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E.ON: Energieversorger. Ohne Nerven

Bis gestern hätte ich noch gesagt: „Der DAX 30 läuft und läuft und läuft.“ Doch nach dem Kurssprung um +2,66% auf ein neues Allzeithoch von mehr als 11.800 Zählern muss das wohl umformuliert werden in: „Der DAX 30 rennt!“

Wie Sie aus meinen Chartanalyse-Trends-Beiträgen im Dezember wissen, hatte ich ja ein exzellentes Börsenjahr 2015 erwartet. Doch ganz ehrlich: +20,4% Zuwachs im DAX 30 im laufenden Jahr übersteigen selbst meine kühnsten Erwartungen.

Vergessen wir schließlich nicht, dass der deutsche Leitindex noch Mitte Oktober 2014 einen Tiefstand bei 8.354 Punkten markiert hatte. Bis zum Jahreswechsel hatte der DAX 30 also immerhin auch schon +17,3% zugelegt.

Das macht insgesamt einen Anstieg von +41,3% innerhalb von nicht einmal 5 Monaten! Allerdings:

Was für eine Schere!

Wer nun Ende 2014 geglaubt hat, er sei besonders schlau und könne mit Nachzügler-Aktien den DAX 30 Performance-technisch noch „überlisten“, der sieht im Falle des Energieversorgers E.ON „alt aus“. Doch schauen Sie sich das im nachfolgenden Chart einmal selbst an:

e.on aktie vs. dax 30-12-03-2015

E.ON: Beim Energieversorger scheint die Zeit stillzustehen

In diesem Monats-Chart (1 Balken entspricht der Kursentwicklung eines Monats) habe ich Ihnen einmal zusätzlich den DAX 30-Verlauf (blau) eingeblendet.

So wird schnell deutlich, dass die Schere zwischen der E.ON-Aktie und dem deutschen Leitindex bereits seit dem Sommer 2012 massiv auseinander läuft (pinkfarbene Linien). Was meines Erachtens jedoch noch übler ist:

Die Aktie des Energieversorgers macht selbst jetzt, nach mehr als +41% Zuwachs im DAX 30 seit Oktober 2014, keinerlei Anstalten, an diesem fatalen Zustand etwas zu ändern. Dabei hatte E.ON noch vor gut 3 Monaten große Pläne verlautbart. Sie erinnern sich gewiss:

Am 1. Dezember 2014 kündigte E.ON lautstark einen Konzernumbau an, um das eigene Geschäft massiv in Richtung Erneuerbare Energien auszurichten. Zu diesem Zweck soll das traditionelle Energiegeschäft in eine separate Gesellschaft ausgegliedert und an die E.ON-Aktionäre übertragen werden. Mein Kommentar dazu lautete seinerzeit:

„Was E.ON erreichen möchte, ist, den Fokus der Anleger von der überaus miesen Kursentwicklung der vergangenen Jahre auf eine neue Aktiengesellschaft zu richten, die durchaus dynamisch wachsen kann. Das Ganze hat eher etwas von einer „Bad Bank“:

Viele Banken haben in der Folge der Finanzkrise ihre desaströsen Finanzgeschäfte in eine „schlechte Bank“ ausgegliedert, um mit den positiven Geschäften besser da zu stehen. Vom Tisch sind die verlustreichen Geschäfte damit indes nicht – sie werden nur nicht mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen, weil der Fokus umgelenkt wurde. Dasselbe bezweckt dem Anschein nach auch E.ON.“

Selbst Großinvestoren fassen E.ON nicht mit der Kneifzange an

Dieses Vorhaben ist E.ON – zumindest in dem seither verstrichenen Vierteljahr – nicht gelungen. Und das nicht einmal unter der Schirmherrschaft eines geradezu explodierenden DAX 30.

Wenn Sie noch einmal auf den Chart schauen, dann werden Sie auch keine Anzeichen dafür entdecken, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern sollte:

–       Beim Bruch eines mehr als 6 Jahre andauernden Abwärtstrends dürfen Sie sich im Normalfall durchaus mehr Aufwärts-Dynamik erwarten. Trotz DAX 30-Unterstützung trottet der Kurs indes weiter langweilig seitwärts.

–       Auch die Großinvestoren haben E.ON weder den als Neugeburt dargestellten Konzernumbau „abgekauft“, noch die Aktie selbst gekauft. Das On-Balance-Volumen verdeutlicht das, da es Ihnen zeigt, ob Geld in eine Aktie hinein oder aus ihr heraus fließt.

Katastrophenjahr 2014

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Heute meldete E.ON einen Rekordverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 3,2 Mrd. Euro. Atmen Sie für die folgende Zahl noch einmal tief durch: Es wurden allein Abschreibungen im Volumen von 5,4 Mrd. Euro vorgenommen!

Na ja, und weil es dem Energieversorger derart „gut geht“, wirft er den Aktionären noch eine Dividende von 50 Cents je Aktie hinterher. Ich hatte bislang immer gelernt, dass eine Dividende aus Gewinnen bezahlt wird und bei eingefahrenen Verlusten jeder nur mögliche Cent eingespart wird.

Offensichtlich steht das Firmenkürzel E.ON doch eher für: Energieversorger. Ohne Nerven …

12. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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