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Deutsche Bank quetscht Postbank-Aktionäre aus

Strategieschwenk bei der Deutschen Bank: Die vor Jahren übernommene Tochter Postbank soll wieder abgestoßen werden. Zunächst aber wird es ein Squeeze out geben.

Squeeze out (Deutsch: Ausquetschen) bedeutet, dass die Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre eingezogen werden. Dafür wird die Deutsche Bank den Aktionären eine „angemessene Ausgleichszahlung“ geben müssen.

Dieser Schritt ist möglich, wenn der Großaktionär 95% der Aktien auf sich vereinigen kann. Die Regelung ist eine Erleichterung für den Bieter, um nicht von Einzelaktionären, die ihre Aktien partout nicht abgeben wollen, erpresst werden zu können.

Squeeze out: Großaktionär und Minderheitsaktionäre streiten über Angemessenheit

Sie können sich vorstellen, dass die Meinung darüber, was ein faires Angebot ist, weit auseinander geht. Während der Bieter Deutsche Bank voraussichtlich eine geringe Abfindung für angemessen hält, werden die verbliebenen Postbank-Aktionäre auf einen hohen Abfindungspreis drängen.

Sehr häufig endet der Disput damit, dass die Aktionäre das gesetzliche Minimum, den 3-Monatsdurchschnittskurs der Postbank-Aktie, erhalten und dann die Spruchstelle über die Angemessenheit entscheidet.


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Nicht selten kommt es dann zu hohen Nachzahlungen. In Einzelfällen wurde den herausgedrängten Aktionären sogar das Doppelte gezahlt. Es kann jedoch auch sein, dass es gar nichts gibt. Entscheidet die Spruchstelle, dass die Abfindungszahlung angemessen ist, endet die letzte Übernahme-Stufe ohne Nachzahlung.

Postbank-Aktie gleicht Kursrutsch vollständig aus – Deutsche Bank-Aktie unter Druck

Der Postbank-Aktienkurs reagierte am Nachmittag auf die Squeeze out-Ankündigung mit einem Kursanstieg von 13,5% auf 36,15 Euro. Da die Aktie jedoch in der Vorwoche aufgrund von Spekulationen, dass die Deutsche Bank den Anteil reduzieren werde, unter Druck stand, ist der Aktienkurs in der Summe unverändert.

Die Deutsche Bank-Aktie geriet nach Bekanntgabe der Pläne unter Druck und verliert in einem starken Marktumfeld fast 5%. Es ist jedoch falsch zu sagen, dass dies allein an den Postbank-Plänen lag. Die Deutsche Bank gab Zahlen und eine Vielzahl von Strategie-Veränderungen bekannt.

In guten Marktphasen bremst das Filialgeschäft – Was aber wenn die Wirtschaft lahmt?

Der neue Fokus der Deutschen Bank liegt auf dem Investmentbanking. Das ist durchaus sinnvoll. In dem Geschäftsbereich warten in guten Jahren die ganz dicken Gewinne. Besonders wenn der Übernahme-Markt anzieht, klingelt die Kasse.

Das Filialgeschäft erwirtschaftet in solchen Phasen dagegen vergleichsweise mikrige Gewinne. Wenn – so wie aktuell – der Zins auch noch am Boden liegt, ist es aus Sicht der Bank sinnvoller, das Geld an anderer Stelle zu investieren.

Per heute ist die Strategie nachzuvollziehen. Sie ist aber genau das Gegenteil dessen, was die Deutsche Bank früher wollte. Es ist nicht neu, dass das Filialgeschäft keine Traumrenditen abwirft.

Zur Jahrtausendwende dachte die Deutsche Bank über eine Abspaltung des hauseigenen Fililalgeschäfts nach. Die Deutsche Bank 24 entstand, doch auch da kam es zur Rolle rückwärts unter dem Vorstandsvorsitzenden Josef Ackerman.

Während und nach der Finanzkrise wurde die Einheitsstrategie von Analysten und Investoren begrüßt. Das Filialgeschäft war plötzlich ein „Risiko-Glätter“, wenn das Investmentbanking einmal nicht so gut läuft. Mit der Postbank-Übernahme sollte eine starke Säule entstehen, die auch akzeptable Renditen abwirft.

Doch der Plan, den Kunden über cross selling die DB-Produktpalette schmackhaft zu machen, scheiterte. Es gab zwar Fortschritte, doch waren die offenbar nicht so groß, dass sich ein weiteres Festhalten an der Postbank lohnen würde.

Rendite geht in so einem Fall dann auch vor Risiko-Glättung. Die Deutsche Bank gehört zu den Banken, deren Aktienkurs im internationalen Vergleich der Konkurrenz stark hinterherhingen.

Wenn die Rendite-Kennzahlen später anziehen, könnte die Aktie wieder kräftig zulegen. Die Frage ist aber: Wie stark wird die Bank sein, wenn sich das Marktumfeld eintrübt und das Filialgeschäft als Stütze fehlt? Zyklisches Handeln könnte für Deutsche Bank-Investoren wichtiger werden als bisher.

27. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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