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Geld „drucken“ und die deutsche Angst vor der Inflation

Die Aktienmärkte befinden sich weiterhin auf der Überholspur.

Der DAX legte heute um knapp 0,8% zu und kletterte auf 6.918 Punkte. Die 7.000-Punkte-Marke ist wieder in Sichtweite.

Die Investoren „feiern“ schon jetzt, dass bald die Notenbanken in den Markt eingreifen werden und zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Der Brandherd soll mit Geld gelöscht werden.

EZB-Chef Mario Draghi hatte jüngst angekündigt, alles Notwendige zu tun, um die europäische Gemeinschaftswährung vor ihrem Untergang zu bewahren und dass diese Maßnahmen ausreichen würden. Die Anleger verstanden darunter die mögliche Wiederaufnahme des Programms zum Ankauf von Staatsanleihen seitens der EZB.

Auf diese Weise würde die EZB, wie es so schön heißt, die Notenpresse anwerfen und Geld „drucken“. Doch was genau heißt das, wenn davon gesprochen wird, dass die Notenbanken Geld „drucken“?

Die EZB greift ein

Der Ankauf von Staatsanleihen ist eines der vielen Instrumente, die der EZB zur Verfügung stehen, um in den wirtschaftlichen Kreislauf einzugreifen.


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Dabei dient das am 10. Mai 2010 gestartete „Securities Markets Programme“ (SMP) zum Ankauf von Staatsanleihen der Stabilisierung der Finanzmärkte und als ein möglicher Baustein zur Beilegung der Euro-Krise.

Beim SMP kauft die EZB Staatsanleihen von kriselnden Staaten innerhalb der Eurozone. Allerdings darf die EZB diese Anleihen aufgrund der herrschenden Vertragssituation auf EU-Ebene nicht direkt bei den Staaten, also am „Primärmarkt“ kaufen.

Denn das Mandat der EZB verbietet die direkte Staatsfinanzierung durch die Notenbank. Somit muss die EZB den Umweg über den „Sekundärmarkt“ gehen.

In diesem Fall kauft die EZB Staatsanleihen bei anderen Investoren wie Banken oder Versicherungen. Jedoch heißt dies nicht, dass diese Anleihen zuvor lange Zeit im Besitz der Investoren gewesen sein müssen.

Vielmehr liegen zwischen Kauf der Anleihe durch den Investor und dem Weiterverkauf an die EZB theoretisch nur Bruchteile von Sekunden. Auf diese Weise erwarb die EZB bereits zwischen Mai 2010 und März 2012 Anleihen von Euro-Krisenländern im Wert von mehr als 200 Mrd. Euro.

Zu großzügige Notenbanken: Inflation droht

Durch den Ankauf von Staatsanleihen wird den Märkten Liquidität zugeführt, die Geldmenge steigt und die EZB „schöpft“ Geld. Jedoch wird in diesem Fall nicht physisch mehr Geld gedruckt und verteilt, sondern vielmehr wird die geschöpfte Geldmenge per Computerprogramm ins System gepumpt.

Nun ist die Aufregung über die Erhöhung der Geldmenge besonders in Deutschland sehr groß, da auf diese Weise die Inflationsgefahren steigen.

Diese Angst ist in Deutschland besonders ausgeprägt, weil Deutschland in Sachen Inflation in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen machen musste (zum Beispiel die Hyperinflation 1923).

Sollte die EZB die Geldmenge immer weiter erhöhen, würde sich dies langfristig auf die Preise auswirken, da auf diese Weise die Geldmenge im Verhältnis zur vorhandenen Gütermenge immer weiter steigt. Die Folge hiervon wäre ein Anstieg des Preisniveaus und eine Verringerung der Kaufkraft der Konsumenten.

„Sterilisieren“ heißt das Zauberwort

Bei der aktuellen Diskussion wird in Deutschland allerdings sehr gerne verschwiegen, dass die EZB die Staatsanleihekäufe bisher nie als eine Maßnahme für sich belassen hat. Die Ankäufe von Anleihen waren immer mit weiteren Maßnahmen verknüpft, die das zusätzlich in die Märkte gepumpte Geld an anderer Stelle wieder abzogen.

Mit Hilfe so genannter Feinsteuerungsoperationen entzieht die EZB dem Geldsystem wieder die Menge an Geld, die sie selbst geschöpft hat. Dieser Entzug wird als „Sterilisieren” oder „Absorbieren“ von Liquidität bezeichnet.

In diesem Fall bietet die EZB im Zuge der so genannten wöchentlichen „Tender“ Finanzinstituten die Möglichkeit an, Geld bei der Zentralbank gegen Zahlung von Zinsen anzulegen.

Bisher konnte die EZB so den Schuldenstaaten helfen, ohne dass gleichzeitig die Inflationsrate stark gestiegen ist. Ob dieser „Trick“ jedoch dauerhaft funktioniert, das kann bezweifelt werden.

6. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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