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EZB startet umstrittenen Kauf von Unternehmensanleihen

In dieser Handelswoche haben die Anleger das Thema „Brexit“ entdeckt.

Die Folge: Aktien wurden verkauft, sichere Häfen wie Staatsanleihen, Immobilien und Edelmetalle (Gold und Silber) gekauft.

Bis zur Brexit-Abstimmung könnte der Aktienmarkt unter Druck bleiben, doch in dieser Woche gab es ein Ereignis, das in den kommenden Monaten sehr viel Geld in den Aktienmarkt treiben könnte.

Und zwar wird die Europäische Zentralbank (EZB) einen weiteren Markt „austrocknen“ und dort die Renditen Richtung 0% drücken. Damit werden Aktien im Vergleich immer attraktiver.

Und darum geht es: Am Mittwoch dieser Woche hat die Europäische Zentralbank, wie angekündigt, mit dem umstrittenen Kauf von Unternehmens-Anleihen begonnen.

Damit hat die EZB einmal mehr klargemacht, dass ihr jedes Mittel recht ist, um gegen die niedrige Inflationsrate in der Eurozone anzukämpfen.

Es sickerte durch, dass die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken, die das „Corporate Sector Purchase Programm“ (CSPP) operativ mit umsetzen, zunächst Zinspapiere von Versorgern und Telekommunikations-Firmen erworben hat.

Weitere Details zu den Käufen von Unternehmens-Anleihen

Gemäß der Nachrichten-Agentur Reuters sollen Anleihen von Unternehmen wie dem französischen Energiedienstleister Engie, dem italienischen Versicherer Generali und dem spanischen Telekommunikations-Konzern Telefónica gekauft worden sein.

Das Volumen der einzelnen Transaktionen soll zwischen 3 und 5 Mio. € gelegen haben.


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Allerdings sind die Angaben (noch) nicht zwangsläufig korrekt. Der Grund: Welche Anleihen gekauft werden bzw. wurden und wie groß das jeweilige Volumen ausfällt, wird zunächst nicht offiziell bekannt gegeben.

Immerhin soll aber das Gesamt-Volumen der getätigten Anleihen-Käufe wöchentlich veröffentlicht und ab dem 18. Juli um eine Liste der konkret erworbenen Papiere ergänzt werden.

In beliebiger Höhe kann die EZB ohnehin nicht am Markt für Unternehmens-Anleihen agieren, da dieser Markt deutlich weniger liquide ist als der Markt für Staatsanleihen.

Soll heißen: Unternehmens-Anleihen werden deutlich weniger gehandelt als Staatsanleihen. Zudem hat die EZB im Vorfeld eine Reihe von Kriterien veröffentlicht, die zum Kauf berechtigte Anleihen erfüllen müssen.

Die Kaufkriterien der EZB

Eines der Kriterien ist, dass die Anleihen wenigstens über ein sogenanntes „Investment-Grade-Rating“ verfügen sollten.

Das bedeutet, dass der Emittent (also das Unternehmen, das die Anleihe begeben hat) in Sachen Bonität wenigstens bestimmte Mindestkriterien erfüllen muss.

Weiterhin müssen die Anleihen in Euro ausgegeben worden sein und es darf sich dabei nicht um sogenannte Nachrang-Anleihen handeln.

Das sind Anleihen, bei denen der Gläubiger (der Besitzer der Anleihe) im Falle von Zahlungs-Schwierigkeiten des Emittenten nachrangig bedient wird und somit Schuldner 2. Klasse ist.

Daneben muss es sich bei den Emittenten um „Non-Bank-Corporations“ handeln. Das bedeutet, dass die Emittenten keine Unternehmen sein dürfen, die als Kreditinstitut gelten.

Die Folgen für Anleger

Kommen wir jetzt noch zu den Folgen des EZB-Kaufprogramms von Unternehmens-Anleihen für Anleger:

Allein die Ankündigung der EZB, europäische Unternehmens-Anleihen zu kaufen, hat die Renditen der Papiere auf Talfahrt geschickt.

Für eine Siemens-Anleihe bekommen Sie zum Beispiel nur noch eine Rendite von unter 0,1%. Daher werden Investoren auf der Suche nach positiven Renditen in andere Anlageklassen gedrängt.

In den Fokus geraten dabei etwa Anleihen, die nicht Teil des Kaufprogramms der EZB sind. Das trifft auf Schuldner im Finanzsektor zu.

Auch Anleihen, die außerhalb des Euroraums emittiert werden oder nicht in Euro notieren, dürften stärker nachgefragt werden.

Eine Ausweichmöglichkeit könnten auch hochverzinsliche Anleihen sein, die neben höheren Renditen aber auch deutlich größere Risiken mit sich bringen.

Die Folgen dieser Verschiebungen: Auch die Renditen von Unternehmens-Anleihen, die nicht auf der EZB-Kaufliste stehen, werden sinken, da viele Anleger in diese Papier ausweichen werden.

Das bedeutet: Die Risiken zeigen sich nicht mehr in den Renditen. Es gibt keinen Ausgleich für die höheren Risiken.

Daher wäre es nur logisch, wenn einige Investoren diesem Markt den Rücken kehren und Aktien kaufen. Auch dort gibt es Risiken, aber im Gegenzug auch hohe Rendite-Chancen.

Fazit: Das neue Kaufprogramm der EZB drückt die Renditen am Markt für Unternehmens-Anleihen und treibt zukünftig weitere Investoren in den Aktienmarkt.

10. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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