Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

E.ON-Konzernumbau: Großinvestoren kaufen bereits seit Jahresbeginn

Der Energieversorger E.ON lässt heute die Finanzwelt aufhorchen.

Der Konzern lud sehr kurzfristig zu einer Pressekonferenz ein, um der Öffentlichkeit seinen jüngst beschlossenen Strategiewechsel zu kommunizieren.

In den Medien wird die neue Strategie als Abkehr von der herkömmlichen Energieversorgung dargestellt. Das ist natürlich Humbug. Es ist vielmehr eine stärkere Hinwendung zu den Erneuerbaren Energien. Das künftige Augenmerk soll zudem auf den Energienetzen und Kundenlösungen liegen.

Was E.ON erreichen möchte, ist, den Fokus der Anleger von der überaus miesen Kursentwicklung der vergangenen Jahre auf eine neue Aktiengesellschaft zu richten, die durchaus dynamisch wachsen kann. Das Ganze hat eher etwas von einer „Bad Bank“:

Viele Banken haben in der Folge der Finanzkrise ihre desaströsen Finanzgeschäfte in eine „schlechte Bank“ ausgegliedert, um mit den positiven Geschäften besser da zu stehen. Vom Tisch sind die verlustreichen Geschäfte damit indes nicht – sie werden nur nicht mehr von der Öffentlichkeit wahrgenommen, weil der Fokus umgelenkt wurde. Dasselbe bezweckt dem Anschein nach auch E.ON.

E.ON baut den Konzern um

Tatsächlich soll der Konzern E.ON mittelfristig umgebaut werden oder besser aufgespalten werden. Das traditionelle Energiegeschäft wird in eine separate Gesellschaft ausgegliedert und an die E.ON-Aktionäre übertragen.

Die Altlasten bleiben den Aktionären als erhalten. Die erforderlichen Grundlagen für die beiden neuen Gesellschaften sollen im kommenden Jahr geschaffen werden.

Ganz nebenbei verkündet E.ON in seiner Pressemitteilung noch eine Wertberichtigung von 4,5 Mrd. Euro im 4. Quartal. Eine ebenfalls typische Strategie: Eine schlechte Nachricht in eine strategische Neuausrichtung zu „verpacken“, so dass sie kaum wahrgenommen wird. Im Falle E.ON könnte das sogar funktionieren, wie uns der Blick auf die Charttechnik gleich verrät.

Die Aktie legt heute jedenfalls schon einmal rund +4% zu.

Großinvestoren bereits seit Jahresbeginn auf der Kaufseite

Übrigens hatte ich auf Sie hier in Chartanalyse-Trends schon sehr frühzeitig, nämlich Anfang April auf eine interessante Veränderung bei E.ON aufmerksam gemacht. Diese Entwicklung hat sich seither – also völlig unabhängig von dem soeben bekanntgemachten Strategiewechsel – bereits verdichtet.

Was wieder einmal zeigt, dass Sie den Spuren der Großanleger folgen sollten, die diese im Chart einer Aktie hinterlassen. Hier meine Einschätzung vom 9. April 2014:

„Auf der lang- und mittelfristigen Zeitebene (Monat und Woche) hat der Trend des On-Balance-Volumens (Anmerkung: Zeigt die Aktivitäten der Großinvestoren) seit Herbst letzten Jahres klar erkennbar nach oben gedreht. Sie lesen das an der Richtung des 20-Perioden-Durchschnitts (grüne Linie) ab.

Im Monatschart entdecken wir zudem noch eine positive Divergenz (Abweichung) zum Kursverlauf: Während der E.ON-Kurs im Juli ein tieferes Tief markierte, blieb das OBV oberhalb des Tiefpunktes vom August 2013 (pinkfarbene Linie). Die Großinvestoren haben also am Tiefpunkt kaum noch verkauft.“

e.on-aktie-01-12-2014

E.ON Aktie: Großanleger kaufen bereits seit Jahresbeginn verstärkt

Der senkrechte blaue Balken im Chart markiert das Datum meiner April-Analyse hier in Chartanalyse-Trends. Im Monats- und Wochen-Chart können Sie sehr gut erkennen, dass die Großanleger bereits zum damaligen Zeitpunkt damit begonnen hatten, sich wieder in die E.ON Aktie einzukaufen.

Dazu muss man wissen, dass Großanleger anders denken und handeln (müssen) als Privatanleger. Hier werden in der Regel riesige Positionen in Turn-around-Kandidaten aufgebaut, die langfristig gehalten werden sollen.

Solche Positionen werden nicht auf einen Schlag installiert, sondern in vielen Teil-Käufen über einen längeren Zeitraum kumuliert.

Insider wussten offensichtlich wieder einmal früher Bescheid

Übrigens scheinen bei E.ON wieder einmal einige Insider frühzeitig etwas gewusst zu haben: Vom Zwischentief bei 12,58 Euro am 17. November bis Freitag hat der Aktienkurs dieses DAX 30-Schwergewichts bereits +13,3% zugelegt!

Aus Sicht der Charttechnik sollten Sie die Marke 15,37 Euro beachten (pinkfarbene Linie im Wochen-Chart). Wird dieses Hoch der letzten 2 Jahre überwunden, sollte neue Dynamik in den Kursverlauf kommen.

1. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Andreas Sommer. Über 344.000 Leser können nicht irren.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt