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Draghi: Der Euro wird um jeden Preis gerettet

„Super-Mario“ hat heute an der Börse für einen Paukenschlag gesorgt.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) versprach in London, dass der Euro um jeden Preis gerettet wird.

Der Euro reagierte mit einem Freudensprung und auch die Aktienmärkte drehten deutlich nach oben. Der DAX, der vor der Draghi-Äußerung auf 6.324 Punkte gefallen war, legte um über 250 Punkte zu und ging mit 6.582 Punkten aus dem Handel. Das Tagesplus lag bei 2,75%.

Die EZB greift ein

EZB-Präsident Draghi musste keine große Rede halten, um die Märkte zu begeistern. Einige wenige Sätze reichten.

Die erste Kernaussage von Draghi: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten.“ Die Märkte haben das wie folgt interpretiert:

Die EZB wird direkt oder indirekt Staatsanleihen der Schulden-Staaten erwerben, um so den Druck von Spanien und Italien zu nehmen. Die Länder sollen Zeit gewinnen, damit die Reformen ihre Wirkung entfalten können.

Die zweite Kernaussage von Draghi lautet: „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“ Diese kurze Aussage wird so interpretiert, dass die EZB ohne Limit agiert und im Zweifel mehr Feuerkraft einsetzen wird, als die Marktkräfte, die auf eine Auflösung des Euro-Systems wetten.


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Unbegrenzte Feuerkraft der EZB

Die theoretisch unbegrenzte Feuerkraft der Europäischen Zentralbank ist genau die Waffe, auf die die Euro-Unterstützer schon lange bauen. Der Grund: Jeder Rettungsschirm der Euro-Staaten ist von der Größe her begrenzt.

Wenn die Euro-Staaten 800 Mrd. Euro für Rettungsaktionen einsammeln, wissen die Anleger, die gegen den Euro wetten, genau, wann die Grenze erreicht ist und können darauf warten. Da die EZB unbegrenzt Geld drucken kann, gibt es jetzt keine Grenze mehr. Wetten gegen den Euro werden deutlich riskanter.

Das hört sich alles prima an. Der Euro hat zugelegt, der DAX innerhalb von wenigen Stunden 250 Punkte gewonnen. Aber natürlich zahlen wir auch bei dieser Variante einen hohen Preis:

Die EZB druckt Geld und wird damit die Schuldenstaaten finanzieren. Genau das sollte nie passieren und ist theoretisch auch jetzt noch verboten.

Der EZB-Präsident hat aber deutlich gemacht, was Vorrang hat: Der Euro soll um jeden Preis gerettet werden.

Rettungsaktion war nur eine Frage der Zeit

Die Investoren an der Börse zeigten sich überrascht, dass die EZB jetzt offen in den Markt eingreifen will. Für Sie als Schlussgong-Leser ist das keine Überraschung. Bereits im Juni nannte ich Ihnen die Gründe, die dafür sprechen, dass der Euro nicht so schnell beerdigt wird:

„2 Gründe sprechen dafür, dass uns der Euro noch einige Zeit erhalten bleibt: Zum einen können die finanzschwachen Staaten das System noch einige Jahre auspressen. Warum sollten die Schuldenländer das System verlassen und sprengen, solange es noch prall gefüllte Rettungstöpfe gibt?

Zum anderen müsste sich die Europäische Zentralbank (EZB) freiwillig auflösen. Das wird die Behörde erst dann tun, wenn alle anderen Handlungsoptionen ausprobiert worden sind. Wir werden also erst noch Euro-Bills oder Euro-Bonds als Brandschutzmaßnahme erleben.“

Mehr zum Thema: Aufruf zur Euro-Rettung

EZB-Lösung mit Licht und Schatten

Die EZB unter Führung von Mario Draghi finanziert lieber die Schulden-Staaten (was sie an sich nicht darf), als tatenlos der Euro-Auflösung zuzusehen. Wer hätte gedacht, dass ein italienischer Notenbank-Chef der Held der internationalen Wirtschaftspresse wird?

Einige Schlagzeilen lauten heute: „Er kam, sah und siegte: Mario Draghi Superstar“ oder auch „Draghi macht die Bazooka scharf“.

Die Medaille hat jedoch 2 Seiten: Auf der einen Seite wird kurzfristig das Euro-System stabilisiert. Die Schulden-Staaten gewinnen mehr Zeit. Auf der anderen Seite druckt die EZB Geld, riskiert Inflation und nimmt Risiken in die eigene Bilanz, für die irgendwann die reicheren EU-Staaten haften müssen.

Wer am Ende der Gewinner ist, wird sich noch zeigen.

Mehr zum Thema: Der Euro zeigt sich renitent

26. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.