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Euro-Haushalte: Das Schuldenproblem wächst

Der deutsche Leitindex DAX schaffte heute im Endspurt den Sprung in die Gewinnzone und kletterte auf 8.359 Punkte.

Für gute Stimmung sorgt die Aussicht, dass die Konjunktur in Europa den Tiefpunkt überwunden hat. Am Mittwoch wird die erste Schnellschätzung zur Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone veröffentlicht.

Nach zuletzt 6 Quartalen mit negativen BIP-Daten könnte die Euro-Wirtschaft im 2. Quartal 2013 zum ersten Mal wieder minimal gewachsen sein. Dabei ist es relativ egal, ob dieser Wert bei +0,1% liegt.

Wichtig ist nur, dass im Frühjahr die lange Talfahrt gestoppt wurde und die Euro-Wirtschaft im 2. Halbjahr wieder stärker zulegen kann.

Viele Baustellen noch offen

Immer mehr Frühindikatoren deuten darauf hin, dass es in Europa langsam wieder nach oben geht. Die Fortschritte sind bisher aber kaum messbar. Einige Baustellen sind sogar noch größer geworden.

Betrachten wir zum Beispiel die Verschuldung der privaten Haushalte. Hier liegen neue Daten der Organisation OECD vor.


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Die OECD-Ökonomen haben gemessen, wie sich die Verschuldung der privaten Haushalte entwickelt hat. Ausgangspunkt war das Jahr 2007. Damals brach die Finanzkrise aus. Das zweite Basisjahr ist 2012; 5 Jahre nach Ausbruch der Krise.

Die positive Botschaft: Das Verhältnis von Schulden zu Einkommen hat sich im OECD-Durchschnitt um 7% verbessert. In den OECD-Staaten gab es also einen leichten Trend zur Entschuldung.

Allerdings verdeckt der Durchschnittswert, dass es von Land zu Land riesige Unterschiede gibt.

Euro-Staaten am Tabellenende

Am Tabellenende stehen fast ausschließlich Euro-Staaten. Einsames Schlusslicht ist auch in dieser Statistik das Euro-Mitglied Griechenland. Von 2007 bis 2012 ist das Verhältnis von Bruttoschulden zu Bruttoeinkommen um üppige 40% gestiegen.

Das bedeutet aber nicht, dass sich die Griechen in den vergangenen 5 Jahren hemmungslos verschuldet haben.

Eine Kombination sorgt für diese erschreckend hohe Zahl: Höhere Schulden treffen auf stark sinkende Einkommen. Ein Ausweg aus der Schuldenfalle ist aktuell nicht in Sicht.

Schlecht, aber nicht ganz so schlecht wie in Griechenland, sieht es auch in Italien und Frankreich aus. In beiden Ländern ist das Verhältnis von Schulden zu Einkommen um 12% gestiegen.


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Noch schlechter haben überraschend die Niederlande abgeschnitten. Hier ist die Schuldenquote laut OECD sogar um 18% gestiegen.

Positiver Trend: USA, Großbritannien und Deutschland

Besonders wandlungsfähig zeigen sich in der Schuldenstatistik die US-Haushalte. In den USA haben die Privathaushalte die Schulden im Verhältnis zum Einkommen um 18% gesenkt. Die schmerzhafte Phase der Entschuldung zeigt Wirkung.

Ähnlich positiv ist der Trend in Großbritannien. Dort ist die Schuldenquote um 16% gesunken.

Überdurchschnittlich gut hat auch Deutschland abgeschnitten. Hier sank die Schuldenquote der Privathaushalte um 9%.

Der Wert ist geringer als in den USA oder in Großbritannien, dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die deutschen Haushalte vorher nicht so extrem hoch verschuldet waren.

Da die Ausgangsbasis geringer war, ist jetzt natürlich auch der Rückgang geringer.

Fazit: Seit 2007 gibt es bei der Entschuldung der Privathaushalte Fortschritte, doch der Trend ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Von einer Lösung der Schuldenkrise kann speziell in einigen Euro-Staaten noch lange nicht gesprochen werden.

12. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.