Euro: Goldman Sachs verblüfft mit dieser Euro-Prognose

Der Euro fällt und fällt – seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung bereits rund 13 Prozent an Wert eingebüßt, ein Ende ist nicht in Sicht. Vor einigen Tagen erreichte der Euro den tiefsten Stand seit zwölf Jahren und fiel auf weniger als 1,05 Dollar.

Noch im vergangenen Frühsommer hatte man für einen Euro noch 1,40 Dollar auf den Tisch legen müssen. Die jetzige Angleichung geht schnell, schneller als von vielen prognostiziert.

Mit einer Parität, also einem 1:1-Verhältnis, hatten die meisten Experten erst im kommenden Jahr gerechnet. Nun wurden die Vorhersagen korrigiert. Nach dem rasanten Absturz der vergangenen Wochen geht beispielsweise die Investmentbank Goldman Sachs davon aus, dass die Parität womöglich sogar noch in diesem Jahr erreicht werde.


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Euro-Absturz auf 0,80 Dollar befürchtet

Für die nächsten Jahre sagen die Großbanken voraus, dass sich das Verhältnis von Euro zu Dollar umkehren wird. Die Deutsche Bank hält einen Rückgang auf 0,85 Dollar für realistisch. Goldman Sachs schätzt die Situation noch drastischer ein: Bis Ende 2017 könnte der Euro demnach auf ein Rekordtief von 0,80 Dollar zurückfallen.

Es gibt gute Argumente für diese Prognose. Denn die Notenbanken sowohl der USA als auch der Euro-Zone haben ihre Finger im Spiel und lenken die Kurse bewusst in bestimmte Richtungen.

Während die Federal Reserve in den vergangenen Jahren mit ihrer expansiven Geldpolitik die Abwertung des Dollar beschleunigte, hat sie inzwischen ihre Richtung geändert. Das Anleihekaufprogramm ist im vergangenen Herbst ausgelaufen, noch in diesem Jahr könnte der Leitzins angehoben werden. Dadurch würde der Dollar wieder steigen.

Umgekehrt setzt nun die Europäische Zentralbank auf „Quantitative Easing“ (QE) und öffnet ihre Geldschleusen. Anfang März begann sie ihrerseits, Geld in den Markt zu pumpen. Bis mindestens Herbst 2016 soll das Programm fortgesetzt werden, das den Euro noch deutlich weiter schwächen dürfte.

Exportnation Deutschland profitiert? Nicht nur!

Wenn nun also gleichzeitig der Dollar steigt und der Euro fällt, wird dadurch die Annäherung und letztlich die Umkehrung im Wertverhältnis beschleunigt. Ist das gut oder schlecht für Deutschland?

Als Exportnation profitiert der Standort davon, seine Waren im Ausland günstiger verkaufen zu können, je weiter der Euro an Wert verliert. Doch was sich für die Unternehmen als Segen erweisen kann, dürfte für viele Verbraucher höhere Kosten mit sich bringen. Importierte Güter wie etwa exotische Lebensmittel werden dadurch teurer.

An der Zapfsäule ist der Effekt ebenfalls spürbar: Öl wird in Dollar abgerechnet. Selbst bei einem weiterhin niedrigen Ölpreis wird also das Benzin wieder teurer, wenn der Euro fällt.

Und auch das Konjunkturprogramm kann mitunter nur begrenzt seine Wirkung entfalten: Viele exportorientierte Unternehmen haben in Zeiten des starken Euro Produktionsstätten ins Ausland verlegt, um eben solche Währungseffekte zu minimieren. Nach anfänglichem Jubel droht also womöglich ein ernüchterndes Erwachen.

7. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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