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Derivate-Volumen von 2 auf 601 Billionen Dollar explodiert

Der DAX klebt weiterhin an der Marke von 6.400 Punkten. Sehr gute Konjunkturdaten sorgten zu Handelsbeginn zunächst für Gewinne.

Als im Tagesverlauf deutlich wurde, dass die Verhandlungen über die griechischen Staatsschulden auch heute kein Ergebnis bringen würden, tauchte der deutsche Leitindex in die Verlustzone ab.

Doch am Ende des Handelstages notierte der DAX wieder auf dem Vortagesniveau. Die Hängepartie in Griechenland geht weiter.

Druck auf die Banken wird erhöht

Am Montag und Dienstag habe ich hier im Schlussgong beschrieben, wie die Europäische Zentralbank (EZB) immer mehr Einfluss auf die Geschäftsbanken gewinnt. Heute folgt der Abschluss dieser kleinen Themen-Serie.

Die hohen 3-stelligen Milliardenbeträge, die von der EZB in die Bankenbranche gepumpt werden, sichern die Handlungsfähigkeit der Geschäftsbanken, sorgen aber gleichzeitig für ein Abhängigkeits-Verhältnis.

Die unterschiedlichen Maßnahmen deuten in eine Richtung: Die Banken sollen zunächst gerettet und dann umgebaut werden. Die Argumente für den Umbau hat die EZB im aktuellen Monatsbericht genannt.


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Im Schlussabsatz finden Sie auch die Begründung, warum die EZB am Tag X in das operative Geschäft der Banken eingreifen darf: Das jetzige Geschäftsmodell der Banken beeinflusst die Inflation.

Die EZB sichert sich mit dieser Argumentation ein Eingriffsrecht: Wenn die Geschäftsbanken die Inflationsziele gefährden, muss die Zentralbank dämpfend eingreifen.

Sie können davon ausgehen, dass EU-Politiker zukünftig diesen EZB-Aufsatz regelmäßig zitieren werden, wenn es darum geht, wie eine Reform der Banken-Branche aussehen könnte.

Vor der Reform muss die Branche stabilisiert werden

Da die europäischen Geschäftsbanken bis Mitte Juni darum kämpfen müssen, die neuen Bilanzvorschriften zu erfüllen und kräftig die Eigenkapital-Quoten aufstocken, halten sich die EU-Regierungen mit Kritik aktuell noch zurück.

An den Kapitalmärkten würde es nicht gut ankommen, wenn eine Bank eine Kapitalerhöhung durchführt, die Aktionäre also um neues Geld anbettelt, und gleichzeitig Politiker die Zukunft der Bank als unklar bezeichnen.

Die Tage der Abrechnung werden erst kommen, wenn sich die Banken-Branche stabilisiert hat und ein Risiko-Puffer aufgebaut wurde.

Verheugen kritisiert die Finanzwirtschaft

Keine Rücksicht braucht dagegen ein Ex-Politiker zu nehmen. Günter Verheugen, der frühere Vizepräsident der EU-Kommission, hat in einer Rede in Wien eine volle Breitseite gegen die Banken-Branche abgefeuert.

Verheugen nimmt das Argument der EZB auf, dass sich die Geschäftsbanken von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Die Zahlen sind in der Tat beeindruckend und beängstigend.

Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich laut Verheugen im Zeitraum von 1990 bis 2010 fast verdreifacht – von 22 auf 63 Billionen Dollar.

Das Volumen der außerbörslich gehandelten Derivate sei zeitgleich von 2 auf 601 Billionen Dollar explodiert.

Dieses Schattenreich der Finanzindustrie sei 10 mal so groß wie die Realwirtschaft. Der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers habe noch keinen grundlegenden Wandel ausgelöst.

Daraus kann man schließen: Wenn die Banken nicht freiwillig reagieren, muss der Staat eingreifen. Das Ziel ist klar: Die Banken sollen sich wieder stärker um die Realwirtschaft kümmern und die Geschäfte untereinander reduzieren.

Keine Überlebensgarantie

EZB und Politik wollen nicht nur das Geschäftsmodell der Banken verändern. Seit der Lehman-Pleite gilt der Grundsatz, dass jede größere Bank vom Staat gestützt wird. Die Banken seien relevant für das System.

Diese Überlebensgarantie trägt jedoch ein Verfallsdatum. Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel sagte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung ganz offen, was das Ziel ist: „Es muss auch eine Bank verschwinden können“.

25. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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