Warum Gold wieder vor glanzvollen Zeiten steht

Der Start ins neue Jahr fiel an den Aktienmärkten denkbar turbulent aus. Binnen weniger Tage verpuffte etwa im Dax der komplette Vorjahresgewinn, in Shanghai wurde bereits in der ersten Geschäftswoche zweimal der Börsenhandel gestoppt, weil die Verluste mit mehr als 7 Prozent zu groß wurden, und das zum Teil innerhalb kürzester Zeit.

Es herrscht große Verunsicherung an den Finanzmärkten. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass parallel zum Kursrutsch an den Aktienmärkten eine andere Kurve nach oben zeigte: der Goldpreis.

Gold als krisenfeste Währung wieder stärker gefragt

Seit seinen Höchstständen in den Jahren 2011 und 2012 befindet sich das Edelmetall im Sinkflug. Auch Faktoren wie die Griechenlandkrise im vergangenen Frühjahr oder das chinesische Börsenbeben im Sommer vermochten daran nichts zu ändern.

Nun aber scheint die Bedrohungslage vielfältig und akut genug zu sein, um den Goldpreis wieder anzuschieben – denn gerade in Krisensituationen haben sich Goldbeimischungen im Depot stets als stabilisierender Puffer erwiesen.

Und Krisen gibt es derzeit mehr als genug, sowohl auf Seiten der Politik und Wirtschaft als auch im sozialen Bereich und an den globalen Finanzmärkten.


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Kritische Entwicklung auf Finanzmarkt- und Konjunkturebene

Von den aktuellen Verwerfungen an den Märkten war weiter oben bereits die Rede. Zu denken ist neben Chinas Aktienturbulenzen auch an Ängste vor weiteren Währungsabwertungen und nicht zuletzt an den düsteren Ausblick, den manch ein vielbeachteter Börsenguru derzeit zeichnet. Investorenlegende George Soros etwa blickt äußerst sorgenvoll auf die Entwicklungen und prognostiziert einen Zusammenbruch der Anlagemärkte in nicht allzu ferner Zukunft.

Hinsichtlich der wirtschaftlichen Stärke ist es erneut vor allem China, das in jüngster Zeit für Unruhe sorgt. Das dortige Wirtschaftswachstum war im vergangenen Jahr schwächer ausgefallen als gedacht. Das Tempo der globalen Wachstumslokomotive scheint sich stetig zu verlangsamen.

Europa kämpft mit sich selbst

Europa kämpft unterdessen mit ganz eigenen Problemen. Die Flüchtlingssituation gestaltet sich zunehmend schwierig, rechte und linke politische Lager stehen sich in Deutschland und Europa unversöhnlich gegenüber und mittendrin laviert die Bundeskanzlerin, geschwächt von den eigenen Leuten, und hadert mit den Konsequenzen ihrer Einwanderungspolitik.

Das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte wie der AfD ist kein deutsches Phänomen, wie der Blick etwa in Richtung Frankreich oder nun auch Polen unterstreicht. Gewinnen europaskeptische Parteien weiter an Einfluss, dürfte dies gemeinsame Lösungen in Brüssel auf absehbare Zeit noch schwieriger machen, als sie ohnehin schon sind.

Die Stimmung ist zunehmend aufgeheizt, das soziale Klima wieder stärker durch die diffuse Angst vor einer mehr oder weniger abstrakten Bedrohung geprägt. Weniger abstrakt, sondern sehr konkret werden diese Befürchtungen angesichts der jüngsten Terroranschläge in Paris oder Istanbul. Die Verunsicherung, die auch hierzulande herrscht, zeigt sich etwa mit Blick auf das abgesagte Fußballländerspiel in Hannover vergangenen November oder die heftigen Debatten nach den Silvesterübergriffen von Köln.

Laufende und drohende Kriege jenseits von Europa

Jenseits von Europa toben derweil Kriege zwischen diversen verfeindeten Gruppen, die den koordinierten Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) noch unübersichtlicher und komplizierter machen.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist einer der maßgeblichen Auslöser der massenhaften Flüchtlingsbewegungen – und der Ton zwischen Iran und Saudi-Arabien hat sich Anfang des Jahres ebenfalls bedrohlich verschärft. Eine Eskalation würde nicht nur den seit anderthalb Jahren drastisch gefallenen Ölpreis enorm befeuern, sondern auch die Finanzmärkte insgesamt auf eine harte Probe stellen.

Was Anleger jetzt tun können

Angesichts all dieser Krisenszenarien erscheint es nur logisch, dass Anleger inzwischen wieder verstärkt auf Gold setzen. Experten empfehlen in aller Regel eine Depotbeimischung von etwa 10 Prozent.

Während physisches Gold dabei vor allem zur Absicherung und gegebenenfalls als Notfallreserve dient, lassen sich Gewinne eher mit Aktien von Minenbetreibern erzielen – vorausgesetzt der Goldpreis zieht weiter an.

Anleger sollten jedoch beachten, dass es sich beim Investment in Goldminenaktien um spekulative Geschäfte mit relativ hohen Risiken handelt. Um diese zu reduzieren, empfiehlt es sich, Aktien verschiedener Minenbetreiber ins Portfolio zu mischen.

Geht die Rechnung auf, winken hohe Gewinne angesichts des Ausverkaufs der Branche in den vergangenen Monaten. Allerdings ist nicht gesagt, dass die Bodenfindung beim Goldpreis nun tatsächlich abgeschlossen ist, nur weil es im Januar aufwärts ging. Um von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen, ist es noch zu früh.

29. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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