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Die Wahrheit über den Euro / US-Dollar

Die Börsenmedien sind stets darum bemüht, Ihren Lesern, Zuschauern und Zuhörern die tagtäglichen Kursbewegungen zu „erklären“.

Aus irgendwelchen Gründen benötigen wir immer eine Begründung, warum der Kurs der Aktie ABC heute um +X% gestiegen und der Ölpreis um -X% nachgegeben hat. Nur um wenig später wieder erklärt zu bekommen, warum der Kurs der Aktie ABC heute um -X% gesunken und der Ölpreis um +X% zugelegt hat.

Nicht selten muss dafür die gleiche Begründung herhalten, die kurz zuvor die entgegengesetzte Kursveränderung heraufbeschworen haben soll.

Dabei gibt es für alle Kursbewegungen eine einzige sinnvolle Erklärung: Das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Die Gründe, warum einige Marktteilnehmer kaufen, während gleichzeitig andere Anleger ihnen diese Papiere abkaufen, mögen sich im Einzelfall unterscheiden. Allerdings:

Entscheidend ist einzig und allein die Tatsache, dass sich Kurse überhaupt verändern. Denn nur das eröffnet uns Investoren die Chance, Geld zu verdienen!

Betrachten Sie daher die heutige Erklärung der Medien, warum der Euro gegenüber dem US-Dollar im Wert auf den tiefsten Stand dieses Jahres sinkt – schwache Konjunkturdaten aus Spanien – als weiteren untauglichen Versuch. Es gibt dafür nämlich einen völlig anderen Grund, den Sie gleich erfahren werden. Vorab:

Eur / USD an wichtiger Unterstützungs-Zone angelangt

Weitaus wichtiger wäre für Sie die Information gewesen, dass der Euro heute die Marke von 1,2330 unterboten hat. Warum das von Bedeutung ist, fragen Sie sich jetzt?

Nun, schauen wir dazu einmal auf einen langfristigen Chart des Euro / US-Dollar:

euro-us-dollar monats-chart-03-12-2014

Euro / USD: An wichtiger Unterstützungs-Zone angekommen

Der blau unterlegte Bereich stellt eine wichtige Unterstützungs-Zone für den Euro / USD dar. Er erstreckt sich von 1,2330 bis 1,2040.

Nach dem regelrechten Absturz der Währungsparität seit Juni dieses Jahres ist daher in diesem Bereich eigentlich zumindest eine Konsolidierung zu erwarten. Warum „eigentlich zumindest“?

Ich weiß, es klingt banal, aber natürlich hat der Euro / USD an diesem Punkt drei Optionen: Er kann wieder steigen, sich eine Zeitlang seitwärts bewegen oder weiter fallen.

Wichtig für Sie ist, WELCHE dieser drei Optionen der Euro / USD in nächster Zeit wählt. Da er an einer wichtigen Unterstützung angekommen ist, wäre eine Seitwärts-Bewegung oder eine (mindestens) temporäre Erholung in den kommenden Wochen das, was wir aufgrund der Charttechnik erwarten würden.

Würde er jedoch weiter fallen und die Unterstützung quasi „ignorieren“, dann wäre das ein starker Hinweis dafür, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter extrem schwach bleibt und in Richtung Parität (1 Euro = 1 USD) taumeln könnte.

Keine Euro-Schwäche, sondern eine US-Dollar-Stärke

Tatsächlich haben wir es indes nicht mit einer Schwäche des Euro zu tun, wie uns die Börsenmedien mit ihren Erklärungsversuchen weismachen wollen. Es handelt sich vielmehr um eine Stärke des US-Dollars, wie Sie an dem nun folgenden Chart erkennen können.

Die Grafik zeigt Ihnen den US Dollar Index. Dieser Index spiegelt den Wert des USD nicht nur gegenüber dem Euro, sondern zusätzlich gegenüber 5 anderen Währungen (japanischer Yen, britisches Pfund, kanadischer Dollar, schwedische Krone sowie Schweizer Franken) wider.

us dollar index futures-03-12-2014

US Dollar Index Futures: Paradigmenwechsel

Wie Sie sehen, demonstriert der US-Dollar nicht nur gegenüber dem Euro Stärke, sondern gegenüber allen wichtigen Währungen dieser Welt.

Seit Juni dieses Jahres hat der US-Dollar gegenüber diesen Währungs-Schwergewichten +11,1% an Wert gewonnen. Das ist, mit Verlaub, ein kleiner Erdrutsch und die Information, die Sie aus den Börsenmedien eigentlich erfahren sollten.

Der Euro hat übrigens gegenüber dem US-Dollar seit dem Jahreshoch im Juni um -11,9% abgewertet. Das bekräftigt meine Einschätzung, dass wir es nicht (ausschließlich) mit einem schwachen Euro zu tun haben.

Auch der US Dollar Index spricht für eine Konsolidierung

Sie sehen im Chart jedoch noch 2 weitere wichtige Punkte: Auch der US Dollar Index hat soeben an einer wichtigen Widerstands-Zone (blau) angedockt. Das verstärkt die Erwartung einer Konsolidierung auch für den Euro.

Andererseits zeigt Ihnen der Relative Stärke Index (RSI) im unteren Chartteil, dass es sich bei der Aufwärtsbewegung des US-Dollar in den letzten 5 Monaten um einen Paradigmenwechsel handelt, also um eine grundlegende Veränderung der Währungsströme:

Paradigmenwechsel

Der US-Dollar Index wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter im Wert steigen. Der RSI nimmt den Ausbruch nach oben aus der seit Mitte 2008 bestehenden Seitwärts-Bewegung quasi vorweg.

Lassen Sie sich bitte nicht davon täuschen, dass sich der RSI auf dem Niveau des Höchststandes der letzten 10 Jahre bewegt: Die Skalierung des RSI reicht bis 100% – daraus voreilig ein Ende des Aufwärtstrends zu schlussfolgern, wäre falsch.

3. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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