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Finger weg von deutschen 50-Cent-Aktien

An der Börse wird die Zukunft eines Unternehmens gehandelt. So ein weit verbreitetes und geflügeltes Wort.

Für die Zukunft der meisten Aktien sind Anleger bereit, das x-fache des aktuellen Jahresgewinns zu bezahlen. Oder auch mal das x-fache des Jahres-Umsatzes.

Man mag Anhänger solcher Bewertungsmodelle zur exakten Preisfindung sein oder nicht, im Falle positiver Ertragszahlen machen solche Berechnungsmethoden durchaus einen Sinn.

Doch manchmal treibt der Handel mit der Zukunft auch seltsame Blüten. Dann nämlich, wenn die Vernunft, die vernünftige Sicht und Bewertung eines Unternehmens, aussetzt und Gier und Hoffnung ins Spiel  kommen.

Denn Gier und Hoffnung müssen es sein, die Spekulanten (Nein, es sind keine Anleger), immer wieder aufs Neue in Aktien wie die der Praktiker AG und in die der SolarWorld AG hineinziehen.

Mehr Hoffnung als Substanz

Beide Unternehmen machen riesige Verluste, ihre Aktien notieren seit Wochen deutlich unter ihrem Nennwert von 1,00 € und  drücken damit aus, wie es um die Zukunft bestellt ist.

Wenig Substanz und ganz viel Hoffnung, so der Eindruck, den man bekommt, wenn man sich mit dem derzeitigen Geschäftsverlauf beschäftigt.

Bei SolarWorld hofft man auf die Zustimmung der Alt-Aktionäre und Banken zum vorgelegten Sanierungsplan und die anschließende Kapitalerhöhung.

Und bei Praktiker hoffen alle auf den Turnaround. Der schon seit Jahren auf sich warten lässt.

Was passiert, wenn die bisherigen Aktionäre des Wartens und Hoffens überdrüssig werden, sehen wir diese Tage.

Am Dienstag unterschritt der Kurs der Praktiker-Aktie erstmals den Wert von 0,50 € und setzte damit einen traurigen Tiefpunkt.


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Denn noch vor 6 Jahren im Allzeit-Hoch kostete eine Aktie stolze 32,30 €. Bevor dann der Abstieg begann. Praktiker wurde zum Sanierungsfall, Millionenverluste liefen auf, das Management bekommt den Umsatzschwund nicht in den Griff.

Schwindende Umsätze sind auch bei der SolarWorld AG dafür verantwortlich, dass das Geschäft nicht mehr rund läuft.

Jammern hilft nicht

Der Vorstandsvorsitzende Frank Asbeck schiebt es gerne auf das Versiegen der staatlich garantierten Einspeisevergütungen, den Preisdruck durch Dumpingpreise chinesischer Wettbewerber und vieles andere mehr, doch sind wir mal ehrlich:

Jeder von uns muss im beruflichen Alltag sehen, wie er sich behauptet. Und zwar ohne staatliche Hilfe, Unterstützung und Förderung.

Doch trotz allen Jammern, aller Anstrengungen und aller Initiativen, die SolarWorld anschob, geholfen hat es nicht, auch nicht dem Aktienkurs.

Der Absturz erinnert an die Zeiten des Neuen Marktes im Jahr 2000, der Kurs sank von seinem Allzeit-Hoch in 2007 bei 45,11 € auf einen Kurs von 0,38 € heute Morgen (11.00 Uhr).

Günstige Einstiegskurse, oder?

Wer an eine Zukunft von Praktiker oder SolarWorld glaubt, steigt zu den aktuellen Cent-Beträgen ein und wartet, was mit seinem Geld passiert.

Und freut sich als gläubiger Aktionär dann, wenn, wie heute Morgen (11.00 Uhr) die Praktiker-Aktie um 2,3 Cent oder gar 4,65% steigt. Ist das jetzt der Turnaround? Werde ich jetzt reich?

Diese Überlegung haben sicherlich auch die Aktionäre der SolarWorld AG letzten Freitag angestellt. Als die Aktie  vom Donnerstag-Tief um mehr als 10% nach oben schoss.

Doch seit Anfang der Woche wissen Sie, die Hoffnung war vergebens. Denn mit einem Rückgang von -40,00%, davon alleine heute Morgen -22,00%, sinkt der Kurs weiter ab.

Vergebens gehofft, so der Spruch, den engagierte Aktionäre nicht gerne hören werden.

Denn soeben (11.40 Uhr) sehe, ich dass auch Praktiker wieder fällt. Und damit den 14. Tag in Folge eine negative Kursentwicklung zeigt.

Was aber nicht wirklich verwunderlich ist. Denn seinen wir einmal ehrlich: Ein einfacher Blick auf den Point&Figure-Chart und die Anwendung meiner Börsensoftware hätte genügt, um zu sehen, dass Käufe in Praktiker und SolarWorld nun wirklich keinen Sinn machen.

Denn werfen wir einen Blick auf die Charts sehen wir es sofort, beide Werte notieren in klaren, deutlichen Point&Figure-Verkaufssignalen (jeweils die roten Kreise).

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(anklicken zum Vergrößern)

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(anklicken zum Vergrößern)

Und beiden Aktien ist auch das Kursziel der Verkaufssignale gemein, es lautet auf gnadenlose NULL EURO.

Was ich daraus nun folgere? Sparen Sie sich ihre Euro, tun Sie sich den Stress des Hoffens und Bangens nicht an. Kaufen Sie keine Aktien von Praktiker oder SolarWorld.

Jedenfalls nicht jetzt und nicht heute. Wenn, warten Sie ab. Gelingt den beiden Wackelkandidaten tatsächlich der Turnaround, werden wir als Point&Figure-Trader das rechtzeitig genug mitbekommen.

Nämlich durch ein neues Point&Figure-Kaufsignal. Dann, und erst dann, denke ich für die Leser des Point&Figure-Trader nach, ob sich ein Investment, und keine Spekulation, lohnen könnte.

27. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.