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Die Wahrheit über den angeblichen Fachkräftemangel

Die anhaltende Diskussion über den drohenden Fachkräftemangel ist in meinen Augen eine reine Phantomdebatte, gesteuert von Politikern, Arbeitgebern und einigen Branchenverbänden.

Natürlich würden Sie eine solche Ausgabe in den bekannten Tagesblättern niemals finden.

Die ganze journalistische Kompetenz besteht dort leider größtenteils aus der Wiedergabe fragwürdiger Zitate, welche nur in den seltensten Fällen kritisch hinterfragt werden.

7 Millionen fehlende Fachkräfte bis 2025: Wahrheit oder Mythos?

Ich jedoch bin der Meinung, dass mit dieser auf Mythen basierenden Propaganda rigoros aufgeräumt werden muss.

Betrachten wir zunächst einmal die Fakten.

Auf der einen Seite verweisen etwa das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und  die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) stets lautstark auf den drohenden Fachkräftemangel und sehen bis 2025 je nach Schätzung zwischen 6 und 7 Millionen fehlende Fachkräfte.

Auf der anderen Seite sehen die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) keinen generellen Fachkräftemangel. Zwar könnte  sich in einigen Branchen mittelfristig ein Mangel einstellen, andere Branchen jedoch dürften sogar eine Fachkräfteschwemme erleben.

So oder so, für geeignete Initiativen je nach Branche bliebe den Verantwortlichen noch ausreichend Zeit.

Gerade bei den gutbezahlten Ingenieuren gehen die Meinungen weit auseinander

Dabei ist in meinen Augen sehr auffällig, wie sehr die Meinungen zwischen der Interessensgruppe und den eher neutraleren Institutionen doch auseinander gehen können.


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Betrachten wir beispielsweise die in Deutschland gutbezahlte Berufsgruppe der Ingenieure.

Während die Industrie hier einen akuten Fachkräftemangel propagiert, sieht der DIW die Klagen der Arbeitgeber in einer Pressemitteilung März 2012 als klar „überzogen“ an.

Gerade durch den durch die Diskussion verursachten Zulauf bei ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen sei eher noch ein Überangebot an Fachkräften zu erwarten.

Dass jedoch würden den Arbeitgebern und der Industrie in die Hände spielen, könnten sie doch bei einer Flut von qualifizierten Absolventen die Lohnkosten in den entsprechenden Branchen deutlich drücken.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Arbeitgeber wollen Ausbildungskosten sparen und Löhne weiter drücken

Zuletzt ist dann auch noch Bundesbildungsministerin Schavan auf den Zug des Fachkräftemangels aufgesprungen.

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa, allen voran in Spanien, sieht sie als passende Gelegenheit, um dem drohenden Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken. Deshalb soll ab jetzt verstärkt um diese Auszubildende geworben werden.

Darüber hinaus hat die Bundesagentur für Arbeit laut einem Hintergrundpapier ermittelt, dass in den vergangenen Monaten vor allem arbeitslose Griechen und Spanier jeder Altersgruppe nach Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland gesucht haben.

Dadurch könnten Arbeitgeber hierzulande die Ausbildungskosten einsparen und den Lohndruck auf Arbeitnehmer noch weiter erhöhen.

Vor diesem Hintergrund weise ich gerne nochmals darauf hin, dass Arbeitnehmer in Deutschland zugunsten des Exportwunders in den vergangenen Jahren ohnehin bereits unter Lohndumping und einer massiven Zunahme der atypischen Beschäftigung zu leiden hatten.

Die prekären Verhältnisse hatte ich Ihnen bereits vor zwei Wochen ausführlich dargestellt.

Junge Generation in Deutschland steht vor einer ungewissen Zukunft

Unterdessen hat die IG Metall in einer Studie die Zukunftserwartungen der jungen Generation in Deutschland, welche im Übrigen zur Bekämpfung des ominösen Fachkräftemangels erheblich beitragen könnten, ausführlich festgestellt.

Als zentrale Ergebnisse der Studie sind meines Erachtens die hohe Unsicherheit und die anhaltenden Schwierigkeiten junger Menschen beim Start in das Berufsleben festzuhalten.

Statt dieser Generation eine Perspektive zu geben, wird ein Fachkräftemangel herbeigeredet, der unter anderem zu einem regelrechten Ansturm auf die Ingenieurswissenschaften geführt hat.

Diskussion um Fachkräftemangel ist selbstgemacht

Dieser Ansturm und die zusätzlichen Anwerbeanstrengungen für Fachkräfte aus dem Ausland sollten in Zukunft teilweise für ein erhebliches Überangebot sorgen, womit die Arbeitgeber ihre Ziele erreicht haben dürften.

Eine höhere Wochenarbeitszeit bei geringeren Löhnen und darüber hinaus weiteren Zugeständnisse an den Arbeitgeber könnte deutschen Arbeitnehmern deshalb in Zukunft durchaus drohen.

Der Verdacht, dass die Diskussion um den Fachkräftemangel deshalb von Arbeitgebern zu großen Teilen „selbstgemacht“ ist, liegt in meinen Augen leider mehr als nahe.

20. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.