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Ein Mexikaner mischt den europäischen Mobilfunkmarkt auf

Ich gewinne den Eindruck, dass Europas Mobilfunkmarkt in den kommenden Jahren  übersichtlicher werden wird.

Berichtete in der Vorwoche Telefónica Deutschland (Mobilfunkmarke O2) den Mobilfunker E-Plus von der holländischen Koninklijke PTT Nederland, kurz KPN, zu übernehmen, geht der Konzentrationsprozess nun offensichtlich weiter.

Der mexikanische Mobilfunkanbieter América Móvil gab gestern bekannt, das mit KPN geschlossene Stillhalteabkommen ab sofort zu beenden und sich damit die Möglichkeit zu eröffnen, seinen Aktienanteil von 29,8% deutlich aufzustocken.

Ob KPN dies nun als Kriegserklärung an das Management begreifen soll, oder ob es sich um eine rein strategische  Unternehmensentscheidung handelt, bleibt bislang unklar.

Klar ist, der Eigentümer von América Móvil, Carlos Slim, ist sauer auf das Telefónica-Management.

Renditeperle E-Plus zum Verkauf gestellt

Denn der vermeintlich reichste Mann der Welt hatte sich erst vor ein paar Monaten beim holländischen Mobilfunkanbieter und damit bei E-Plus eingekauft und sich davon eine rentierliche Investition versprochen.

Und dann stellt das Management seine Renditeperle E-Plus einfach so zum Verkauf.

O.K., der Kaufpreis von 8,1 Mrd. Euro ist ein stolzer Betrag, der die Schuldenlast von Telefónica Deutschland deutlich reduzieren wird, aber ohne die Kunden von E-Plus reduziert sich auch der Konzernumsatz erheblich.

Und auch der Kaufpreis erscheint dem Multi-Unternehmer aus Mexiko deutlich zu niedrig angesetzt, er sieht den fairen Wert deutlich über den bislang gebotenen 8,1 Mrd. Euro.


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Kündigung des Stillhalteabkommens macht Übernahme von KPN möglich

Durch die Kündigung des Stillhalteabkommens kann Slim seinen Anteil an KPN nun auf 30% und mehr aufstocken und wäre in der Lage, mit einem dann fälligen Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre, die vollständige Kontrolle über die holländische KPN zu übernehmen.

Ob er danach den Kaufpreis nachverhandeln oder die Übernahme komplett stoppen würde, ist ungewiss, aber einmischen wird er sich in jedem Fall.

Denn Zuschauen ist nicht Sache des agilen Milliardärs, er gestaltet lieber.

Und so ist auch vorstellbar, dass er abwartet, ob das deutsche Kartellamt der Übernahme zustimmt und der Verkauf wie geplant von statten geht.

Ohne E-Plus sinkt die Bewertung von KPN

Die durch den Verkauf von E-Plus eintretende Entschuldung von KPN könnte er dann nutzen, um sich günstig den holländischen Mobilfunkanbieter mit seinen Restmarken KPN Mobile (Holland) und BASE (Belgien) einzuverleiben.

Einmischen und den Kaufpreis für E-Plus nach oben ziehen. Oder Abwarten und sich die Mehrheit am Restkonzern KPN günstig sichern, beide Optionen scheinen möglich und werden heftig diskutiert.

Das Geschacher um das ehemalige Staatsunternehmen wird daher noch einige Zeit die Börse beschäftigen und die Aktienkurse bewegen.

Ob es mit den Bewegungen gelingt, die KPN-Aktie wieder auf den Erfolgsweg zu bringen muss abgewartet werden. Nötig wäre es, denn der Chart der Aktie sieht katastrophal aus.

30072013_pfh_1_kpn_1

(anklicken zum Vergrößern)

Sie sehen es selbst im Point&Figure-Chart, seit 2 Jahren kennt der Aktienkurs nur eine Richtung nämlich südwärts. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen der Kurs bei 40,00 € notierte.

Auch wenn sich die beiden letzten Point&Figure-Verkaufssignale (rote Kreise) einig sind und das Kursziel bei NULL Euro sehen, gibt es doch im Zuge der Übernahme Hoffnung auf zukünftige Kurssteigerungen.

Der zweite Blick, hier der Blick auf den Point&Figure-Chart der KPN in der sogenannten Bull´s-Eye-Broker-Einstellung, zeigt einen leichten Aufwärtstrend jedenfalls hat die Aktie seit Anfang Juni diesen Jahres eingeleitet.

30072013_pfh_2_kpn_2

(anklicken zum Vergrößern)

Doch trotz der kurzfristigen Kursziele von 2,30 € und 2,88 €, die mir meine Software in dieser Einstellung ausweist, muss zur Vorsicht gemahnt werden.

Denn selbst wenn die 2,88 € erreicht werden, im großen Bild (Chartbild 1) reicht das gerade einmal, um die letzte O-Säule um vier Kästchen zu korrigieren.

Was nichts anderes heißt, dass damit das Kursziel von Null Euro aus dem letzten Point&Figure-Kaufsignal (roter Kreis bei 3,75 €) tatsächlich aktiviert werden würde.

Ob das Carlos Slim gefallen würde? Sicher nicht, vorher übernimmt er lieber das gesamte Aktienkapital und nimmt das Unternehmen von der Börse.

30. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.