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Fundamentalanalyse: Die wichtigsten Kennzahlen in unsicheren Zeiten

Wer an der Börse nicht einfach herumzocken will, sondern sein Vermögen mit System investieren möchte, tut gut daran, sich seine Anlage-Entscheidungen gut zu überlegen. 2 sehr unterschiedliche Bewertungsmethoden werden dabei häufig als Auswahlmethode eingesetzt:

  • die Charttechnik und

  • die Fundamentalanalyse.

Bei der Charttechnik spielen Kennzahlen keine Rolle, sondern Psychologie, Erfahrungsmuster und ein bestimmtes Marktverständnis.

Die Fundamentalanalyse betrachtet ausschließlich die Kennzahlen

Die Überlegung, wie der Chart verläuft, ist bei der Fundamentalanalyse unerheblich. Hier werden – unabhängig vom Geschehen an den Börsen – allein die Kennzahlen dort gehandelter Unternehmen betrachtet. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Unternehmenszahlen rechtfertigen einen Kauf einer Aktie?

  • Welche sprechen für einen Verkauf?

  • Wann ist ein Unternehmen unterbewertet, also möglicherweise ein Schnäppchen?

  • Wann ist es überbewertet und sollte abgestoßen werden, weil das Kurspotenzial ausgereizt ist?

Diese Fragen lassen sich in der Regel beantworten, wenn Sie den Börsenkurs in Relation setzen zu dem, was Sie an aktuellen Unternehmenszahlen kennen oder für die Zukunft vorhersagen können.

Viele Unternehmenszahlen gehen aus dem Jahresbericht, der Bilanz und den Quartalsberichten hervor, die die börsennotierten Unternehmen regelmäßig veröffentlichen. Prognosen für zukünftige Zahlen finden Sie oft in Bankanalysen zu den einzelnen Unternehmen oder im Lagebericht der Unternehmen selbst.

Beachten Sie: Da Sie vorab nicht wissen, ob der Bankanalyst objektiv geurteilt hat oder gewisse Geschäftszwecke verfolgt, sollten Sie niemals Bankanalysen ungeprüft 1:1 übernehmen.

Ein Beispiel: Weit unter 10% der Bankanalysen bewerten eine Aktie negativ. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Anzahl der „Verlierer-Aktien“ deutlich über 10% liegt. Bankanalysen sind daher im Durchschnitt zu optimistisch.

Wer die Kennzahlen betrachtet – also Fundamentalanalyse betreibt – geht davon aus, dass die Aktienkurse jedes börsennotierten Unternehmens trotz kurzfristiger Schwankungen langfristig einen fairen Wert erreichen. Denn es ist unwahrscheinlich, dass ein unterbewertetes Unternehmen lange unentdeckt bleibt.

Auf längere Sicht zahlt der Markt erfahrungsgemäß einen angemessenen Preis für das, was in einem Unternehmen an Substanz vorhanden ist.

Den Aktienkurs eines Unternehmens können Sie mit einem Pendel vergleichen. Das Pendel schwingt nach links und nach rechts, kehrt aber immer wieder zum Ausgangspunkt zurück.

So ist es auch bei Aktienkursen: Mal ist die Aktie zu teuer, mal ist die Aktie zu günstig, der Kurs wird aber immer wieder zum angemessenen Kursniveau zurückkehren.

Wenn Sie anhand der fundamentalen Bewertungskennzahlen den angemessenen Kurs ermittelt haben, finden Sie günstige Kauf-Kurse, günstige Verkaufs-Kurse und können kurzfristige Schocks ohne Panik aussitzen, weil Sie wissen, dass der Kurs in der nächsten Ruhephase wieder zum fairen Wert zurückkehren wird.

Bei Langfrist-Investments sollten Sie stets auf die Kennzahlen achten

Bei Langfrist-Investments ist die Fundamentalanalyse der Charttechnik weit überlegen. Börsenlegenden wie der US-amerikanische Value-Investor Warren Buffett orientieren sich bei ihren Anlage-Entscheidungen ausschließlich an Unternehmensdaten und Kennzahlen. Kurzfristige Kursschwankungen sind ihm und seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway egal.

Die von Buffett seit den 60er-Jahren erreichte jährliche Durchschnittsrendite von über 20% konnte bisher von keinem charttechnisch orientierten Anleger dauerhaft übertroffen werden.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick, auf welche Zahlen Sie achten sollten. Schwerpunkt dieses Beitrags bilden dabei die oft zu wenig beachteten Kennzahlen KUV (KursUmsatz-Verhältnis) und KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis).

Es ist aber ratsam, nie nur eine Kennzahl allein zu betrachten, sondern stets mehrere für Ihre Kaufentscheidung heranzuziehen. Je mehr Kennzahlen eine Unterbewertung anzeigen, desto klarer wird die Anlageentscheidung.


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Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Der Klassiker, der aber derzeit nicht unbedingt hilfreich ist

Eine der wichtigsten Kennzahlen in der Fundamentalanalyse ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV.

Berechnung und Interpretation

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich sehr einfach berechnen, indem Sie den aktuellen Kurs ins Verhältnis zum Gewinn setzen. Die Rechenformel dafür lautet:

KGVoder
AktienkursMarktkapitalisierung
//
Gewinn pro AktieGewinn

Im Allgemeinen gilt: Unternehmen mit einem KGV von weniger als 10 bis 12 gelten als günstig bewertet. Denn hier müssten Sie – wenn Sie auch in Zukunft von gleich bleibenden Gewinnen ausgehen – als Aktionär maximal 10 bis 12 Jahre warten, bevor sie das investierte Geld schon durch die Wertsteigerung des Unternehmens beziehungsweise durch die ausgezahlten Dividenden wieder erwirtschaftet hätten.

Stärken und Schwächen des KGV

Der Vorteil des KGV ist: Es ist leicht zu ermitteln und ebenso leicht zu verstehen. Es macht Unternehmen innerhalb einer Branche oder auch branchenübergreifend vergleichbar.

Allerdings hat das KGV auch seine Tücken. Denn absolut zuverlässig lässt es sich nur im Nachhinein ermitteln, nämlich dann, wenn der Unternehmensgewinn bereits feststeht. Die Ermittlung des KGV für zukünftige Jahre ist schwieriger, denn Sie sind auf Gewinnschätzungen angewiesen.

Genau hier liegt die Crux: In einem stabilen konjunkturellen Umfeld mögen sich die künftigen Gewinne noch halbwegs zutreffend prognostizieren lassen. Dagegen können die tatsächlichen Gewinne gravierend von den Prognosen abweichen, wenn – wie etwa derzeit – nicht klar ist,

  • ob der Konjunkturmotor weiterhin brummen wird oder ob, ausgehend von den USA, doch noch eine Rezession zu erwarten ist,

  • ob einzelne Unternehmen oder ganze Branchen (z. B. die Finanzbranche) im Zuge der US-Immobilienkrise ihre Gewinnprognosen korrigieren müssen.

Fazit

In einem guten, stabilen Marktumfeld ist das KGV eine hervorragende Kennzahl zur Beurteilung von Aktien. In Schwächephasen und Zeiten konjunktureller Unsicherheit dagegen bietet es Ihnen wenig Orientierung, weil eine zuverlässige Gewinnschätzung bei vielen Unternehmen nicht möglich ist.

Derzeit sollten Sie sich nicht allzu sehr auf die Aussagekraft des Kurs-Gewinn-Verhältnisses verlassen.

Dividendenrendite: Wichtige Ertragskennzahl, die aber auf Schätzungen beruht

Wie gut verzinst sich eine Anlage? Diese Frage stellen wir uns bei Tages- und Festgeldkonten, Anleihen, Bundesschatzbriefen etc. ganz automatisch. Man kann sie auch auf Aktien anwenden und die Ausschüttungen so betrachten, als wären es Zinszahlungen. Was dabei herauskommt, ist die Dividendenrendite.

Berechnung und Interpretation

Die Dividendenrendite einer Aktie berechnen Sie nach folgender Formel:

Dividendenrendite (in %)= gezahlte bzw. erwartete Dividende/ Aktienkurs x100

Dabei gilt ganz simpel: Je höher die Dividendenrendite, desto besser. Denn das ist gewissermaßen die Verzinsung des Kapitals, das Sie zum Kauf einer Aktie eingesetzt haben. Üblich sind Dividendenrenditen von 1,5 bis 5%. Was darüber hinausgeht, gilt schon als ungewöhnlich hoch, kommt aber durchaus vor.

Stärken und Schwächen der Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl, die sich leicht berechnen und intuitiv erfassen lässt. Schließlich ist uns die prozentuale Angabe der Wertsteigerung vertraut, wir ziehen sie ja ständig zum Vergleich verschiedener Geldanlagen heran.

Allerdings ist die Höhe der Dividende oft fraglich: Sie wird von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen, von der Hauptversammlung beschlossen.

Meist werden 30 bis 50% des Unternehmensgewinns als Dividende ausgeschüttet, der Rest wird investiert oder gespart. Es gibt aber auch Beispiele – wie etwa die Deutsche Telekom in diesem Jahr oder TUI in der Vergangenheit – die wesentlich mehr ausschütten, als sie erwirtschaften.

Hier sind wir schon bei der ersten Schwäche der Kennzahl Dividendenrendite angekommen: Sie sagt nichts über die künftige Ertragssituation der Unternehmen aus.

Die zweite Schwäche ist identisch wie beim KGV: die Unsicherheit, mit der Gewinnprognosen behaftet sind. Denn in der Regel schütten vor allem die Unternehmen Dividenden aus, die hohe Gewinne erwirtschaften.

Wie auch das KGV lässt sich daher die Dividendenrendite zuverlässig nur im Nachhinein ermitteln. Prognosen über eine künftige Dividendenrendite sind daher außerhalb der Ausschüttungssaison schwierig. Sinkt der Jahresgewinn, wird voraussichtlich auch die Dividende gekürzt.

Fazit

Auch wenn viele Unternehmen in diesem Jahr eine ausgezeichnete Dividendenrendite bieten, müssen Sie die Prognosen für zukünftige Jahre mit einem Fragezeichen versehen. Wie sich die Konjunktur – und damit auch die Gewinne der Unternehmen – entwickelt, ist derzeit noch nicht absehbar.

Daher gilt: Dividendenrenditen sind normalerweise ein gutes Instrument zur Beurteilung der Rentabilität einer Anlage.

Es gibt wohl kaum einen Faktor, der bei der Aktienauswahl so stark unterschätzt wird. Langfristige Untersuchungen zeigen: 50% der Aktien-Performance stammen von der Dividende. Dennoch: Im Moment sollten Sie Ihre Anlageentscheidungen von Kennzahlen abhängig machen, die nicht direkt vom unsicheren Gewinn abgeleitet werden.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV): Eine viel zu wenig beachtete Kennzahl

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) hat den Vorteil, dass es sich unabhängig vom Gewinn ermitteln lässt.

Berechnung und Interpretation

Die Rechenformel zur Ermittlung des Kurs-Umsatz-Verhältnisses lautet:

KUVoder
MarktkapitalisierungAktienkurs
//
UmsatzUmsatz pro Aktie

Die „Marktkapitalisierung“ ist der Börsenwert eines Unternehmens (Anzahl der Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs). Als Faustformel gilt: Je niedriger das KUV, desto günstiger kaufen Sie eine Aktie ein.

Stärken und Schwächen des KUV

Die große Stärke des KUV ist seine Unabhängigkeit davon, ob das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet oder nicht.

Allerdings liegt genau hierin auch die Schwäche: Langfristig muss ein Unternehmen Gewinne erzielen, damit Sie als Anleger daran Geld verdienen. Ein hoher Umsatz bzw. ein niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis sagt nichts darüber aus, ob eine AG dauerhaft rentabel wirtschaftet.

Fazit

Das KUV ein gutes Mittel zur Aktienauswahl, wenn ein Unternehmen (noch) keine Gewinne macht oder wenn Gewinnschätzungen schwierig sind.

Allerdings sollten Sie diese Kennzahl niemals allein heranziehen, sondern immer KBV und, wenn möglich, KGV mit betrachten, um zu einer fundierten Einschätzung zu kommen. Meine Aktienempfehlung mit einem günstigen KUV finden Sie auf Seite F 80/014.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): So finden Sie verborgene Schätze unter den Aktien

Unabhängig davon, welchen Gewinn oder Umsatz ein Unternehmen macht, können Sie auch einfach analysieren, was die Substanz wert ist.

Welche Gebäude, Produktionsanlagen, Maschinen, Fahrzeuge, Patente, Unternehmensbeteiligungen gehören einer Aktiengesellschaft? Von diesen Vermögenswerten müssen Sie dann die Schulden abziehen.

So kommen Sie recht schnell auf den Buchwert, der in etwa mit dem Eigenkapital eines Unternehmens übereinstimmt. Auch der Buchwert lässt sich ins Verhältnis zum Aktienkurs setzen.

Berechnung und Interpretation

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis berechnet sich nach folgender Formel:

KBVoder
MarktikapitalisierungAktienkurs
//
BuchwertBuchwert pro Aktie

Ausgesprochen interessant sind vor allem Unternehmen, die ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 aufweisen. Denn das bedeutet: Die Substanz des betreffenden Unternehmens ist höher als der Preis, der an der Börse dafür gezahlt wird. Nicht selten werden Beteiligungsgesellschaften und Finanzinvestoren auf solche Unternehmen aufmerksam und übernehmen die Mehrheit der Aktien.

Denn sie sind oft bereit, ein Unternehmen auch aufzuspalten und seine Einzelteile zu verkaufen. Diese Einzelteile werden dann oftmals ebenfalls nach dem Buchwert bewertet.

Stärken und Schwächen des KBV

Die Grundannahme bei der KBV-Betrachtung ist: Bei einem Verkauf der einzelnen Unternehmensteile lässt sich in der Regel mindestens der Buchwert erzielen (Kundenkontakte, Branchenwissen, Mitarbeiterqualifikationen etc. sind zusätzliche, nicht messbare Werte, die den Übernahme- oder Kaufpreis sogar noch höher treiben würden).

Es ist daher unwahrscheinlich, dass ein gesundes Unternehmen an der Börse lange unter Buchwert gehandelt wird.

Allerdings hat auch diese Betrachtung einen Nachteil: Nicht zwangsläufig sind Aktien mit niedrigem KBV ein Schnäppchen. Wenn ein Unternehmen nämlich hohe Verluste schreibt, dann verringert sich mit jedem verlustreichen Jahr das Eigenkapital und damit auch die Substanz bzw. der Buchwert. Hier müsste man also einen Abschlag auf den Buchwert bzw. einen Aufschlag auf das KBV vornehmen.

Eine weitere Falle: Nicht immer lässt sich der Buchwert bei einem Verkauf auch als Verkaufserlös realisieren. Das können Immobilien in ungünstiger Lage sein, oder teure Spezialmaschinen, für die es keine Abnehmer gibt. Wichtig ist daher beim KBV immer die Frage, wie hoch der tatsächlich am Markt realisierbare Verkaufserlös ist.

Fazit

Der Buchwert sagt nichts über die Gewinne aus, die ein Unternehmen gegenwärtig oder in Zukunft erwirtschaftet. Daher sollten Sie auch das KBV nie isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenhang mit dem Gewinn.

Nur bei Unternehmen, die Gewinne erwirtschaften und eine solide Bilanz aufweisen, ist ein niedriges KBV ein gutes Auswahlkriterium und Hinweis auf ein Schnäppchen.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Kennzahlen

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Auf diese Kennzahl schauen Börsianer traditionell besonders gern. Grob gesagt drückt sie aus, nach wie vielen Jahren sich Ihr Investment schon allein aufgrund der Unternehmensgewinne rentiert. Interessant sind Aktien in der Regel mit einem KGV unter 10 bis 12. Es kommt jedoch auch auf die Branche und deren Wachstumsstärke an.
  • Dividendenrendite Bei dieser Kennzahl vergleichen Sie Aktien gewissermaßen mit Anleihen, indem Sie die ausgeschütteten Dividenden ins Verhältnis zum Kurs setzen, den Sie für die Aktie bezahlen müssen. Die Dividendenrendite ist der prozentuale Anteil der Dividende am Aktienkurs. Je höher die Dividendenrendite, desto rentabler das Investment. Die Dividendenrendite ist gewissermaßen die Verzinsung Ihres Aktien-Investments.
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) Prinzipiell gilt, je niedriger der Kurs im Vergleich zum Umsatz, desto besser. Dieser Grundsatz drückt sich im KUV aus. Bei etablierten Unternehmen in gesättigten Märkten gelten Aktien mit einem KUV unter 1 als günstig. Liegt das KUV über 1, sind sie womöglich schon überbewertet.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) Der Buchwert ist die Substanz eines Unternehmens. Was besitzt es an Immobilien, an Produktionsanlagen, an Maschinen, an Fahrzeugen, an Marken- und Patentrechten, an Beteiligungen anderer Unternehmen? Als günstig gilt deshalb auch hier ein KBV unter 1. In diesem Fall liegt der Börsenwert unter dem Buchwert.

Checkliste: In welchen Situationen sich welche Kennzahlen anbieten

  • Ein Unternehmen schreibt Gewinne. Erscheinen die Gewinnprognosen fürs nächste Jahr bzw. für die nächsten Jahre zuverlässig, spricht nichts gegen eine Bewertung nach dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Gut ist ein niedriges KGV (unter 10 bis 12).

  • Ein Unternehmen gibt bekannt, wie hoch die Dividendenausschüttung ausfallen wird, oder Sie können die Dividende im Vorfeld der Bekanntgabe bereits abschätzen. Unternehmen mit einer stetig hohen Dividendenrendite (über 3%) sind attraktiv, sofern sie ihre Dividende auch wirklich aus Gewinnen ausschütten und dafür keine Reserven auflösen müssen.

  • Zwei etablierte Unternehmen der gleichen Branche unterscheiden sich nicht im Gewinn pro Aktie. Hier hilft ein Blick auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV). Das Unternehmen mit dem niedrigeren KUV ist günstiger. Gut ist: ein KUV unter 1.

  • Zwei  junge Unternehmen der gleichen Branche schreiben noch keine Gewinne, machen aber schon Umsatz. Hier ist dasjenige Unternehmen interessanter, das ein niedrigeres Kurs-Umsatz-Verhältnis hat. Bei jungen Unternehmen in der Wachstumsphase kann das KUV allerdings deutlich über 1 liegen.

  • Eine Branche weist starke Gewinnschwankungen auf. Auf Jahre mit hohen Gewinnen folgen Jahre, in denen die zugehörigen Unternehmen Verluste schreiben. Hier ist das Kurs-Umsatz-Verhältnis aussagekräftiger als das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

  • Ein Unternehmen schreibt laufend Gewinne und weist eine solide Bilanz auf. Liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) unter 1, machen Sie mit dem Kauf womöglich ein Schnäppchen.

23. Juni 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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