zone zeigt der Trend meist zunehmende Dynamik.

dax 30 mit relative stärke index-03-06-2015

DAX 30 mit RSI: Trend-Wechsel angekündigt

Was den RSI so wertvoll macht: Er neigt dazu, Trend-Wechsel sehr früh anzuzeigen. Das könnte auch diesmal wieder der Fall sein:

Der Indikator hat nämlich bereits am 18. Mai seinen Abwärtstrend nach oben verlassen. Die sich daran anschließende Bewegung muss bis dato als Pull-Back (Rücksetzer) an die Abwärtstrend-Linie interpretiert werden.

Diese Einschätzung wird dadurch gestützt, dass der DAX 30 gestern exakt auf dem im Oktober etablierten Aufwärtstrend aufgesetzt hat (blauer Balken).

Dieses Szenario würde indes dann kippen, wenn der RSI das Tief von Anfang Mai (blaue Linie) unterbietet: Dann müsste die Abwärtstrend-Linie neu justiert werden, da der Abwärtstrend durch das tiefere Tief bestätigt wurde.

DAX 30 Indikatoren-Check #4

Die Trends an den Aktienmärkten werden von Großinvestoren initiiert und dominiert. Da die Großanleger aufgrund der oft gigantischen Kapitalmittel stets in mehreren Tranchen ordern müssen, hinterlassen sie Spuren ihrer Tätigkeit im Chart:

Das On-Balance-Volumen (OBV) legt diese Spuren für uns offen, indem es die täglichen Kursveränderungen mit den dazugehörigen Umsätzen verknüpft. Hohe Umsätze bei steigenden Preisen führen somit zu einem anziehenden OBV und umgekehrt.

dax 30 mit on-balance-volumen-03-06-2015

DAX 30 mit On-Balance-Volumen: Angebot und Nachfrage ausbalanciert

Im linken Wochen-Chart erkennen Sie, dass das OBV in der Aufwärts-Rallye seinem Trend regelrecht enteilt war (Abstand zur 20-Tagelinie). Die jüngste Korrektur im DAX 30 hat jedoch keineswegs zu Verkäufen der Großinvestoren geführt (gelb unterlegt).

Im Tages-Chart ist die Entwicklung der vergangenen Wochen prima als „Auspendeln“ zu erkennen (grün unterlegt). Ein Ausbruch – nach oben oder unten – aus dieser Seitwärts-Bewegung liefert somit ein starkes Signal zum Ein- oder Ausstieg.

Fazit

Unser großer Indikatoren-Check zeigt: Der DAX 30-Verlauf der letzten Wochen stellt eine gesunde Korrektur in dem bis dahin gezeigten, gigantischen Aufwärtstrend dar.

Langfristig ist der Trend weiterhin aufwärts gerichtet und intakt. Kurz- und mittelfristig zeigen die Tagelinien und das 50-Tage-Momentum einen Abwärtstrend an.

Die jüngste Entwicklung könnte indes ein bevorstehendes Ende dieser Korrektur signalisieren. Darauf deutet jedenfalls der Relative Stärke Index.

Das On-Balance-Volumen wiederum bestätigt, dass bis dato keine Risiken erkennbar sind: Die Großanleger haben bisher keinen Verkaufsdruck erzeugt.

Vielmehr wurden in den vergangenen Wochen Gewinne mitgenommen, zugleich jedoch auch neue Positionen aufgebaut: Angebot und Nachfrage haben sich ausbalanciert.

3. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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