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GeVestor warnt vor Betrug bei Kapitalanlage: So schützen Sie sich

Die Rechtslage in Deutschland macht es den Scharlatanen am grauen Kapitalmarkt  besonders leicht, immer wieder willfährige Opfer für ihre dubiosen Angebote zu finden.

Offenbar hat die in den vergangenen Jahren für viele unbefriedigend gewesene Entwicklung an den Aktienbörsen manche dazu verleitet, ihr Heil nun verstärkt in solchen scheinbar besseren Anlagealternativen zu suchen..

Der Deutsche Kapitalmarkt umfasst Anlageprodukte von Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern, die einer strengen gesetzlichen Kontrolle unterliegen.

Beispiele: Wertpapierhandel, Handel mit Versicherungen und Investmentzertifikaten.

Die Fondsportfolio-Verwaltung umfasst Anlageprodukte von Firmen, die keiner besonderen gesetzlichen Aufsicht unterworfen sind.

Beispiele: Bankgarantiegeschäfte, Time-Sharing, vorbörslicher Aktienkauf, atypisch stille Beteiligungen

Da Sie auf diesem Gebiet auch vom Gesetzgeber hierzulande noch immer weitgehend im Stich gelassen werden, müssen Sie also selbst sehen, wie Sie sich vor solchen professionellen Geldvernichtern am grauen Kapitalmarkt am besten schützen.

GeVestor zeige Ihnen daher

  • wie Sie auf einfache Weise seriöse Angebote von unseriösen unterscheiden können,

  • vor welchen Konstruktionen und Anbietern Sie sich besonders hüten sollten und

  • was Sie tun können, wenn Sie nicht weiterwissen oder bereits in die Fallen solcher Falschmünzer getappt sind.

Woran Sie unseriöse Angebote vom grauen Kapitalmarkt erkennen können

Ihr besonderes Risiko bei Anlageprodukten vom grauen Kapitalmarkt liegt vor allem darin, dass es dafür keinerlei Einlagensicherungssysteme gibt, die Ihr eingesetztes Kapital vor einem Totalverlust schützen.

Der Staat hat zwar inzwischen seine Aufsicht auch auf den Vertrieb von Warentermin-, Finanztermin- und Devisentermingeschäften sowie den Handel mit Billigaktien ausgedehnt.

Dieser Teil des grauen Kapitalmarkts macht aber nur etwa 10% des Gesamtangebots aus. Mindestens genauso gefährlich ist der Vertrieb von Beteiligungs-Sparplänen, angeblichen Bankgarantien oder zins- und tilgungsfreien Darlehen. Auf diese Angebote entfallen über 90% aller Betrügereien.

Dennoch ist eine Kündigung entsprechender Verträge nicht ohne weiteres möglich. Viele Beteiligungsverträge schließen ein ordentliches Kündigungsrecht gerade aus.

Wenn Sie dennoch kündigen, müssen Sie erhebliche finanzielle Einbußen bis hin zum Totalverlust Ihres Geldes hinnehmen. Einzige Ausnahme von dieser Regel ist eine Kündigung aus einem wichtigen Grund.

Der läge zum Beispiel dann vor, wenn ein Unternehmen Pleite gegangen ist, Geld veruntreut wurde oder Sie als Anleger bewusst getäuscht wurden.

Einen Schadenersatzanspruch haben Sie grundsätzlich bei falschen oder unwahren Angaben im Prospekt, Falschberatung oder der Missachtung von Aufklärungs- und Informationspflichten. Voraussetzung für den Erfolg solcher Klagen ist für Sie natürlich, dass bei diesem Personenkreis überhaupt (noch) etwas zu holen ist.

Wenn die Staatsanwaltschaften Vorermittlungen beginnen, sind die Initiatoren solcher Produkte häufig schon über alle Berge.

Die Seriosität von Kapitalanlageangeboten können Sie leicht mit Hilfe des Schnellchecks erkennen. Wenn Sie mehrere der nachfolgenden Fragen mit „Ja“ beantworten müssen, sollten Sie sich mit dem entsprechenden Produkt gar nicht weiter befassen und die Angebotsunterlagen besser gleich in den Papierkorb werfen!

GeVestor Check: Betrug schnell und zielsicher aufdecken

  • Wurde der Erstkontakt mit Ihnen telefonisch hergestellt?

Über eine solche, aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verbotene Anbahnung von Geschäftsbeziehungen werden nur Vertreter jener Firmen Kontakt zu Ihnen aufnehmen, die sich um rechtliche Belange auch sonst wenig kümmern.

Sie ist also ein deutliches Anzeichen für die Unseriosität des Anbieters, vor allem dann, wenn der Anrufer trotz Ihres Hinweises, dass Sie in solchen Dingen nicht telefonisch angesprochen werden wollten, weiterhin zäh bleibt und Sie noch ein zweiten oderdritten Mal anruft.

  • Werden Ihnen Renditen versprochen, die um 50 bis 100% über den geltenden Marktrenditen liegen?

Anlagen, die Ihnen – bei einem sonst marktüblichen Zinssatz von derzeit maximal 5 bis 6% – eine sichere Rendite von 10 oder 12% garantieren, sind nur in den seltensten Ausnahmefällen realistisch.

In der Regel werden die höheren Renditen durch entsprechende Risiken (Währungs-, Bonitäts-, Steuerrisiken) erkauft, über die Sie als Anleger ausdrücklich schriftlich aufgeklärt werden müssen.

Achten Sie dabei genau auf die gewählten Formulierungen des Anbieters. Wird nur von „erzielbaren“ oder „in der Vergangenheit erzielten“ hohen Renditen gesprochen, ist dies nichts als eine Prognose, aus der Sie keinerlei Ansprüche herleiten können.

Eine Garantie wird er in den meisten Fällen nur geben, wenn er weiß, dass er sich der Einlösung dieses Versprechens jederzeit (durch eine Verlagerung des Firmensitzes oder seines Wohnsitzes) entziehen kann.

  • Wird mit Modellen geworben, die eine überdurchschnittliche, gar 80- oder 90%ige Trefferquote haben sollen?

Solche Systeme beispielsweise beim Einsatz von computerunterstützten Handelsprogrammen an den Terminmärkten kann es nicht geben, weil sie der Effizienz eines Marktes widersprechen. Die Trefferquote von Analyseund Handelssystemen liegt bestenfalls bei etwas über 50%.

Wer Ihnen erzählt, er besäße ein Programm, aus dessen Signalen er sichere Kauf- und Verkaufsentscheidungen für die Börse (zumeist im Bereich des hochspekulativen Handels mit Währungen) herleiten könne, handelt daher mit Sicherheit in betrügerischer Absicht.

  • Wird das Geld am Terminmarkt – oder vielleicht sogar an der Warenterminbörse – angelegt?


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Gehen Sie davon aus, dass solche Anlagen sich in fast allen Fällen auf die Dauer als Geldvernichtungsanlagen erweisen. Zunächst werden Sie häufig durch geschickte Kontotransaktionen, die Ihnen angeblich für Sie erzielte Gewinne vortäuschen sollen, zur Erhöhung Ihrer Einlagen animiert.

Und wenn Sie genügend Kapital eingebracht haben, laufen über kurz oder lang alle Geschäfte gegen Sie, und Sie verlieren Ihren gesamten Einsatz.

  • Werden Sie in den schriftlichen Unterlagen über die Risiken der Kapitalanlage umfassend aufgeklärt?

Dazu sind seriöse Anbieter verpflichtet. Und sie werden dieser Verpflichtung auch peinlichst genau nachkommen, um nicht in die Gefahr zu geraten, wegen falscher oder unvollständiger Angaben haften zu müssen.

Bei allen anderen Anbietern, die Sie nicht entsprechend aufklären, ist Ihr Misserfolg bereits vorprogrammiert.

  • Befindet sich der Firmensitz des Anbieters, das Anlagekonto oder der Treuhänder außerhalb Deutschlands?

Dann sollten Sie äußerst vorsichtig sein, weil dies ein Zeichen dafür sein kann, dass sich die Anbieter dem rechtlichen Zugriff der deutschen Gesetze entziehen wollen. Auch Firmendomizile in der Schweiz, die nicht dem EU- Recht unterliegen, täuschen Ihnen in den allermeisten Fällen mehr Sicherheit vor, als Sie tatsächlich erwarten können. Manchmal können Sie es den Adressen bereits entnehmen, dass hinter dem Angebot nur eines für Sie lauert: Betrug. GeVestor empfielt, hier besonders auf der Hut zu sein.

Bei strafbarer Werbung steht Ihnen ein Rücktrittsrecht zu

Grundsätzlich stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen, sich je nach Einzelfall gegen unseriöse Praktiken rechtlich zur Wehr zu setzen und gegebenenfalls aus bestehenden Verträgen herauszukommen.

Wenn Sie den Nachweis erbringen können, dass es nur aufgrund von wesentlich unwahren und irreführenden Angaben zum Vertragsabschluss gekommen ist, können Sie nach § 13a des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vom Vertrag zurücktreten.

Beachten Sie aber, dass Sie von diesem Recht nur innerhalb von sechs Monaten nach Vertragsunterzeichnung Gebrauch machen können.

Rücktrittsrecht bei Prospekthaftung und Kündigungsrecht aus einem wichtigen Grund

Auch wenn im Prospekt nicht vollständig und wahrheitsgemäß über wesentliche Vertragsumstände aufgeklärt oder auf bestimmte Risiken hingewiesen wurde, steht Ihnen ein Rücktrittsrecht zu.

Hier hat das Oberlandesgericht Düsseldorf weit reichende Entscheidungen getroffen. Danach muss über alle Anlageformen informiert werden, die nach dem Gesellschaftszweck vorgesehen oder möglich sind. Dabei ist insbesondere auf die Bedeutung der Kosten und Provisionen sowie auf die Risiken hinzuweisen.

Ein Kündigungsrecht aus einem wichtigen Grund steht Ihnen bei langfristigen Verträgen immer zu, auch wenn dies im Vertrag nicht erwähnt oder sogar ausgeschlossen wird. Die Gerichte haben daran allerdings sehr hohe Anforderungen gestellt, sodass Sie nur in den seltensten Fällen von diesem Recht Gebrauch machen können.

Grundsätzlich sollten Sie die Chancen für die Aussicht auf Erfolg bei Schadenersatzklagen von einem Anwalt Ihres Vertrauens kritisch prüfen lassen, bevor Sie den Weg zum Gericht gehen.

Wenn der Betrag, um den es bei Ihnen geht, vergleichsweise gering ist, wird sich in den seltensten Fällen das Prozessrisiko wirklich rechnen.

Sie müssen sich leider auch darauf einrichten, dass Rechtsstreitigkeiten in diesem Bereich sehr langwierig sein können. Wenn die Rechtslage nicht ganz klar ist, werden Ihre Kontrahenten womöglich versuchen, solche Prozesse immer wieder hinauszuzögern.

Es ist deshalb durchaus möglich, dass bis zu rechtskräftigen Entscheidungen Jahre ins Land gehen. Fachlich beurteilen kann dies in jedem einzelnen Fall aber nur ein auf diesem Gebiet erfahrener Anwalt.

Auf diese Angebote und dubiosen Anbieter sollten Sie jetzt nicht hereinfallen

Vor folgenden Angeboten und Anbietern, die zum Beispiel in die schwarze Liste der Stiftung Warentest/Finanztest aufgenommen wurden, sollten Sie sich besonders hüten.

Beachten Sie dabei, dass nur ein Teil der dubiosen Anbieter in solchen Warnlisten aufgenommen werden konnten.

Atypisch stille Unternehmens- und unseriöse Immobilien-Beteiligungen: Risiko des Totalverlustes

Die Gesellschaften, die das Geld einsammeln, investieren in andere Unternehmen, in Immobilien und in Wertpapiere. Den Anlegern werden dabei meist steuerlich absetzbare Verluste und die Teilhabe an Gewinnen versprochen.

Riskant für Sie als Anleger ist besonders, dass Sie als atypisch stiller Gesellschafter nicht nur am Gewinn und Verlust, sondern zusätzlich am Vermögen der Gesellschaft beteiligt sind. Sind die Investitionen der Firma nicht erfolgreich, haften Sie als Beteiligter für Verluste bis zur Höhe Ihrer Anlage.

Bei manchen Firmen müssen Sie sogar noch Geld nachschießen, wenn diese in die roten Zahlen geraten.

Solche Beteiligungen werden vor allem Gutverdienenden als Einmalanlage verkauft. Sie zahlen dann zwischen 5.000 und 50.000 € zuzüglich 5 bis 8% Gebühr auf einen Schlag ein. Doch auch als „Kleinanleger“ werden Sie gerne geködert: mit Sparplänen, für die Sie Jahr für Jahr monatlich 100 oder 200 € berappen.

Bis zu 12% beträgt dabei häufig die Vertragsabschlussgebühr. Zusätzlich kassieren Anbieter stiller Beteiligungen auch noch hohe Nebenkosten. Das sind bei einigen Gesellschaften bis zu 30% der Gesamtanlagesumme.

Dafür gehen dann Ihre ersten 20 bis 30 Monatsraten drauf, ehe Ihr erster Euro wirklich investiert werden kann.

Meistens sind solche Beteiligungen als „Blindpools“ konstruiert – Sie wissen bei der Zeichnung weder, in welche Immobilie oder sonstige Anlage investiert wird, noch, ob dies zu einem guten oder schlechten Preis passiert.

Entsprechend sind die Renditeversprechungen nichts als Prognosen.

Besonders schlimm ist es für Sie, wenn die Beteiligungsgesellschaften als reine Abzockerfirmen nach dem Schneeballsystem arbeiten.

In diesem Fall werden die Ausschüttungen für Altanleger einfach mit den Einzahlungen der neuen Sparer finanziert. Und der Schneeball schmilzt, wenn keine neuen Anleger gefunden werden.

Verschwiegen wird Ihnen meistens, dass solche Verträge nicht vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit (meistens zwischen 10 und 30 Jahren) gekündigt werden können.

Ferienimmobilien-Beteiligungen: In den meisten Fällen geht die Rechnung für Sie nicht auf

Bei Angeboten zum Erwerb von Wohnrechten an Ferienimmobilien (Timesharing) sollten Sie sehr skeptisch bleiben und vor jeder Unterschriftsleistung unbedingt die Meinung Ihres Steuerberaters zu Hause einholen.

In den meisten Fällen rechnet sich eine solche Beteiligung für Sie nämlich nicht. Wenn Sie bedenken, dass Sie „Ihre“ Ferienanlage nur für eine begrenzte, im Allgemeinen von vornherein festgelegte Zeit nutzen können, werden sich die Preise für diese Beteiligung und die anfallenden Nebenkosten in der Regel als weit überhöht herausstellen.

Häufig werden Ihnen solche Angebote im Zusammenhang mit irgendwelchen gewonnenen Reisen oder im entsprechenden Feriengebiet über als Glücksbringer getarnte Verkäufer gemacht.

Sie werden bei dieser Gelegenheit dann in einem dafür eigens ausgesuchten Hotel untergebracht, in dem kräftig für das Modell geworben wird.

Eine Variante dieses Modells besteht darin, dass man Ihnen für Ihre Beteiligung neben Ihrem Wohnrecht – oder auch ohne ein solches Recht – überhöhte Renditen für Ihre Kapitalanlage in Aussicht stellt.

Wenn eine solche Immobilie sich erst in der Planung oder im Rohbau befindet, lassen sich zuverlässige Prognosen über die erzielbaren Ergebnisse aber nur schwer stellen.

Misstrauen Sie solchen angepriesenen Renditen von 10 bis 20% pro Jahr. Die werden Sie niemals bekommen. In den meisten Regionen stehen Ferienanlagen eine lange Zeit im Jahr leer und erwirtschaften dann keine Erträge.

Wenn überhaupt, sollten Sie eine solche Anlage aus Renditegesichtspunkten nur tätigen, wenn es ein lange bestehendes Objekt ist und eindeutige Nachweise über die Erzielbarkeit höherer Renditen geführt werden können.

Doch auch in diesem Fall gehen Sie mit einer Beteiligung all jene Risiken ein, wie sie für Immobilien-Beteiligungen insgesamt maßgeblich sind.

Achten Sie dabei vor allem auf die rechtliche Seite eines solchen Immobilienerwerbs, dessen Regeln in anderen Ländern – auch in Europa – von den bei uns geltenden erheblich abweichen. Das betrifft beispielsweise auch ehe- und erbschaftsrechtliche Probleme, die Ihnen den Kauf oder Einstieg in ein solches Modell tüchtig vermiesen können.

Bankgarantiegeschäfte und der Handel mit „Billigkrediten“: hohes Risiko mit Garantie auf Totalverlust

Vielleicht wurden auch Ihnen schon einmal überhöhte Renditen mit dem Hinweis auf gegebene Bankgarantien versprochen.

Gelder von vielen Anlegern sollen dabei zunächst in einem Pool gesammelt werden, damit auch Sie in den Genuss solcher Renditen kämen, die sonst angeblich nur großen Institutionen mit vielen Millionen Euro Anlagesummen zur Verfügung gestellt werden.

Solche Bankgarantiegeschäfte sind aber eine reine Erfindung der Initiatoren.

Die für die Garantie in Anspruch genommenen, in der Regel selbst dem Fachmann völlig unbekannten Banken sind dabei immer im Ausland beheimatet und unterhalten auch keine Filiale in Deutschland. Angeblich wird der Vertrieb deshalb über besonders bevollmächtigte Vertreter abgewickelt, die gern als Treuhänder bezeichnet werden.

Doch selbst ein solcher „Treuhänder“ beispielsweise in der Schweiz, über den die Transaktionen abgewickelt werden, sollte Sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sie bei diesen Geschäften nur die eine sichere Garantie haben: Ihr Geld nie wiederzusehen.

Lassen Sie sich daher auf solche Geschäfte auf keinen Fall ein! Bereits die hohen Renditeversprechungen müssen Sie aufhorchen lassen.

Grundsätzlich sollten Sie davon ausgehen, dass auch Banken nicht zaubern können. „Renditen“, die mehr als doppelt so hoch sind wie die am Kapitalmarkt, lassen sich nur in spekulativen Bereichen erwirtschaften. Nur sind Ihnen solche Gewinne dort niemals sicher, sondern werden über entsprechend höhere Anlagerisiken erkauft.

Auf der Suche nach günstigen Krediten werden Sie bei diesen Angeboten zunächst aufgefordert, einen bestimmten Prozentsatz Ihres Kredits als Eigenkapital (Deposit) an den Anbieter abzuführen.

Durch angeblich besonders günstige Anlageformen soll dieses Geld die späteren Zinszahlungen und die Tilgung Ihres Darlehens ermöglichen. Auf diese Weise soll sich Ihr Kredit quasi von selbst finanzieren.

Wenn Sie auf ein solches Angebot eingehen, werden Sie aber weder einen Kredit erhalten noch Ihr Geld jemals wiederbekommen.

Denn eine solche Konstruktion kann praktisch nicht funktionieren, weil Sie mit einem geringen Teilbetrag der Darlehenssumme nicht die Ergebnisse erzielen können, die für die Rückzahlung und Tilgung des um ein Vielfaches höheren Darlehens erforderlich sind. Es gibt auch keine Kredite ohne irgendwelche Sicherheiten.

Falls Ihnen keine Bank mehr einen Kredit einräumt, dann bekommen Sie auch von keinem anderen seriösen Vermittler mehr ein Darlehen zu akzeptablen Bedingungen.

Waren-, Finanz- und Devisentermingeschäfte: Totalverlust ist bereits vorprogrammiert

Den schnellen Gewinnchancen bei solchen Geschäften stehen erheblich höhere Risiken gegenüber. In der Regel werden Ihre Einzahlungen auf dem vom Anbieter angegebenen Konto nur wenige Monate „überleben“.

Denn 90% solcher Geschäfte enden mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Dieser Tatsache kann niemand, auch der noch so versierte Trader nicht, aus dem Wege gehen.

Lassen Sie sich von den Anbietern auch nicht mit Versprechungen in die Irre führen, wonach sie gerade ein neues Analysesystem mit 90- oder 100%iger Trefferquote entwickelt hätten, an dem „nur ausgewählte Kunden wie Sie“ teilhaben könnten.

Zwar werden professionelle Termingeschäfte tatsächlich mit Hilfe von Computerprogrammen optimiert. Letztlich hängt der Erfolg oder Misserfolg am Terminmarkt aber noch immer von den richtigen oder falschen Entscheidungen von Menschen ab.

Erst wenn Sie die Grundlagen der Termin- und Optionsgeschäfte genügend beherrschen, können Sie in dem einen oder anderen der Ihnen in meinem Beratungswerk vorgestellten Fälle solche Instrumente für begrenzte, gut kalkulierte Zweck in eigener Regie sinnvoll nutzen.

Pennystocks und vorbörslich notierte Aktien: meist Papiere ohne jeglichen wirklichen Wert

Penny stocks sind Billigaktien, die bei Kursen unter einem Dollar oder noch weit darunter an einzelnen amerikanischen Nebenbörsen oder außerbörslich gehandelt werden.

Die meisten dieser Aktien sind so gut wie wertlos, weil die dahinterstehenden Gesellschaften entweder keine unternehmerische Substanz aufweisen oder sogar nur reine Briefkastenfirmen mit keinerlei Geschäftsbetrieb sind.

Da es für die meisten dieser Aktien keinen funktionierenden Markt gibt, können die Kurse je nach Belieben der Anbieter in die eine oder andere Richtung bewegt werden. Schon ein einzelner Kauf- oder Verkaufsauftrag mit entsprechendem Limit kann Kursveränderungen um 100% oder mehr an einem Tag bewirken.

Machen Sie sich dabei klar, dass der Kurssprung von 1 Dollar auf 2 Dollar tatsächlich prozentual genauso weit ist wie der von 50 auf 100 Dollar. Die Annahme, dass eine solche nur scheinbar geringe Veränderung um „nur“ 1 Dollar bei einer derartigen Aktie quasi jederzeit möglich ist, beruht aber auf einem Trugschluss.

Kein vernünftiger Investor ist bereit, für eine Aktie von einem Tag auf den anderen 100% mehr zu zahlen, wenn dies aus fundamentaler Sicht nicht tatsächlich gerechtfertigt erscheint. Solche Wunder gibt es an der Börse nur selten.

Ähnlich verhält es sich häufig mit Angeboten von Firmen, die Ihnen den „exklusiven“ Einstieg in ein Unternehmen vorschlagen, dessen Aktien irgendwann in den offiziellen Börsenhandel eingeführt werden sollen.

Nicht selten werden Ihnen dabei die Aktien für 1 oder 2 Euro offeriert, die nach den Prognosen der Vermittler an der Börse dann später angeblich mit dem Vielfachen dieses Preises notiert werden würden. Zwar kann der Erwerb solcher vorbörslichen Emissionen manchmal durchaus seriös sein.

Grundsätzlich sollten Sie bei diesen Angeboten aber immer auf der Hut sein und sich die angeblich so aussichtsreiche Firma, deren Geschäftsmodell, deren Manager und die Profiteure eines solchen vorbörslichen Erwerbs sehr genau ansehen.

Checkliste: So retten Sie Ihr Geld vor den Anlagehaien

  • Fallen Sie nicht auf Anbieter herein, die Ihnen – gerade vor dem Hintergrund möglicher schlechter Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Börsencrash der letzten Jahre – sichere Traumrenditen für Ihr Geld versprechen.

  • Wenn Sie an der Seriosität einer Geldanlage, in die Sie höhere Summen investieren wollen oder an die Sie sich längerfristig binden müssen, Zweifel haben, sollten Sie diese auf keinen Fall tätigen. Die Erfahrungen der GeVestor Redaktion zeigen: Ist der Betrug einmal passiert, kann es teuer werden. Vorsicht ist in jedem Fall besser als Nachricht.

  • Bedenken Sie, dass es keine Geldanlage gibt, bei der die versprochenen höheren Chancen nicht mit entsprechend größerem Risiko erkauft werden. Zwar lassen sich beispielsweise Anlagerisiken an der Börse durch bestimmte Terminmarktinstrumente absichern. Diese Absicherungen sind aber immer nur zeitweilig wirksam und kosten in der Regel wenigstens das Geld, das Sie über die erwartete höhere Rendite gerade erwirtschaften wollten.

  • Wenn Sie Angebote am grauen Kapitalmarkt nutzen wollen, achten Sie besonders auf die Bonität und Seriosität Ihres Partners. Eine größere Firma, die schon lange am Markt operiert und über die bei den Verbraucherverbänden keine Klagen vorliegen, bietet Ihnen im Zweifelsfall mehr Sicherheit als Firmen, die sich noch keinen „Namen“ gemacht haben und deshalb auch keine Leistungsnachweise vorzeigen können.

12. August 2003

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.

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