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Erst einmal abwarten, dann analysieren und urteilen

Am Sonntag trafen sich in Doha, der Hauptstadt von Katar, die Vertreter der 18 wichtigsten Ölförderländer. Ziel der Zusammenkunft war die Verständigung auf eine Drosselung der Öl-Fördermenge, um den Ölpreis weiter zu stabilisieren. Wir erinnern uns:

Mitte Februar hatte es schon einmal ein solches Treffen gegeben, wenngleich in einem kleineren Kreis. Wenige Wochen zuvor hatte der Ölpreis ein Mehrjahrestief markiert.

Bei dem Treffen im Februar konnten sich Katar, Saudi-Arabien, Venezuela und Russland zumindest darauf verständigen, ihre Förderquote zunächst einmal auf dem Niveau von Januar 2016 „einzufrieren“.

„Herrscher des Öls“ können sich nicht einigen

Bei der Zusammenkunft am Wochenende war der Teilnehmerkreis größer gezogen worden, um weitere Förderländer für die Förderquoten-Drosselung zu gewinnen. Diesmal gingen die „Herrscher des Öls“ indes ergebnislos auseinander:

Laut Beobachtern soll Saudi-Arabien auf einer Einbeziehung des Irans in die Vereinbarung über gedeckelte Förderquoten bestanden haben. Doch die Ayatollahs haben eigentlich gar kein Interesse an einer selbstauferlegten Beschränkung:

Iran hat wenig Interesse an einer erneuten Einschränkung

Nach jahrelangem Wirtschafts-Boykott hatten die UN-Vetomächte im Juli 2015 eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen ab Anfang 2016 beschlossen, wenn der Iran seinerseits die ihm auferlegten Verpflichtungen zur Reduzierung seiner Atom-Kapazitäten erfüllt.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, dann will der Iran – verständlicherweise – endlich wieder sein Öl auf den internationalen Märkten verkaufen. Und dabei möchte sich der islamische Staat keinesfalls gleich wieder einschränken lassen.


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Wenigstens haben sich die Doha-Teilnehmer auf ein erneutes Treffen im Juni einigen können.

Voreilige Trend-Urteile der Medien

Der Ölpreis reagierte auf die „Nullrunde“ der Zusammenkunft gestern früh zunächst mit einem Abschlag von bis zu -6,4%. Das entsprach natürlich den Erwartungen der Medien:

So waren dann am frühen Montagmorgen Schlagzeilen zu lesen, dass der Ölpreis nun wieder einbrechen werde oder dass der fallende Ölpreis jetzt die gerade erst angelaufene DAX-Rallye wieder beenden werde.

Offensichtlich betreiben die Verfasser solcher Zeilen keine Chartanalyse. Schade. Denn wenn sie es täten, wäre ihnen einiges aufgefallen:

ölpreis brent crude oil-future-19-04-2016

Ölpreis: Rücksetzer war nur der charttechnisch normale Pull-Back an die alte Trend-Linie

Der Ölpreis hat in der vergangenen Handelswoche seinen seit dem Sommer 2014 bestehenden Aufwärtstrend nach oben durchbrochen. Der Chart macht aber noch etwas deutlich:

Erst einmal abwarten, dann analysieren und urteilen

Ich werde nicht müde, Investoren zu raten, bei größeren Kursbewegungen nicht sofort panisch oder auch euphorisch zu reagieren und Positionen aufzulösen oder auch aufzubauen.

Erst wenn der Handelstag vorüber ist, sollten Sie die volatile Kursbewegung analysieren und ihr Urteil fällen. (Darum schreibe ich übrigens auch erst heute über das Doha-Treffen und seine Auswirkungen.)

Schauen Sie bitte noch einmal auf den gestrigen Handelsverlauf (blauer Kreis). Sie erkennen gewiss schnell, dass sich der Ölpreis gestern von seinem Tagestief bei 40,10 USD je Barrel (=Fass=159 Liter) nicht nur massiv erholt hat:

Gestriger Ölpreis-Verlauf war bullish

Der Ölpreis schoss sogar über den schwachen Eröffnungskurs bei 41,80 USD hinaus und beschloss den Handel mit 43,04 USD nur knapp unter dem Tageshoch bei 43,43 USD. Das bedeutet nichts anderes als:

Die Bären konnten das zunächst gewonnene Abwärts-Terrain also nicht verteidigen. Die Bullen hingegen erkämpften sich nicht nur das verloren gegangene Gebiet zurück, sondern eroberten noch zusätzliches Terrain.

Letztlich erweist sich die gestrige Kursbewegung lediglich als charttechnisch völlig normaler Rücksetzer (Pull-Back) auf die zuvor durchbrochene Abwärtstrend-Linie.

Und so reagieren die Aktienmärkte heute Vormittag mit Freudensprüngen: Der DAX notiert zur Stunde über 10.300 Punkten und nähert sich damit dem Jahreshoch von 10.485.

19. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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