Gold: Die 4 wirklichen Gründe für den Preisverfall (plus Prognose)

Der Goldpreis sorgt bei Rohstoffexperten schon länger für Kopfzerbrechen, und nun auch noch das:

Am Montag ist der Preis für das Edelmetall kräftig eingebrochen und auf ein Fünfjahrestief gefallen.

Erstmals seit 2010 war die Feinunze für weniger als 1.100 Dollar zu haben. Und der Preisrutsch ist noch nicht vorbei: Auch am Dienstag und Mittwoch gab der Kurs weiter nach.

Politische Entspannung

Die Gründe für den neuerlichen Preisverfall sind vielfältig. Auf der Hand liegt vor allem, dass der Bedarf nach Gold als „sicherem Hafen“ in Krisenzeiten zuletzt nachgelassen hat.

Seit man sich in Europa auf einen Modus Vivendi in Sachen Griechenland verständigt hat, scheint die Gefahr eines Grexits oder auch eines Auseinanderbrechens der Währungsunion zumindest vorläufig vom Tisch.

Auch die politische Annäherung zwischen den USA und Kuba sowie der Kompromiss im Atomstreit mit dem Iran haben für Entspannung gesorgt.


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Gerade Letzteres dürfte zudem dafür sorgen, dass die westlichen Sanktionen gelockert werden und der Iran schon bald wieder an den internationalen Ölmarkt zurückkehrt.

Das würde den – ebenfalls seit Monaten sehr niedrigen – Ölpreis weiter drosseln. Eine stärkere Inflation ist daher erst einmal nicht in Sicht.

China hat weniger Gold als gedacht

Die Erholung des Dollar sowie die für Herbst geplante schrittweise Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve sorgt außerdem dafür, dass die US-Währung für Anleger wieder attraktiver wird – nicht zuletzt zu Lasten des Goldpreises, denn die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall lässt parallel nach.

Für einen Schock am Goldmarkt sorgte außerdem eine Meldung vom vergangenen Freitag:

Erstmals seit 2009 hat China bekanntgegeben, wie viel Gold es tatsächlich hortet. Demnach sind die Goldreserven in diesem Zeitraum zwar um fast 60 % auf mittlerweile 1.658 Tonnen gestiegen.

Doch die Hinterlegung von Devisen-Reserven mit Gold ist zugleich von 1,8 auf 1,65 % zurückgegangen. Unterm Strich besitzt China somit weniger Gold-Reserven als Experten vorab geschätzt hatten.

Analysten uneinig über Prognosen

Wohin die Reise für das Edelmetall in Zukunft geht, darüber gibt es unter Analysten geteilte Meinungen. Die meisten warnen vor einem größeren Preisverfall.

Demnach könnte schon bald die 1.000-Dollar-Grenze wackeln. So sieht etwa die DZ Bank den Goldpreis in zwölf Monaten nur noch bei 990 Dollar je Unze.

Auch bei Goldman Sachs sieht man die Lage pessimistisch und rechnet mit einem weiteren Kursrutsch in den kommenden Monaten.

Doch es gibt auch Optimisten, die argumentieren, dass schon bald eine Bodenbildung einsetzen und der Goldpreis mittelfristig die 1.000-Dollar-Marke halten wird. Ein Grund dafür könnte beispielsweise eine Angebots-Verknappung sein.

Denn aufgrund des niedrigen aktuellen Preisniveaus können sich auch viele Minenbetreiber nicht mehr lange halten, kleinere Minen mussten bereits schließen und selbst große Goldproduzenten gerieten zuletzt massiv unter Druck.

Die Aktie von Barrick Gold etwa hat innerhalb weniger Tage mehr als 20 % an Wert verloren.

Auf Dauer könnte der fallende Goldpreis also auch für ein geringeres Angebot sorgen – oder für steigende Nachfrage.

28. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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