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Gerry Weber-Aktie: Man hat immer eine Wahl!

Wie sagt der Volksmund so schön:„Man hat immer eine Wahl!“ Das gilt auch für das Investieren in Aktien.

In aller Regel nutzen wir die Analyse der Charttechnik dazu, um in geeignete Aktien einzusteigen. Doch die Anwendung von Charttechnik bietet Ihnen noch eine andere Alternative, die gerne übersehen wird:

Sie können mit Hilfe der Charttechnik entscheiden, eine analysierte Aktie NICHT zu kaufen. Einen solchen Fall präsentiere ich Ihnen heute.

Gerry Weber-Aktionäre (WKN: 330410) brauchen an diesem 10. Juni starke Nerven: Der Aktienkurs bricht nämlich um sage und schreibe -28% ein! Was ist passiert?

Der Modekonzern hat gestern Abend nach Börsenschluss seine Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr kräftig reduziert. Ausschlaggebend dafür sind laut Unternehmensleitung schwache Märkte in Osteuropa und Russland.

Noch zu Jahresbeginn hatte Gerry Weber nach der Übernahme des Modegeschäftes Hallhuber seine Umsatzerwartung mit hoffnungsfrohen 970 Mio. Euro bis 1 Mrd. Euro (bis zu +17,3%) angegeben. 2014 hatte der Konzern 852 Mio. Euro erlöst. Nun werden es wohl nur 940 Mio. Euro werden.

Noch übler gestaltet sich indes die aktualisierte Gewinnplanung: Das operative Ergebnis wird voraussichtlich -20% bis -25% unter dem Vorjahreswert liegen. Tatsächlich hatte der Gerry Weber-Vorstand für 2015 mit einem Plus von +15,7% gerechnet.

Analyse des Tages-Charts

In den nachfolgenden Chart habe ich das Kurs-Desaster von heute Vormittag schon einmal „eingearbeitet“:

gerry weber-aktie tages-chart-10-06-2015

Gerry Weber-Aktie war schon vor 1 Jahr kein Kauf mehr

Wie Sie im Chart sehen, hat die Aktie die bisherigen Tiefpunkte bei 27,50 Euro (pinkfarbene Linie) signifikant unterschnitten. Dazu gleich noch mehr.

Allerdings war Gerry Weber aus verschiedenen Gründen auch schon lange vor dem heutigen Kursabsturz kein Kauf mehr:

  • Die 200-Tagelinie und damit der Langfrist-Trend zeigten bereits seit Mitte Oktober 2014 nach unten.
  • Zwar lief die Gerry Weber-Aktie mit dem allgemeinen Trend bis Februar 2015 nach oben. Allerdings schaffte es der Kurs nicht, das im Juni 2014 erreichte Top bei 39,57 Euro zu überwinden. Im Vergleich zum MDAX, in dem die Aktie enthalten ist, ein weiterer Minuspunkt.
  • Klare Verkaufssignale lieferte Ihnen auch das On-Balance-Volumen (OBV): Dieser Indikator, mit dem Sie das Verhalten der Großinvestoren beurteilen können, gab im August 2014 erstmals einen Hinweis zum Ausstieg (gelber Kreis).

Zweites Verkaufssignal: Die Kurserholung von Oktober 2014 bis Februar dieses Jahres führte das OBV nur noch an die genannte Ausbruchstelle heran (roter Kreis).

Drittes Verkaufssignal: Ende April brach das On-Balance-Volumen ein weiteres Mal nach unten weg (blauer Kreis): Ein Zeichen dafür, dass die Großanleger sich weiter aus der Gerry Weber-Aktie verabschiedeten.

Analyse des Monats-Charts

Blicken wir zum Schluss noch auf den Monats-Chart, der uns den Kursverlauf von Gerry Weber seit dem Jahr 2000 zeigt:

gerry weber-aktie monats-chart-10-06-2015

Gerry Weber-Aktie: Langfristig bereits seit 2012 im Abwärtstrend

In diesem Chart erkennen Sie, dass der eigentliche Verkaufspunkt bereits im zweiten Halbjahr 2012 ausgeprägt wurde (violetter Kreis): Der Relative Stärke Index durchbrach damals seinen 4 Jahre andauernden Aufwärtstrend.

Überdies wurde eine Divergenz (Abweichung) ausgebildet: Das neue Top im Kurs wurde aufgrund eines niedrigeren Hochs im RSI von diesem nicht bestätigt (blauer Balken).

Auf dem jetzt erreichten Niveau hat der Indikator zudem gerade erst die überverkaufte Zone (unter 30%) angelaufen. Für die aktuellen Gerry Weber-Aktionäre indes noch entscheidender:

Fazit

Mit dem heutigen Kursrückgang hat die Aktie nicht nur eine vierjährige Unterstützung (pinkfarbene Linie) unterboten. Pegelt sich der Kurs nun auf dem Niveau des heutigen Tiefpunktes ein, dann wird der seit dem Jahr 2003 bestehende Aufwärtstrend nach unten verlassen!

Sie sehen: Mit Hilfe der Charttechnik wären Sie dem Kursdesaster in der Gerry Weber-Aktie nicht nur entgangen: Sie wären sogar in der Nähe des Allzeithochs ausgestiegen, wie der vertikale blaue Balken verdeutlicht.

Meine Analyse macht aber ebenfalls deutlich: Auch nach dem heutigen Kurssturz ist die Gerry Weber-Aktie mit hoher Wahrscheinlichkeit KEIN Schnäppchenkauf!

10. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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