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German Pellets: Wieder Ärger mit einer Mittelstandsanleihe

Der deutsche Leitindex DAX legte heute um knapp 1% zu und kletterte auf 9.822 Punkte. Steigende Ölpreisnotierungen beruhigten die Investoren. Mit Siemens konnte ein DAX-Schwergewicht positive Zahlen verkünden und setzte damit die Serie der positiven DAX-Zahlen fort.

Während die Siemens-Aktionäre jubeln können, müssen die Geldgeber von German Pellets zittern. Am gestrigen Tag stürzten die Anleihen und Genussscheine des Wismarer Holzverarbeiters German Pellets massiv ab und heute setzte sich der Absturz fort. Die Anleihen und Genussscheine von German Pellets notieren aktuell nur noch bei durchschnittlich etwa 25% des Nominalwertes.

Anders ausgedrückt: Die Papiere haben teilweise innerhalb weniger Tage fast 75% ihres Wertes verloren. Doch was war passiert? Warum stürzten die German-Pellets-Papiere derart ab? Dieser Frage werde ich jetzt nachgehen. Zuvor möchte ich Ihnen das Unternehmen German Pellets kurz vorstellen.

German Pellets: Einer der größten Emittenten von Mittelstandsanleihen

German Pellets verfügt über 18 Produktionsstandorte und ist einer der weltweit größten Hersteller von Holzpellets (Haupteinsatzgebiet: Brennstoff für Pelletheizungen). Im Stammsitz Wismar sind rund 150 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt sind es über 600.

Zwischen 2011 und 2014 hat das Unternehmen 3 Anleihen ausgegeben, die mit jeweils 7,25% verzinst werden. Das Bruttovolumen aller ausstehenden Papiere beläuft sich nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ auf 238 Mio. Euro. Damit gehört German Pellets zu den größten Emittenten von sogenannten Mittelstandsanleihen in Deutschland.


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Gemessen an der Unternehmensgröße ist das Emissionsvolumen (also die insgesamt mittels Anleihen aufgenommenen Schulden) relativ hoch. Einige der Emissionen dienten nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ offenbar vor allem dem Ziel, bereits begebene Anleihen zurückzukaufen.

Der Absturz der Anleihen und Genussscheine

German Pellets selbst habe nach einem Bericht der „Berliner Tageszeitung“ erklärt, „keine nachvollziehbaren Gründe für die aktuelle Entwicklung der Kurse zu kennen“, hieß es gestern noch. Wie die Ostsee-Zeitung jedoch meldete, sollen die Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zeigen, dass German Pellets bei Lieferanten in Zahlungsverzug sei.

Dazu passt auch die folgende Meldung von heute: Laut neuesten Medienberichten verkaufen Zulieferer ihre Ware derzeit nur noch gegen Vorkasse an German Pellets. Zudem sei in einem Pellet-Werk im sächsischen Torgau jüngst Kurzarbeit angemeldet worden und eine Tochterfirma sei bereits insolvent.

Das spricht alles nicht dafür, dass sich das Unternehmen wirtschaftlich in einer guten Lage befinden würde. Und dennoch betonte German Pellets indirekt, dass es sich weiter lohne, zu investieren: „Die Marktchancen für die Pellet-Branche werden trotz der aktuellen Ölpreisentwicklung positiv eingeschätzt“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Anleihe soll verlängert werden und die Zinsen gekürzt

Gestern Abend kündigte das Unternehmen an, dass die Laufzeit einer Anleihe (nämlich der, die am 31. März 2016 fällig wird), verlängern zu wollen. Andernfalls müsste das Unternehmen die Anleihe am 31. März zurückzahlen. Dabei geht es um 52 Mio. Euro.

Am 10. Februar lädt German Pellets die Anleihen-Gläubiger zu einer außerordentlichen Versammlung. Im Rahmen dieser Versammlung soll darüber abgestimmt werden, ob die Anleihe um 2 Jahre (neuer Fälligkeitstermin wäre dann der 31. März 2018) verlängert wird und ob der Zinskupon für die Verlängerung von bislang 7,25 auf 5,25% gekürzt wird.

Um den Investoren die Verlängerung der Laufzeit schmackhaft zu machen, soll die bislang unbesicherte Anleihe künftig mit 50% der Gesellschafteranteile der German Pellets besichert werden.

Fazit: Hohe Zinsen bedeuten zumeist auch hohe Risiken

Meine Empfehlung: Das Lockmittel und Werbeargument im Zusammenhang mit Mittelstandsanleihen und -Genussscheinen sind die vergleichsweise hohen Zinsen (im Fall German Pellets über 7%). Das genannte Beispiel zeigt Ihnen jedoch, dass in der aktuellen Niedrigzinsphase derartige Zinsversprechen fast immer mit großer Vorsicht zu genießen sind.

Im Zweifel sollten Sie auf Anleihen von börsennotierten Unternehmen setzen, da bei diesen der Informationsfluss wesentlich besser ist. Wenn Sie täglich einen Aktienkurs als Referenz haben und in ein Unternehmen investieren, das regelmäßig Quartalsberichte veröffentlichen muss, ist Ihr persönliches Risiko deutlich geringer.

Darüber, wie es bei German Pellets weitergeht, werde ich Sie hier im „Schlussgong“ auf dem Laufenden halten. Betroffene Anleger können sich an Organisationen wie „SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.“ wenden, um zu erfahren, wie der Schaden so gering wie möglich gehalten werden kann.

26. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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