Gesamtkostenquote bei ETFs: Gebühren beachten

ETFs sind börsengehandelte Fonds – die oft besonders günstig sind. Denn:

Die Gebühren beim An- und Verkauf sind meist geringer als über Gesellschaften.

Statt der Ausgabeaufschläge zahlen Sie den "Spread" für den Börsenhandel. Dies ist der Unterschied zwischen An- und Verkaufskursen und beträgt in der Regel deutlich weniger als 2%. Zudem haben Sie die bessere Kursübersicht. Achtung:

Fonds, die Sie über die Fondsgesellschaft wieder abgeben (wollen), veröffentlichen die entsprechenden Kurse erst am nächsten Tag. Anders für den Handel an der Börse: hier sehen Sie die tatsächlich gehandelten Kurse und auf Wunsch an den Märkten auch noch die Kursbewegungen zuvor.

Fonds günstiger, wenn es Indexfonds sind

ETFs sind aber nicht zu verwechseln mit Indexfonds. ETF beschreibt die Art des Ankaufs ("Exchange Traded Funds", englisch für börsengehandelte Fonds). Indexfonds sind definiert durch den Umstand, dass die Indizes selbst gehandelt werden. Beachten Sie bitte:

Die meisten Indexfonds – zumindest auf die großen Börsenindizes – sind tatsächlich wiederum ETFs. Nur ist die Minderheit aller ETFs ein Indexfonds. Das bedeutet zudem:

Damit unterscheidet sich auch die Handelsstrategie deutlich. Denn aktiv gemanagte Fonds sind in der Regel deutlich teurer, was die Gebühren betrifft und zudem im Ergebnis schlechter. Passiv gemanagte ETFs sind – als Indexfonds – in der Regel mit Zertifikaten zu vergleichen.

Allerdings haben sie einen spezifischen Vorteil gegenüber den Mode-Zertifikaten aus der Bankenküche: Zertifikate sind schlicht Schuldverschreibungen und gewähren im Zweifel keinen Zugriff auf das Vermögen. ETFs dagegen haben ein Emittentenunabhängiges Vermögen.

ETFs sicherer

Damit sind ETFs schlicht sicherer. Zudem können Sie davon ausgehen, dass ETFs – zumindest die Indexfonds – nicht teurer als vergleichbare Zertifikate sind:

  • Der bekannteste und größte Indexfonds von Blackrock, der "iShares Dax", hat eine Gesamtkostenquote von 0,16%. Diese "TER" umfasst die managementgebühren und Kosten, die sonst nicht im Prospekt ausgewiesen werden.
  • Der DB X-Trackers auf den Dax, kaum weniger bekannt, hat eine TER in Höhe von 0,15%. Auch dies ist noch vergleichsweise günstig.
  • Ein DB X-Trackers auf den MSCI-Index für die Emerging Markets kostet bereits 0,65% pro Jahr.
  • Auch der "Short-Dax" kostet als DB X-Trackers-Lösung etwa 0,40% jährlich.
  • Wer den Euro Stoxx als ETF abbilden möchte, muss lediglich Kosten in Höhe von 0,16% kalkulieren.

Auch solche Überlegungen werden die Wahl von ETFs beeinflussen, da die Kosten entscheidender Renditehebel oder -bremse sind. Wer 1% Kosten mehr tragen muss, braucht bei 10% Performance im Jahr bereits etwa 11,1% mehr Rendite, da Kosten anfangs und unterjährig anfallen und nicht "mitverdienen".

GeVestor meint: Es lohnt sich, die kostengünstigsten Varianten auszuwählen, falls Sie sich für einen ETF auf einen Index entscheiden. Dies halten wir für die richtige Wahl, wenn Sie auch auf stabile Sachwerte setzen.

20. April 2012
von Jan Aalto
Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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