Erdöl-Unternehmen in Panik: Hier droht die Pleite

In Europa gilt die Methode als umstritten, in den USA boomt die Branche seit einigen Jahren: Die Rede ist vom Fracking.

Die ursprünglich recht kostspielige Methode zur Gewinnung von Erdgas und Öl hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die USA im Hinblick auf diese Rohstoffe zunächst zum Selbstversorger und schließlich zum Global Player wurden.

Inzwischen spielen die Vereinigten Staaten in einer Liga mit den weltgrößten Ölproduzenten Saudi-Arabien und Russland.

Fracking-Firmen schossen wie die Pilze aus dem Boden, zumal die Förder-Methode durch technologische Fortschritte zunehmend kosteneffizienter eingesetzt werden konnte. Doch nun zeigt sich die Kehrseite der Medaille.

Fracking als Faktor des Preisverfalls

Durch die Kosten-Reduzierung und die steigende Menge geförderten Öls haben die US-Firmen für ein Überangebot am globalen Markt gesorgt, das den Preiscrash des einstigen „schwarzen Goldes“ begünstigt und beschleunigt hat.


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Saudi-Arabien als mächtigster Staat in der Opec sieht bislang keine Veranlassung, seinerseits an der Preisschraube zu drehen.

Ganz im Gegenteil: Gerade die Saudis können im Gegensatz zur Konkurrenz auch über längere Strecken gut mit niedrigen Ölpreisen zurechtkommen, wenngleich sich auch hier erste Anzeichen der Schwäche im Staatshaushalt bemerkbar machen.

Doch die Scheichs haben schon aus Prinzip einen langen Atem und schauen offenbar gern dabei zu, wie sich die ungeliebte neue US-Konkurrenz selbst zersetzt.

Denn die Fracking-Branche hat sich mit der Zeit ihr eigenes Grab geschaufelt. Durch das Überangebot am Ölmarkt fiel der Preis in rasantem Tempo von mehr als 100 Dollar je Barrel auf zuletzt nur noch etwa 30 Dollar je Barrel.

Massenhafte Firmen-Pleiten

Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, brauchen die meisten Fracking-Unternehmen einen Kurs von etwa 60 Dollar je Barrel.

Ein weiterer Risikofaktor: Die meisten von ihnen sitzen auf massiven Schulden – und die Gläubiger werden zunehmend ungeduldig.

Das zeigt sich besonders deutlich an der Masse der Insolvenzen, die im vergangenen Jahr aus der Branche gemeldet wurden. Mit 67 Firmen-Pleiten lag die Quote fast 4-mal so hoch wie noch im Vorjahr – und das war womöglich erst der Anfang.

In diesem Jahr sind Schätzungen zufolge rund 175 US-Ölfirmen vom Bankrott bedroht – das wäre jedes 3. Fracking-Unternehmen. Gemeinsam haben sie einen Schuldenberg von etwa 150 Mrd. Dollar angehäuft.

Bricht die Branche weiter zusammen, droht ein Domino-Effekt ganze Regionen wirtschaftlich auszulöschen.

Da hilft es auch wenig, dass die Experten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) davon ausgeht, dass der Ölpreis im kommenden Jahr seine Talsohle erreichen und anschließend wieder anziehen wird.

Auch das ist allerdings abhängig von diversen externen Faktoren, insbesondere der allgemeinen Verfassung der globalen Konjunktur. Und um die war es zuletzt bekanntlich nicht unbedingt gut bestellt.

4. März 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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