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Deutsche Bank Aktie: Schnäppchen oder Ramsch?

Es gibt nur wenige Werte im Dax, die in den vergangenen Jahren unter einem solchen Reputationsverlust zu leiden hatten wie die Deutsche Bank. Der einst gefeierte Star am deutschen Bankenhimmel erlebt in diesen Tagen seinen tiefen Absturz. Selbst zu Zeiten, als die globale Finanz- und Bankenkrise noch sehr akut war, notierte die Aktie der Deutschen Bank höher als jetzt.

Erst vor wenigen Tagen markierte das Papier einen Tiefstwert bei 11,22 Euro und kostete damit nicht einmal halb so viel wie noch vor einem Jahr. Ein Schnäppchen? Das fällt derzeit schwer zu glauben.

Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus inzwischen auf mehr als 40 Prozent. Assoziationen wie fallendes Messer oder heiße Kartoffel scheinen da eher zu passen als der Gedanke an eine günstige Gelegenheit zum Einstieg.

Die kritische Bewertung der Anleger fußt indes nicht nur auf den seit Monaten dramatisch fallenden Kursen, sondern hat auch einige handfeste Gründe. Ein Teil davon ist hausgemacht, auf andere Faktoren hat die Deutsche Bank selbst wenig Einfluss.


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Hausgemachte Skandale

Zu den hausgemachten Problemen zählen zweifelsohne die Altlasten, die die Vorgänger des jetzigen Vorstandschefs John Cryan hinterlassen haben. Ein riesiger Berg von Skandalen und Skandälchen, juristischen Auseinandersetzungen und Negativschlagzeilen hat sich da angehäuft und es dauert lang, ihn abzutragen.

Zwar gehört es zu Cryans erklärten Zielen, diesen Berg allmählich aufzuarbeiten und verschwinden zu lassen. Doch seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr hat sich noch nicht allzu viel getan in Sachen Vergangenheitsbewältigung und Imagepflege.

Für Verunsicherung sorgen außerdem die anhaltenden Gerüchte, wonach die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung benötigt. Cryan ist zwar bemüht, zu beschwichtigen und dementiert bei jeder Gelegenheit, doch bekanntlich macht es das nicht unbedingt besser. Je öfter sich der Chef genötigt sieht zu betonen, dass es seinem Laden gutgeht, desto größer werden die Zweifel.

Durchgefallen beim Stresstest

Diese Zweifel bekamen zuletzt neuen Nährboden durch die Nachricht, dass die Deutsche Bank – als einzige! – durch den neuesten US-Banken-Stresstest gefallen ist. Dabei werden Krisenszenarien durchgespielt und geprüft, wie gut oder schlecht systemrelevante Großbanken damit zurechtkommen würden, um ein Fiasko wie die Lehman-Pleite von 2008 künftig zu verhindern.

Die Nachbeben von damals sind noch heute zu spüren, auf Immobilien-, Banken- und Finanzkrise folgte bekanntlich die Euro-Krise, die mehrere Mitglieder der Währungsunion an den Rand der Staatspleite führten. Dass diese Krise noch lange nicht ausgestanden ist, zeigt das neuerliche Aufflammen in Italien. Der dortige Bankensektor gerät zunehmend in Schieflage, offenbar fehlen zweistellige Milliardenbeträge, um den Verpflichtungen nachzukommen.

Auch davon ist die Deutsche Bank betroffen. Zwar hat sie ihr Engagement in Italien in den vergangenen Jahren etwas zurückgeschraubt, doch immer noch belaufen sich die offenen Kredite auf mehr als 13 Milliarden Euro.

Brexit mit vielen Fragezeichen

Als Sahnehäubchen gab es dann Ende Juni noch den Gruß von der Insel: Die Bürger Großbritanniens votierten mehrheitlich für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union. Es folgte ein gewaltiges Beben am politischen Parkett, aber auch an den Börsen – besonders hart traf es, wen wundert’s, die Bankwerte. Auch die Aktie der Deutschen Bank ging am Tag nach dem Referendum in die Knie und verlor rund 15 Prozent.

Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Brexit wohl nicht abzuwenden ist, auch wenn die neue Premierministerin Theresa May selbst nicht für den Austritt geworben oder gestanden hatte – sie wird ihn nun verhandeln müssen, und sie wird versuchen, für Großbritannien das Beste herauszuholen.

Wie genau das aussehen wird, ist noch völlig unklar, genau wie die langfristigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Folgen des Brexit-Votums. Die Unsicherheit rund um das Thema wird uns also noch eine Weile begleiten und wohl auch die Aktie der Deutschen Bank noch so manches Mal unter Druck setzen.

2016-07-13 Deutsche Bank

14. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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