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Der Papst und die Globalisierung

Globalisierung mit päpstlichem Segen

 

Zu Recht haben wir uns im vergangenen Jahr heftig über die Ungerechtigkeiten, die sich aus der Finanzkrise ergaben und auch weiter ergeben werden aufgeregt. Und zu Recht haben wir die weltweite Gier nach mehr gegeißelt, die von kurzfristigem Profitdenken und der Erreichung unrealistisch hoher Renditeziele angetrieben wurde.

 

Dies hat zahlreiche Systemkritiker auf den Plan gerufen. So scheinen derzeit die Globalisierungsgegner, die sich u.a. in Vereinigungen wie Attac oder in kommunistischen Plattformen sammeln, wieder Oberwasser zu bekommen. Da ist es interessant zu hören, dass die Globalisierung jetzt einen prominenten Fürsprecher gewonnen hat.

Papst äußert sich zur Globalisierung

 

Kein geringer als unsere deutscher Papst Benedikt XVI. hat die Vorteile der Globalisierung in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag hervorgehoben, indem er die Globalisierung als Chance bezeichnet hat.

 

Globalisierung ist für Benedikt, eine günstige Gelegenheit, "um in der Bekämpfung der Armut etwas Bedeutendes zu verwirklichen und um der Gerechtigkeit und dem Frieden bisher unvorstellbare Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Globalisierung bedeute, dass alle Menschen in einen göttlichen Plan einbezogen sind, in der alle, ob Einzelpersonen, Völker und Nationen, ihr Verhalten regeln, indem Sie nach den Grundsätzen der Fraternalität und Verantwortung ausrichten".

 


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Für die Krise macht er nicht die Globalisierung, sondern ein extrem kurzfristiges Denken, das den Wertzuwachs aus Finanzaktivitäten verfolgt und sich auf die technische Verwaltung der verschiedenen Formen des Risikos konzentriert, verantwortlich. Es entbehre jeglicher langfristigen Rücksicht auf das Allgemeinwohl. Somit sei die Fähigkeit zur Bildung einer Brückenfunktion des Finanzwesens zwischen Gegenwart und Zukunft zur Unterstützung der Schaffung langfristiger Produktions- und Arbeitsmöglichkeiten vermindert.

Globalisierung vermehrt Wohlstand

 

Wie positiv die Globalisierung sei, zeige sich daran, dass noch 1981 ca. 40 % der Weltbevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben musste, während sich heute dieser Prozentsatz halbiert hat. Das zeigen auch Untersuchungen der Weltbank.

 

Auch, wenn ich diese Worte von anderer Seite erwartet hätte, so bin ich über die Klarheit der Botschaft dankbar und beeindruckt. Und dass die Globalisierung Unterstützung vom Oberhaupt der katholischen Kirche erhält, ist ein wichtiges Zeichen.

 

Nicht das System an sich, also die Soziale Marktwirtschaft, die die Globalisierung von Anfang an in sich trug, ist verkehrt. Im Gegenteil. Kein anderes Wirtschaftssystem ist in der Lage einen ähnlichen Wohlstand hervorzubringen. Der allen nutzt. Denn nach wie vor gilt, dass es insbesondere Armen in der Nähe von Reichen besser geht, als Armen in der Nähe von Armen. Eine Erkenntnis, die auf den ersten Blick zynisch erscheinen mag, die aber dennoch einen großen Wahrheitsgehalt in sich trägt.

 

Verkehrt ist die Unfähigkeit, der Maßlosigkeit vergleichsweise Weniger mit einem intelligenten Ordnungsrahmen entgegenzutreten. Das zeigen die Verwerfungen im Bankensektor recht deutlich.

Zauberwort Haftung

 

Dabei wäre das ganz einfach. Das Zauberwort heißt "Haftung". Wer bei seinen Entscheidungen steht’s sein eigenes Vermögen aufs Spiel setzt, wird im Zweifel etwas vorsichtiger und verantwortungsvoller agieren. Insofern stehen wir vor der Frage, wie wir die bei aller richtigen Haftungsbegrenzung von Unternehmensformen wie den Kapitalgesellschaften, die verantwortlichen Entscheidungsträger stärker in die Verantwortung nehmen. Dass wir in unserer Gesellschaft und unserem Steuersystem, genau diejenigen bestrafen, die persönlich haften, zeigt dass viele nicht verstanden haben, worum es am Ende wirklich geht.

Verantwortung und Verantwortlichkeit

 

Und eines ist wichtig, was derzeit in Wirtschaft und Politik verloren gegangen zu sein scheint. Verantwortung zieht Verantwortlichkeit nach sich. Für Entscheidungen und Handlungen muss Rechenschaft abgelegt werden. Auch müssen die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. Verantwortung ist das Gegenteil von Weiter so.

 

Insofern werden wir alle Entscheidungsträger daran zu messen haben, inwieweit sie ihrer Verantwortung gerecht werden. Damit dieser moralische Anspruch nicht nur eine bloße Absichtserklärung bleibt, benötigen wir einen Rechtsrahmen, der Verantwortungsmißbrauch und Verantwortungslosigkeit aufs Schärfste geißelt. Ob die Politik die Kraft dazu hat?

 

Davon habe ich nämlich leider weder in der Weihnachtsbotschaft unseres Bundespräsidenten etwas gehört, noch in der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin.

 

Nicht die Globalisierung an sich ist schuld, dass Krisen und Verwerfungen passieren. All jene, die ihrer Verantwortung vor Ort nicht gerecht werden – wo auch immer sie agieren – sind die wirklich Schuldigen.

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2. Januar 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Norbert Lohrke
Von: Norbert Lohrke.