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Deutsche Bank: Too big to fail?

Die Aktie der Deutschen Bank stürzt heute um mehr als -6% auf ein neues Allzeittief von 10,63 €.

Der äußere Anlass für diese Entwicklung scheint die Meldung zu sein, dass das deutsche Geldhaus aus der Top 5 der weltweit größte Investment-Banken herausgefallen ist.

Der wahre Grund ist aber wohl die vor gut 1 Woche von der US-Regierung auferlegte Rekordstrafe von 14 Mrd. US-Dollar.

Gleich, wie dies ausgehen mag: Viele Anleger fragen sich, ob eine derartige Strafzahlung die Deutsche Bank in den Ruin treiben könnte. Die wahre Frage, die sich dahinter verbirgt, ist indes eine andere:

„Kann ich es wagen, jetzt auf eine massive Kurserholung der Deutsche Bank-Aktie in den kommenden Jahren zu spekulieren?“

In der Anfangszeit meiner inzwischen mehr als 36 Jahre umspannenden Börsen-Karriere habe ich eine bittere Lektion lernen müssen:

Glaube NIEMALS zu wissen, wie tief eine Aktie fallen kann!

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Deutsche Bank: Glaube NIEMALS zu wissen, wie tief eine Aktie fallen kann!

Die irrige Ansicht, mit dem Kauf von „gefallenen Engeln“ das „große Geld“ zu verdienen, hat mich damals erhebliche Teile meines Vermögens gekostet.

Nachdem ich meine Lektion gelernt hatte, schwor ich mir, nie wieder auch nur 1 € in „Verlierer-Aktien“ zu investieren – und daran habe ich mich bis heute gehalten.

Keine Aktiengesellschaft der Welt ist unfehlbar

Die Deutsche Bank ist sicherlich ein gefallener Engel; zumindest galt das Geldhaus viele Dekaden lang als „Fels in der Brandung“.

Ich werde das nie vergessen: Als ich 1980 von der Deutschen Bank die Zusage für einen Ausbildungsplatz erhielt, sagte mein Vater zu mir:


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„Junge, jetzt hast Du einen Arbeitsplatz fürs Leben, um den Du Dir bis zur Rente keine Sorgen mehr machen musst!“

Mein Vater würde sich vermutlich im Grab herumdrehen, wenn er die Bank in ihrer heutigen Verfassung sehen könnte. Und ich bin froh, seit inzwischen mehr als 20 Jahren nicht mehr Angestellter dieses Konzerns sein zu müssen.

Anspruch, Nr. 1 der Welt  zu werden: Der Anfang vom Ende?

Anscheinend verführt der Anspruch, die Nr. 1 der Branche in der Welt zu werden, dazu, dieses Ziel auch mit unlauteren Mitteln zu erreichen. Volkswagen ist dafür nur ein weiteres Beispiel.

Deutsche Bank-Chef Cryan antwortete zu Jahresbeginn auf die Frage, wann das Geldhaus alle Rechtsstreitigkeiten überstanden habe: „2018 – hoffentlich!“

Führende Mitarbeiter und Händler des Kredit-Instituts waren in den vergangenen 15 Jahren in so gut wie jeden Finanz-Skandal verstrickt – gleich ob:

  • Devisen- oder Libor-Manipulation,
  • Geldwäsche,
  • Hilfe zur Steuer-Hinterziehung
  • oder Verstöße gegen bestehende Sanktionen.

Ist die Deutsche Bank noch zu retten?

Die jüngst von der US-Regierung verlangte Rekordstrafe von 14 Mrd. USD bezieht sich auf die Ausgabe von hypothekengedeckten Wertpapieren in den Jahren 2005 bis 2007.

Die US-Regierung sieht es als erwiesen an, dass auch die Deutsche Bank, wie schon viele vor ihr abgestrafte Geldhäuser, mit diesen Geschäften maßgeblich zum Kollaps des amerikanischen Immobilienmarktes – und damit zur daraus resultierenden Finanzkrise im Jahr 2008 – beigetragen zu haben.

Auch wenn diese Strafen verhandelbar sind und gerade deshalb von der Deutschen Bank als völlig überzogen und um mindestens 11 Mrd. USD zu hoch angesehen wird:

Selbst eine „Einigung in der Mitte“, also auf etwa 8 Mrd. USD, würde die Finanzkraft der Deutschen Bank wohl endgültig sprengen.

Der seit Jahrzehnten undenkbare Fall einer Insolvenz der Deutschen Bank könnte also durchaus Realität werden! Ist das Geldhaus dann noch zu retten?

Oder ist die Deutsche Bank „too big to fail“ – zu groß, um pleite zu gehen?

Stattliche oder staatliche Hilfe?

Ich sehe für einen solchen Fall nur 2 Lösungen:

  1. entweder eine stattliche Kapital-Erhöhung
  2. oder eine staatliche Hilfe.

Ob die Aktionäre bereit sind, für diese monumentale Betrügerei des damaligen Deutsche Bank-Managements ihr sauer verdientes Geld aufzuwenden, ist mehr als fraglich.

Die Bundesbürger wiederum dürften gegen eine staatliche Unterstützung mit Hilfe von Steuergeldern „Sturm laufen“ – allerdings entscheidet darüber dann wohl die deutsche Bundesregierung.

Fazit

Ganz ehrlich? – Ich kann Ihnen die Frage, ob die Deutsche Bank letztlich „too big to fail“ sein wird, nicht beantworten.

Auf die in Wahrheit dahinter steckende Frage, ob Sie jetzt auf eine massive Kurserholung der Aktie spekulieren sollten / können, lautet meine Antwort indes:

Wer sich heute auf eine Spekulation mit der Deutsche Bank-Aktie einlässt, der sollte sich der ihm drohenden Risiken sehr wohl bewusst sein! Ich darf Sie an dieser Stelle an das warnende Beispiel Commerzbank erinnern:

Im Mai 2009 unterstützte der Bund über den Bankenrettungs-Fonds SoFFin die damals in Schieflage geratene Commerzbank mit 18,2 Mrd. €.

Auch wenn die Beteiligung des Bundes inzwischen zum weit überwiegenden Teil zurückgeführt wurde:

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Commerzbank: Der heutige Wert liegt weit unter dem Niveau in 2009.

Die seinerzeit von den Aktionären und Spekulanten erhoffte Kurs-Erholung dauerte exakt von Juli bis September 2009 an.

Sie mussten also schon recht schnell agieren, um einen Spekulations-Gewinn zu realisieren. Langfristig war diese Spekulation ein gigantischer Flop.

Selbst wenn Sie – dank unverschämten Glücks – die Commerzbank-Aktie im März 2009 am Tiefpunkt bei 13,31 € erwischt hätten: Mit 6,08 € ist die Aktie heute weniger als die Hälfte wert!

26. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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