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Frankreich will Dividenden-Zahler bestrafen

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute erneut zulegen.

Mit 6.392 Punkten schloss der DAX nur knapp unter der Marke von 6.400 Punkten.

Spannend bleibt es auch nach dem Schlussgong. Die US-Notenbank Fed wird die Zins-Entscheidung verkünden. Offen ist, ob die Fed schon heute auf das zinspolitische Gaspedal drückt, oder ob die Notenbank im Juli oder August zuschlägt.

Es geht dabei nicht mehr um die Frage, ob die Fed die Konjunktur ankurbeln will, sondern nur noch darum, wann dieser Schritt auch offiziell verkündet wird.

Wahlversprechen müssen eingelöst werden

Während die Investoren auf Rückenwind aus den USA hoffen, sorgt die neue Regierung in Frankreich für Gegenwind.

Nach den Wahlerfolgen müssen jetzt einige Versprechen aus dem Wahlkampf verwirklicht werden, damit die Wähler nicht sofort enttäuscht sind.

Da der finanzielle Spielraum auch in Frankreich eng ist, wird es in den meisten Fällen um Reformen mit hoher Symbolkraft gehen, die nicht viel kosten, oder aber die die Staatskasse füllen sollen.

So ist eine kleine Rentenreform in Arbeit. Wenigstens einige Franzosen, die bestimmte Kriterien erfüllen, sollen früher in Rente gehen können.

Der Staat will die Unternehmen erziehen

Die französische Zeitung „Les Echos“ meldet, dass auch eine Art Strafsteuer auf Dividendenausschüttungen geplant ist. 3% der Ausschüttungssumme will der Staat zukünftig kassieren.


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Offizielle Begründung soll nicht die leere Staatskasse sein, sondern eine Lenkungsfunktion. Der Staat will die Unternehmen dazu erziehen, die Gewinne im Unternehmen zu investieren und nicht an die Besitzer (Aktionäre) auszuschütten.

Der Staat glaubt also besser zu wissen, wie man Geld anlegen muss. Wenn man sich auf der einen Seite die prall gefüllten Firmenkassen und auf der anderen Seite die leeren Staatskassen anschaut, gewinnt man eine Vorstellung, wer in der Vergangenheit besser mit dem Geld umgehen konnte.

Traurig ist auch, dass die neue Regierung offenbar wenig von Aktien, Kursgewinnen und Dividenden versteht.

Dividenden: Die unterschätzten Rendite-Bringer

Warum kaufen Sie Aktien? Wegen einer möglichen Kurssteigerung in Zukunft, werden Sie jetzt womöglich antworten. Ein Kursgewinn ist bei soliden Titeln zwar wahrscheinlich, aber wenig berechenbar. Die allgemeine Börsenstimmung muss dann auch mitspielen.

Weit besser prognostizierbar und damit verlässlicher sind die laufenden Ausschüttungen der börsennotierten Aktiengesellschaften, die so genannten Dividenden.

Dividenden sind der eigentliche Grund, warum Aktionäre früher Aktien gekauft haben: Die Käufer der Unternehmensanteile (Aktien) wollten ihren Anteil an den laufenden Gewinnen des betreffenden Unternehmens. Eine mögliche Kurssteigerung als Kaufgrund ist erst später als Kauf-Motiv hinzugekommen.

Im langfristigen Vergleich werfen Aktien pro Jahr rund 8% Gewinn ab. 50% stammen aus den Kursgewinnen, 50% aus den Dividendenausschüttungen. Zuverlässige Dividendenzahler benötigen daher nur kleine Kursgewinne, um das Ziel zu erreichen.

Kapitalmarkt als Melkkuh

Viele Politiker glauben: Die Investoren und Unternehmen (Banken) haben die Finanzkrise verursacht, jetzt sollen sie dafür zahlen. Der Kapitalmarkt wird zur neuen Melkkuh.

Anleger, die auf hohe Dividendenerträge setzen, sind aber mit Sicherheit nicht die großen „Zocker“. Im Gegenteil. Genau das sind in der Regel die treuen Aktionäre, die Aktien sehr lange halten und sich Jahr für Jahr auf die Dividendenzahlung freuen.

Genau diese Gruppe soll in Frankreich zukünftig mehrfach belastet werden. Zum einen müssen die Unternehmen Steuern zahlen und können nur einen Teil des Nachsteuergewinns an die Aktionäre auszahlen.

Zum anderen müssen die Aktionäre diese Ausschüttung, die bereits aus dem Nachsteuergewinn stammt, noch einmal versteuern.

Und jetzt neu soll in Frankreich zusätzlich eine Dividenden-Straf-Steuer eingeführt werden. Die konservativsten Aktien-Anleger werden doppelt und dreifach bestraft.

Der Staat kann nicht pauschal entscheiden

Der gedankliche Ansatz der französischen Regierung ist teilweise verständlich. Einige Unternehmen haben zu viel Geld ausgeschüttet und zu wenig Kapital investiert. Denken Sie zum Beispiel an viele europäische Telekom-Unternehmen.

In der Telekom-Branche gab es eine Art „Wettrüsten“, wer die höchste Dividenden-Rendite bietet. Zum Teil übertrafen die Ausschüttungen sogar den Jahresgewinn. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.

Die Unternehmen brauchen auch Geld für Investitionen. Wer nicht investiert, verliert den Anschluss und muss irgendwann Kosten senken (Mitarbeiter entlassen).

Dieses Problem trifft aber nur relativ wenige Unternehmen. Bei 80 bis 90% der Unternehmen sind die Ausschüttungs-Quoten angemessen. Oft ist es so, dass 25 bis 50% des Gewinns ausgeschüttet werden. Dagegen lässt sich nichts sagen. Diese Unternehmen dürfen mit der neuen Steuer nicht bestraft werden. 

Es geht aber noch weiter: Auch wenn ein Unternehmen 80 oder sogar 90% des Gewinns ausschüttet, muss das kein Fehler sein. Denken Sie an die vielen schuldenfreien Unternehmen, die es gibt.

Wenn genug Geld für Investitionen vorhanden ist, kann in „fetten“ Jahren auch der ganze Jahresgewinn ausgeschüttet werden.

Fazit: Konservative Unternehmen, die brav eine Dividende ausschütten, sind sicherlich nicht die Verursacher der Schuldenkrise. Der (französische) Staat soll sich eine andere Melkkuh suchen.

20. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.