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Geschichte der Globalisierung (Teil II)

Der Erste Weltkrieg brachte verheerende Einschnitte in Wohlstand und Welthandel.

Der Krieg verschlang einen großen Teil des enormen Vermögens der Europäer, als er zur Materialschlacht wurde und sich über Jahre hinweg zog.

Die alliierten Staaten konnten den Sieg gegen das Deutsche Kaiserreich nur mittels amerikanischer Kredite finanzieren. Bei Kriegsende 1918 waren sofort die ersten Kreditraten fällig.

Versailler Vertrag und Hyperinflation

Die enormen Zinslasten der Sieger wurden dann im Versailler Vertrag notgedrungen an die Weimarer Republik weitergereicht. Die Kriegsschulden und die Reparationsleistungen aus diesem Vertrag wurden (dies ist der häufigste Ausweg aus dem Staatsbankrott) über die Druckerpresse bedient. Infolge der dramatischen Ausweitung der Geldmenge kam es dann 1923 zur Hyperinflation in Deutschland. Die Reichsmark verlor ihren Wert.

Doch die Asymmetrie des Weltfinanzsystems wurde nicht verändert. Deutschland zahlte weiter an Frankreich und England, diese an den amerikanischen Staat und private amerikanische Investoren liehen wieder Dollars an deutsche Gemeinden.

Der Anfang der größten Finanzkrise

Diese ungleichgewichtigen Finanzströme wurden durch das Platzen eines spekulativen Booms in den USA abgerissen und führten weltweit zu einem Desaster. Auslöser des US-Booms waren zu niedrige Zinssätze aus Rücksichtnahme der Fed gegenüber Großbritannien, das den Wert des Pfundes auf Vorkriegsniveau stabilisieren wollte.

Die Welt schlitterte nach 1929 in die größte Wirtschaftskrise, die es bisher gab. Die Nationen versuchten, sich mit gegenseitigen Abwertungen ihrer Währungen Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen, und schließlich führten zu hohe Einfuhrzölle zu einem Erliegen des Welthandels. Es folgte Autarkie, Armut, Nationalismus und Weltkrieg Nummer 2.


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USA werden neue dominante Weltmacht

Aus diesem gingen die USA als dominante Weltmacht hervor. Die Briten mussten den neuen Herren ihre Privilegien überlassen. Der Goldstandard Englands war passé und die amerikanische Federal Reserve besaß nun fast alles Notenbankgold der Welt.

Auf diesem Fundament wurde eine neue Weltordnung gegründet. Im Bretton-Woods-Abkommen wurden alle Währungen an den Dollar gekoppelt (Weltleitwährung) und der Dollar an das Gold gebunden (mit 35 US$ je Unze). Für ein Vierteljahrhundert begleitete dieses System einen fulminanten Wiederaufbau (West-)Europas und ein starkes Weltwirtschaftswachstum. Die globale Wirtschaft wurde damit erneut belebt und erreichte nach 30 Jahren wieder das Ausmaß der früheren Vernetzung vor dem Ersten Weltkrieg.

Teurer Kalter Krieg

Der Wettkampf mit dem rivalisierenden kommunistischen System kostete die USA viel Geld. Es wundert nicht, dass auch dieser Konflikt nur mit Schulden und Ausweitung der Geldmenge bewältigt wurde. Die USA konnten das Goldeinlöseversprechen gegenüber den verbundenen Zentralbanken nicht mehr einhalten.

Das war das Ende vom Bretton-Woods-Vertrag. Von nun an herrschten veränderliche Wechselkurse zwischen den Währungen. Infolge dieser Währungskrise stiegen auch Erdöl, Gold und Rohstoffe im Preis (weil der Dollar an Wert verlor).

Als Folge dessen mussten die USA ihre Handelsbilanzdefizite nicht mehr mit Gold ausgleichen und die Notenbanken konnten nur noch US-Schuldverschreibungen horten. Mit diesem „außerordentlichen Privileg“ (Charles de Gaulle) gelang es den USA, die Sowjetunion über ein Wettrüsten in die Knie zu zwingen. Der Kalte Krieg war gewonnen und die Friedensdividende folgte auf dem Fuß.

Start der 3. Globalisierungsstufe

Durch Freihandelsabkommen, Aufnahme bevölkerungsreicher Staaten in die Welthandelsorganisation (Indien, China), die Öffnung Osteuropas und Russlands sowie die Erweiterung der EU startete die dritte Stufe der Globalisierung. Seit dem Ende des Kalten Krieges wuchs die Weltwirtschaft mit Unterbrechungen in gesteigertem Tempo.

Mittlerweile haben die westlichen Industriestaaten nur noch einen Anteil von 50 % an der Weltwirtschaft, wenn man die Leistungen der aufstrebenden Staaten in der Kaufkraftparität misst. Der Aufstieg der ehemaligen Entwicklungsländer geht mit einem hohen Ressourcenbedarf und deren Preisanstieg einher. Eine Überhitzung der Weltwirtschaft, stark expandierende Kredit- und Geldmengenaggregate sprechen für neuerliche Wachstumsstörungen.

Und wieder tauchen asymmetrische Finanzströme auf. Asiatische Staaten, OPEC-Staaten und die Volksrepublik China akkumulieren Währungsreserven in nie gekanntem Ausmaß. Die Amerikaner konsumieren und lassen in China anschreiben! Irgendwann wird Zahltag sein.

USA werden nicht an Macht verlieren

Der amerikanische Konsument wird dann ausfallen und die Lücke muss dann durch Konsumenten aus Asien und anderen Regionen geschlossen werden. Gelingt es nicht, diese Konsumlücke zu füllen, droht eine kleine Pause in der Erfolgsgeschichte der Globalisierung.

Diese wird jedoch weitergehen, möglicherweise mit deutlichen Veränderungen im Finanzsystem und wieder einmal mit wechselnder Besetzung der Hauptrolle. Bereits heute zeichnet sich ab, dass allein China in 2 Jahrzehnten die USA als führende Industrienation einholen wird.

Neuordnung der Machtverhältnisse

Die Eigenschaft des Dollars als Weltleitwährung wird bereits getestet. Notenbanken und erste Energieproduzentenstaaten „diversifizieren“ bereits in andere Währungen und alternative Vermögenswerte.

Die US-Dominanz beruht auf militärischer Überlegenheit und der Kontrolle über das Währungssystem, d. h. die allgemeine Verwendung des US-Dollars. Der Irak-Krieg war der Versuch, „ein neues amerikanisches Jahrhundert“ (Ausdruck der Neokonservativen) einzuläuten. Kriegsmüdigkeit in den USA, die zunehmende Bedeutung aufstrebender Staaten und ein erstarkendes Europa könnten dieses Paradigma stillschweigend beerdigen.

Systemische Umbrüche und ein Wechsel der Führungsrolle waren in der Vergangenheit, wie gezeigt, nicht immer reibungslos. Die neue zukünftige Epoche des globalen Kapitalismus wird dann nicht mehr US-zentriert sein.

21. September 2011

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Markus Lindmayr
Von: Markus Lindmayr.

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