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Finanzdienstleister profitieren vom Börsenboom

Von Krisenangst ist nichts mehr zu spüren. Die geopolitischen Unruhen werden von den Anlegern mittlerweile als beständig eingestuft.

Das treibt die Börsenkurse in die Höhe. Hinzu kommt, dass die Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld fluten. Um der Inflation zu entkommen, führt kein Weg am Aktienmarkt vorbei.

Doch die Wenigsten kennen sich wirklich mit der Börse aus und sind deshalb überfordert. Das machen sich die Finanzdienstleister zunutze und kassieren bei den Beratungsgebühren ordentlich ab.

Goldman Sachs hat ein starkes Geschäftsjahr hinter sich. Allerdings hätten die Ergebnisse noch deutlich besser ausfallen können, denn im Schlussquartal traten einige operative Schwierigkeiten auf.


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Der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen ging deutlich zurück. Der Umsatz in diesem Geschäftsbericht brach um fast ein Drittel ein. Das schlug sich auch zwangsläufig in der Gewinnentwicklung nieder. Mit einem Jahresplus von 2% kann Goldman Sachs aber im Branchenvergleich durchaus zufrieden sein.

Strafzahlungen nehmen utopische Summen an

Allerdings drohen Goldman Sachs schon wieder weitere Strafzahlungen in Millionenhöhe. In der Sache geht es immer noch um die dubiosen Wertpapier- und Hypotheken-Deals vor und während der Finanzkrise.

Goldman Sachs soll neben Morgan Stanley die Risiken bei der Herausgabe von Wertpapieren und Darlehen absichtlich verschwiegen oder verschleiert haben. Damit wurden Finanzprodukte an Schuldner herausgegeben, die überhaupt nicht zahlungsfähig waren.

Im Ergebnis geht die Börsenaufsicht SEC und das US-Justizministerium davon aus, dass sowohl Goldman Sachs als auch Morgan Stanley die Finanzkrise mitverursacht haben. Goldman Sachs kommt bei den Strafzahlungen besser weg als sein Konkurrent. Morgan Stanley droht eine Strafe von satten 2,6 Mrd $, Goldman Sachs soll dagegen nur 238 Mio $ zahlen.

Bei den Strafen handelt es sich um einen juristischen Vergleich zwischen den beiden staatlich geführten Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Goldman Sachs und Morgan Stanley entkommen damit dem harten Urteil der US-Richter.

Neue Technik macht die Geschäfte noch dynamischer

Vor Strafzahlungen brauchen sich die beiden größten Kreditkartenanbieter MasterCard und VISA Inc. nicht zu fürchten. Im Gegenteil, denn 2014 konnten beide Konzerne sehr gute Umsatz- und Gewinnsteigerungen verbuchen.

Die gestiegene Kauflaune und das billige Geld treiben die Verbraucher in die Geschäfte. Dabei werden Kreditkarten als Zahlungsmittel immer beliebter. Allerdings soll die Kreditkarte schon bald abgeschafft werden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

MasterCard und VISA investieren in die Nahfunk-Technologie (NFC). Mit dieser Technik können die Bezahlvorgänge mit dem Smartphone abgeschlossen werden. Dazu wurde jeweils eine Kooperation mit Apple eingegangen. Allerdings hat Apple schon sein eigenes Apple Pay-System entwickelt.

Welches System sich am Ende durchsetzen wird, ist ungewiss. Das Bezahlen mit dem Handy ist in einigen Supermärkten und Flughäfen bereits möglich. Wir gehen davon aus, dass sich dieses System langfristig durchsetzen wird. Dann müssen VISA und MasterCard nur noch die neuen Marktanteile unter sich verteilen.

Wer bei Technik und Partnerschaft nur eine Nasenlänge voraus ist, kann unter Umständen dem Konkurrenten wichtige Marktanteile streitig machen. Wir sind gespannt.

27. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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