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Für 2,6 Mrd. Euro: Captain Iglo wechselt den Arbeitgeber

Zu Wochenbeginn wurden in Europa und Nordamerika wieder einmal mehrere Milliarden-Deals bekannt gegeben. Am interessantesten dürfte für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum die Übernahme des Tiefkühlkost-Herstellers Iglo sein.

Das nicht börsennotierte Unternehmen, bei Kindern dank der Werbe-Figur Captain Iglo für seine Fischstäbchen bekannt, wird für 2,6 Mrd. Euro an die amerikanische Investmentgesellschaft Nomad verkauft.

Nachdem es mehrere Monate keine Milliarden-Deals innerhalb der Finanz-Investorbranche gab, scheint es jetzt wieder weiter zugehen. Gerüchteweise sind noch mehrere andere Eigentümerwechsel in Arbeit.


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Premira wollte Iglo schon 2012 verkaufen

Verkäufer Premira hat jetzt mit dem zweiten Versuch Kasse gemacht. Der Iglo-Eigentümer wollte den Tiefkühlkost-Konzern bereits vor 3 Jahren loswerden. Bei dem damaligen Verkaufsprozess zeigte sich jedoch kein Käufer bereit, den geforderten Preis von mindestens 2,8 Mrd. Euro zu zahlen.

Das jetzige Angebot liegt auch unter der damaligen Forderung. Premira hatte sich allerdings im Zuge einer Rekapitalisierung einen dreistelligen Mio-Betrag gegönnt und kleinere Produktlinien verkauft.

Für den Finanzinvestor hat sich der Iglo-Kauf von Unilever im Jahr 2006 mehr als gelohnt. Unterm Strich kassiert Premira das 2,4fache des eingesetzten Kapitals.

Günstige Übernahme als Basis für weitere Deals

Der Zukauf läutet für Iglo eine neue Ära ein. Finanzinvetstor Nomad bezeichnet Europas Tiefkühlkönig (30% Marktanteil) als Ausgangspunkt eines noch zu entstehenden Nahrungsmittelkonzerns.

Das bedeutet, dass weitere Deals folgen werden. Der nächste Schritt ist jedoch zunächst die Umbenennung in Nomad Foods nebst eines Börsengangs. Anschließend will Nomad Foods ein aktiver Konsolidierer in einem fragmentierten Markt sein.

Nomad hat für Iglo einen Übernahme-Multiplikator von 8,5 (EBITDA) gezahlt, während bei der Pinnacle-Übernahme ein Multiplikator von 13 gezahlt wurde. Es könnte daher angenommen werden, dass der Deal ein absolutes Schnäppchen ist.

Der Geschäftsschwerpunkt von Iglo liegt allerdings in Großbritannien und Deutschland – und in den beiden Kernmärkten verschärft sich der Wettbewerb. Dennoch: Als Ausgangspunkt für einen großen europäischen Nahrungsmittel-Konzern ist Iglo nicht zu teuer gewesen.

20. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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