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Euro-Krise: Gibt es bald eine Euro-Länderreform ohne PIIGS?

Ungute Gefühle sind im Moment wohl keine Mangelware in Verbindung mit der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der Euro-Länder an den Märkten.

Interessant ist dabei, was seit heute durch einige Medien wandert.

Gibt es bald Nord- und Süd-Euro?

So ist zu hören, dass Frankreich und Deutschland – oder anders gesagt: Sarkozy und Merkel – abseits der normalen Kanäle über eine Art Nord- und Süd-Euro nachdenken sollen. Frankreichs Präsident Sarkozy stützt sich dabei auf die Theorie der zwei Geschwindigkeiten in Europa.

Sprich: Im Norden entwickelt sich die Wirtschaft schnell und stabil, der Süden dagegen hat fortwährend Probleme. Es soll nun anonyme Quellen aus Brüssel geben, die bestätigen, dass diese Debatte schon länger keimt.

Spekulationen in Brüssel hinter vorgehaltener Hand

Natürlich traut sich niemand, das Ganze laut auszusprechen. Wohl ist auch klar, dass Länder wie die PIIGS sofort auf die Barrikaden gehen würden, wenn die Forderung nach einer Teilung der Euro-Zone offiziell würde.


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Frei nach dem Motto „die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“ würde der „neue Euro“ dann aus den Staaten bestehen, die stabil genug für die Währung wären. In gewissen Kreisen wirkt diese Bemerkung natürlich direkt bestechend. Endlich weg mit den PIIGS und allen, die nicht dazu gehören wollen oder sollen.

5 Punkte, die gegen die Idee eines neuen Nord-Euro sprechen

Sieht man aber einmal von dem frommen Wunschgedanken ab, dass dann alles besser wird, gibt es eine Reihe von Punkten, die diese bestechend einfache Idee mehr oder minder widerlegen oder zumindest mit einem großen Fragezeichen ausstatten:

1. Der Wert eines „Zentral-“ oder „Neu-Euro“ wäre keineswegs so hoch oder stabil wie der bisherige – immerhin gäbe es wieder mehr Außenhandelsgrenzen und Abgaben, Wechselkurse. Damit hätte Deutschland deutlich schlechtere Karten als bisher.

2. Die Krise hat es eigentlich schon gezeigt: Selbst ein stabiles Land wie Deutschland oder Frankreich kann Schuldenprobleme bekommen, wenn etwa Banken in die Schieflage geraten. Auch eine kleinere Währungsunion wäre dagegen nicht gefeit. Im Gegenteil: Die Gefahr wäre sogar höher, weil weniger Länder im Zweifel höhere Belastungen auffangen müssten.

3. Auch eine neue Währungsunion kann immer dem Problem der zwei Geschwindigkeiten unterliegen: Kein Land entwickelt sich wirklich identisch und auch eine Zentralbank, die etwa nur fünf Länder verwaltet, muss diese Unwägbarkeiten prüfen und gegensteuern.

4. Auch bleibt das Nationen-Problem bestehen, das für alle anderen Punkte gilt: Ohne eine Zentralregierung bleiben immer nationale Unterschiede in Rechtsprechung, Wirtschaftsgrundlagen und kulturellem Verständnis. Auch wenn etwa Frankreich und Deutschland in vielen Fragen sehr verbunden sind, so richtig verstehen will man sich trotzdem nicht immer. Gutes Beispiel Strauss-Kahn: Während hier die Empörung über eine mögliche Vergewaltigung sofort und grundsätzlich hoch ist, wenn diese – gerade von einem Amtsträger – begangen worden sein soll, hieß es in Frankreich lange „Stell dich nicht so an.“ Die Liste ließe sich beliebig mit allen Euro-Partnern fortsetzen.

5. Was für die kulturellen Nationen-Probleme gilt, gilt übrigens auch für die finanzielle Seite. Bestes Beispiel hier EADS: Während Deutschland für eine Reduzierung der Anteile am Unternehmen war, weigerte sich Frankreich strikt. Für Frankreich ist die Beteiligung Staatsräson, für Deutschland nicht. Und doch zieht jetzt auch Deutschland nach und kauft sich weiter ein. Bei so unterschiedlichen Ansichten im Kleinen darf man fragen: Wie soll das dann beim Euro sein und bleiben? Hier gilt: Egal ob 17 oder zwei Staaten: Es wird immer Probleme geben.

Diskussion eröffnet: Für und Wider einem neuen Euro

Die Punkte sind natürlich nur einzelne Überlegungen, die auch wieder Für und Wider haben werden. Aber im Kern geht es letztlich um folgenden Punkt: Das Problem sind nicht einzelne Schuldenstaaten, sondern das momentane Geld-System, in dem die ganze Euro-Zone agiert.

Es wird also nicht reichen, einige Staaten „rauszuwerfen“, vielmehr müsste man konstruktiv gemeinsam neue Regeln aufstellen und umsetzen.

Allerdings nicht halbherzig und als von der Wirtschaft getriebene Politiker, sondern als Souverän Europas. Das wäre die richtige und wichtige Aufgabe.

Alles andere ist und bleibt leider heiße Luft. Genau wie das oben geschilderte Gerücht.

10. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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