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Franken-Aufwertung in der Schweiz: Die Gewinner

Zum ersten Mal seit der Gründung im Jahr 1988 notiert der DAX deutlich über der 10.000-Punkte-Marke. Der deutsche Leitindex hat bereits im Jahr 2014 mehrfach die runde Marke knapp übersprungen, doch hat es nie gereicht, diese „psychologische Hürde“ nachhaltig zu überwinden.

Das sieht aktuell besser aus: Heute konnte der DAX erneut zulegen und kletterte auf 10.242 Punkte. Wird dieses Kursniveau einige Tage gehalten, ist der Weg nach oben frei. Mein DAX-Jahreskursziel, das ich Anfang Januar veröffentlicht habe, liegt bei 11.000 Punkten.

Ausgangsbasis für diese DAX-Prognose ist ein Wachstum der Weltwirtschaft in der Bandbreite von 3,00 bis 3,50%. Seit einigen Wochen kommen 2 zusätzliche Kurstreiber hinzu:

Der schwache Euro (stärkt die deutsche Exportwirtschaft) und der niedrige Ölpreis (drückt die Rohstoffkosten und steigert den heimischen Konsum). Seit Donnerstag gibt es einen weiteren Kurstreiber: Die radikale Aufwertung der Schweizer Währung.

In der heutigen „Schlussgong-Ausgabe“ werde ich Ihnen die Gewinner der Franken-Aufwertung nennen. Morgen folgt eine Analyse der möglichen Verlierer.

Schweiz profitiert langfristig

Für die meisten Schweizer war die radikale Franken-Aufwertung ein Schock. In der Schweiz gibt es aktuell nach der Aufwertung deutlich mehr Verlierer (Export-Unternehmen, Tourismus) als Gewinner.


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Zu den Gewinnern in der Schweiz gehören die Konsumenten, die ihr Einkommen in Franken erhalten und gleichzeitig günstig in den Nachbarländern einkaufen können. Gewinner sind auch die Importunternehmen, da sie für ihre Franken mehr Waren als vorher erhalten.

Die größeren Vorteile werden sich jedoch erst längerfristig bemerkbar machen. Die Schweizer Notenbank hat die Bindung der eigenen Währung an den Eurokurs teuer bezahlt.

Wie vor einer Woche hier im „Schlussgong“ geschrieben, hat die Notenbank massenhaft Franken verkauft und im Gegenzug Euro gekauft. Die Folge: Die Bilanzsumme der Bank ist kräftig gestiegen – und damit auch die Risiken.

Die weitere Aufblähung der Notenbankbilanz wurde mit der Freigabe des Wechselkurses gestoppt. Die Notenbank kann jetzt die Bilanzsumme langsam reduzieren.

Damit sinkt für den Schweizer Steuerzahler das Risiko, dass irgendwann die Notenbank „platzt“. Ohne Freigabe des Wechselkurses wäre dieses Risiko Tag für Tag größer geworden. Die Schweizer können daher seit Donnerstag etwas ruhiger schlafen.

Ein anderer Punkt, der langfristig wirkt, wird oft unterschätzt: Eine starke Währung zwingt Unternehmen dazu, innovativ zu sein und erstklassige Produkte anzubieten. Der Grund: Wenn die Waren währungsbedingt teuer sind, muss ich meine Kunden mit neuen Produkten und Top-Qualität überzeugen.

So ist es kein Zufall, dass Unternehmen aus Hartwährungsländern oft einen besonders guten Ruf haben. Nach dem 2. Weltkrieg haben die Unternehmen aus der Schweiz und auch aus Deutschland über Jahrzehnte sehr gut mit den starken Währungen Franken und D-Mark gelebt.

Der Aufwertungsdruck hält die Unternehmen fit. Daher bin ich – zumindest mittel- und langfristig – durchaus positiv eingestellt, wenn ich die börsennotierten Schweizer Unternehmen betrachte.

Kurzfristig ist Deutschland der größte Gewinner

Während ich für Schweizer Unternehmen nach dem ersten Umstellungs-Schock durchaus Chancen sehe, profitieren in naher Zukunft speziell die Nachbarunternehmen aus Deutschland.

Das sehen auch die internationalen Investoren so, die Schweizer Aktien verkauft und deutsche Aktien gekauft haben. Ohne den Überraschungsfaktor Schweiz würde der DAX mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch mit der 10.000-Punkte-Marke kämpfen.

Die Vorteile fangen schon bei der Urlaubsplanung an. Viele Schweizer Ferienorte sind jetzt – aus Sicht der Touristen – zu teuer geworden. Sie werden in andere Länder ausweichen. Die Skigebiete in Österreich, Italien und Deutschland werden sich jeweils ein großes Stück vom Kuchen sichern.

In anderen Branchen wird Deutschland noch ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen. Der Grund: Die deutsche Wirtschaft ist in vielen Branchen sehr gut aufgestellt, in denen auch die Schweizer mitmischen. Denken Sie an Branchen wie Maschinenbau, Anlagenbau und Chemie.

So hat zum Beispiel Nick Hayek, der Chef des weltweit größten Uhrenherstellers Swatch, angekündigt, verstärkt Maschinen im Ausland zu kaufen. Mit dem starken Franken kann Swatch günstig Maschinen in Deutschland einkaufen. So wollen Swatch und Co. die hohen Gewinnmargen verteidigen.

Daher mein abschließender Tipp: Prüfen Sie, welche Schweizer Unternehmen starke Konkurrenten im Ausland haben. Speziell die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer könnten in den nächsten Wochen und Monaten zusätzliche Aufträge aus der Schweiz erhalten. Das wird auch die Aktienkurse beflügeln.

19. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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