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Deutsche Telekom: Dividende reicht nicht als Kauf-Argument

Das Spiel an der Börse wiederholt sich:

Der DAX hat sich heute wieder der 7.000-Punkte-Marke genähert, aber am Ende schloss der deutsche Leitindex deutlich unter dem Tageshoch.

Das Tagesplus von 0,8% auf 6.864 Punkte reichte jedoch, um das Wochenergebnis doch noch in den positiven Bereich zu drehen. Unter dem Strich steht ein kleines Wochenplus von 0,1%.

T-Aktie verpasst die Rally

Die Aktie der Deutschen Telekom (T-Aktie) hat die Börsenrally in den ersten Wochen des neuen Jahres komplett verschlafen. Die gestern veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 zeigen: Ein Ende der Seitwärtsbewegung ist aktuell auch nicht in Sicht.

Der Umsatz ist um 6% geschrumpft, der Konzernüberschuss sogar um 67%. Eine Kursstütze ist (noch) die hohe Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie. Mehr Kauf-Argumente gibt die Jahresbilanz 2011 nicht her.

Großaktionär Blackstone sorgt für Paukenschlag

Die Telekom-Zahlen waren keine große Überraschung, aber dennoch sorgt der Telekom-Konzern für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett.

Ohne Kommentar wurde gestern veröffentlicht, dass sich der Telekom-Aktionär Blackstone über Options-Geschäfte den Zugriff auf weitere 300 Mio. T-Aktien gesichert hat. Löst der Finanzinvestor die Optionen ein, würde sein Aktien-Anteil von 4,44 auf 11,38% steigen.


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Diese Meldung ist ein Paukenschlag! Was hat Blackstone vor?

Trauerspiel für Finanzinvestor

Der amerikanische Finanzinvestor Blackstone erwartet bei seinen Investments hohe und schnelle Renditen. Der Telekom-Einstieg war jedoch bisher ein Flop. Selbst unter Berücksichtigung der Dividenden-Ausschüttungen liegt die Position im Minus.

Im Jahr 2006 hatte Blackstone 191,7 T-Aktien für 2,7 Mrd. Euro erworben. Der Einstiegskurs lag also bei gut 14 Euro. In den vergangenen 6 Monaten pendelte der Aktienkurs jedoch nur zwischen 8 und 10 Euro.

Die Kursverluste überraschen nicht, wenn Sie die Entwicklung seit 2006 betrachten: Der Umsatz ist von 61,3 auf 58,7 Mrd. Euro geschrumpft, der operative Gewinn nur leicht von 5,3 auf 5,6 Mrd. Euro gestiegen und der Konzernüberschuss sogar von 3,2 auf 0,6 Mrd. Euro gefallen.

Die hohen Dividenden, die in den vergangenen Jahren gezahlt wurden, waren daher eine Art Schmerzensgeld für die Großaktionäre (der Bund besitzt noch 17% der Aktien, Blackstone 4,44%).

Die hohen Cash-Abflüsse haben jedoch Spuren hinterlassen. Seit 2006 ist die Eigenkapital-Quote von 38,2 auf 32,6% gesunken. Gleichzeitig stieg die Nettoverschuldung von 39,6 auf 40,1 Mrd. Euro. Das Verhältnis hätte umgekehrt sein müssen.

Was hat Blackstone vor?

Wie oben geschrieben: Blackstone hat die zusätzlichen T-Aktien noch nicht gekauft, sondern sich nur das Recht gesichert, die Aktien in einer bestimmten Frist zu einem festgelegten Preis zu kaufen.

An der Börse werden 2 mögliche Motive genannt: Blackstone könnte versuchen, durch günstige Zukäufe den durchschnittlichen Einstiegskurs nach unten zu drücken.

Eine solche Aktion ist bei Börsen-Profis aber recht ungewöhnlich. Wenn ein Investment schlecht läuft (auch operativ), ist es selten klug, die Position aufzustocken.

US-Tochter ist Sorgenkind und Joker zugleich

Die 2 Variante: Vielleicht hat Blackstone die Hoffnung (oder als Telekom-Insider gewisse Hinweise), dass doch noch der große Durchbruch gelingt. Das Jahr 2011 hätte nämlich fast die Wende für die Telekom gebracht.

Der amerikanische Telekom-Konzern AT&T wollte die US-Tochter der Deutschen Telekom für 39 Mrd. Dollar übernehmen. Der Deal wurde von den Behörden jedoch verboten.

Mit dem Verkaufserlös hätte die Deutsche Telekom auf einen Schlag die Schulden drastisch senken können und Geld für neue Investitionen erhalten.

Blackstone könnte darauf spekulieren, dass die Deutsche Telekom eine neue Lösung für die US-Tochter findet. Da der Deal nicht sicher ist, hat sich Blackstone nur Optionen und nicht direkt Aktien gesichert. Das wäre auch für die privaten T-Aktionäre ein Hoffnungsschimmer.

Mehr als diese Hoffnung ist allerdings kurzfristig nicht in Sicht.

24. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.