Finanzamtstauglich: der elektronische Kontoauszug
Liebe Leserinnen, liebe Leser, immer mehr Banken gehen dazu über, ihren Kunden die Kontoauszüge gar nicht mehr zuzusenden. Zumindest nicht kostenfrei. Bisher konnten sich Filialkunden am so genannten Kontoauszugs-Drucker behelfen und sich die Kontoauszüge selbst ausdrucken. Online-Banken dagegen setzen jetzt verstärkt auf den elektronischen Kontoauszug. Diesen können Sie meist nach dem Einloggen in Ihrem Postfach abrufen. Vereinzelt ist auch eine Zustellung per E-Mail vorgesehen. Ich bin allerdings schon mehrfach gefragt worden, ob den auch das Finanzamt einen elektronsichen Kontoauszug in ausgedruckter Form akzeptiert.Das tut es in der Regel, und zwar seit März 2006. Damals gab es ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums, wonach die Finanzämter einen ausgedruckten Kontoauszug im PDF-Format anerkennen muss. Das gilt allerdings ausschließlich für nicht buchführungspflichtige Privatpersonen und nicht für Unternehmer und Freiberufler.Nur selten will das Finanzamt Ihre Kontoauszüge tatsächlich sehen. Sie müssen sie beispielsweise vorlegen, wenn Sie Spenden bis 200 Euro ohne Spendenbescheinigung nachweisen wollen. Ein Kontoauszug, aus dem die Überweisung oder Abbuchung hervorgeht, ist dann als Nachweis erlaubt. Ebenso ist ein Kontoauszug nötig, um etwa eine Handwerkerrechnung oder haushaltsnahe Dienstleistung zu belegen, die Sie von der Steuer absetzen wollen. Der Fiskus akzeptiert keine Barzahlung und verlangt zusammen mit der Rechnung als Beleg einen Kontoauszug. Beides müssen Sie aber nur auf Nachfrage liefern.Ich empfehle Ihnen: Wenn Sie sich die Kontoauszüge nicht in Papierform zusenden lassen und sie auch nicht selbst am Kontoauszugsdrucker abholen, drucken Sie Ihre elektronischen Auszüge zeitnah aus und heften Sie sie ab. Denn nicht jede Bank stellt sie zeitlich unbegrenzt zur Verfügung. Und sollten Sie je einmal nach Jahren einen alten Kontoauszug von einem Online-Konto brauchen, ist es doch besser, Sie können in Papierform darauf zugreifen.Herzlichst
Ihr

Dr. Erhard Liemen,
Chefredakteur von:
“Bankkunden – vertraulich”
“Der Deutsche Wirtschaftsbrief”



