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Der wahre Grund für den Schwächeanfall im DAX

So mancher Anleger wird sich heute Morgen verwundert die Augen gerieben haben, als er auf die DAX-Entwicklung schaute: Seit dem 13. April notierte der deutsche Leitindex konstant oberhalb der 10.000er-Marke – heute rutscht er wieder in die Vierstelligkeit.

In den Börsenmedien werden Ihnen vor allem die schlechten Zahlen von Lufthansa (-8%) und Commerzbank (-9%) als Grund für den DAX-Rückschlag genannt. Lassen Sie sich davon nicht irre leiten:

Die Commerzbank AG wird im DAX 30 mit lediglich 1,05% gewichtet. Die Lufthansa AG trägt gerade einmal 0,82% an Gewichtung bei. Das sind Werte, die nicht einmal einem Drittel einer durchschnittlichen Gewichtung von 3,33% (100% dividiert durch 30 DAX-Aktien) eines einzelnen DAX-Titels entsprechen würden.

Der Euro ist der wahre Missetäter!

Der wahre Grund für die DAX 30-Schwäche trägt einen Namen und der lautet: Starker Euro!

Schauen wir dazu gemeinsam auf den folgenden Chart des Euro / US-Dollar:

euro-us-dollar tageschart-03-05-2016

Euro/USD: Bedeutender Widerstand wurde überwunden

Als ich die Charttechnik des Währungspaares am 7. April zuletzt für Sie analysierte, lautete meine Prognose:

„Achten Sie daher in den nächsten Tagen darauf, ob dem Euro / USD der nachhaltige Sprung über den Widerstand bei 1,1470 gelingt. Dann nämlich wäre die Trend-Umkehr für das Währungspaar perfekt.“

Der gelbe Kreis markiert es: Genau diese Hürde hat der Euro/USD gestern und vor allem heute genommen.


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Genau 7 Anläufe hatte das Währungspaar in den vergangenen 15 Monaten unternommen, diese Marke zu überbieten. Das unterstreicht die große Bedeutung dieser Widerstandslinie. (Der gelungene Versuch im August 2015 wurde sehr schnell wieder korrigiert.)

Überwindet der Euro/USD nun noch die letzte Bastion bei 1,1715, dann hat das Währungspaar erst einmal freie Bahn bis etwa 1,2200 / 1,2300.

Warum beeinflusst der starke Euro den DAX negativ?

Doch warum tangiert diese Entwicklung den DAX? Nun:

Eine starke Währung ist stets abträglich für die Exportwirtschaft eines Landes: Die Waren verteuern sich beim Verkauf im Ausland und sind dadurch weniger konkurrenzfähig gegenüber vergleichbaren Auslandsprodukten.

Starker Euro bedeutet zugleich auch schwacher US-Dollar. Und eine schwache Währung hilft daher in diesem Fall der US-Exportindustrie und der eigenen Wirtschaft.

Bevor wir die Konsequenzen solcher Währungs-Eskapaden auf die Aktienmärkte näher beleuchten, schauen wir noch kurz auf die Auswirkungen des starken Euros (und schwachen US-Dollars) auf den DAX:

dax tageschart-03-05-2016

DAX 30: NOCH ist der DAX-Rücksetzer im Rahmen des Aufwärtstrends

Sie sehen es im gelben Kreis: Der heutige DAX-Rücksetzer bewegt sich NOCH im Rahmen des Aufwärtstrends. Ein paar Pünktchen hat der deutsche Leitindex sogar Luft nach unten bis zur Aufwärtstrend-Linie. Sehr viel tiefer sollte es nun aber tunlichst nicht mehr gehen!

DAX leidet unter starkem Euro, Wall Street profitiert vom schwachen US-Dollar

„Des einen Leid ist des anderen Freud“, lautet eine alte Volksweisheit. Das trifft auch hier zu:

Zwischen Dezember 2014 und April 2015 war die Ausgangslage exakt umgekehrt: Seinerzeit schwächelte der Euro und der US-Dollar wurde dadurch gestärkt. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Aktienmärkte diesseits und jenseits des Atlantiks:

dax vs sp 500 vs euro-usd 2015-03-05-2016

DAX vs. S&P 500 2015: Performance-Vorteil DAX dank eines schwachen Euros

Die linke Skala zeigt es: Gemessen vom Zeitpunkt eines Zwischenhochs beim Euro/USD verlor das Währungspaar bis April gut -15% an Wert. Der DAX explodierte in diesem Zeitraum um beinahe +30% und markierte sein Allzeithoch, während sich der S&P 500 mit Ach und Krach zu +7% quälte.

Schauen wir nun zum Abschluss auf denselben Vergleich, diesmal allerdings ab dem Tiefpunkt des Euro/USD bei 1,0572 vom 30. November 2015 bis gestern:

dax vs sp 500 vs euro-usd 2016-03-05-2016

DAX vs. S&P 500 2015: Performance-Vorteil Wall Street dank eines schwachen US-Dollars

Sehen Sie den Unterschied?

Seither hat der Euro/USD etwa +9% gewonnen. Der S&P 500 hält sich um die 0%-Marke, während der DAX rund -11% verloren hat.

Fazit

Der starke Euro stützt tendenziell die Wall Street und schwächt deutsche Aktien. Das muss nicht bedeuten, dass der DAX kein Aufwärtspotenzial besitzt. Aber:

Der S&P 500 wird wohl weiterhin Relative Stärke gegenüber dem DAX an den Tag legen, solange der US-Dollar schwach und der Euro stark bleiben.

3. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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