Gold rauscht in den Keller

Ist der Goldrausch vorbei? Die Meldungen überschlagen sich seit einigen Tagen. Kein Wunder, wirft man einen Blick auf den Goldpreis.

Der hat in den ersten Oktobertagen massiv Federn lassen müssen. Die Feinunze, die am 30. September noch mehr als 1.310 US-Dollar kostete, war zuletzt für unter 1.260 Dollar zu haben. Damit wurde eine Unterstützungslinie nach unten durchbrochen, die wochenlang gehalten hatte.

Bereits seit Juli zeigte sich der Goldpreis recht volatil, bewegte sich aber stets oberhalb von 1.300 Dollar je Feinunze. Ein Ausbruch schien in beide Richtungen denkbar. Letztlich genügte nun ein winziger Funke, um das Edelmetall in die Tiefe rauschen zu lassen.


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Notenbankgerüchte lassen Goldpreis einbrechen

Der Impuls kam einmal mehr von Seiten der Notenbanken. So machten Gerüchte die Runde, wonach die Europäische Zentralbank ihr Anleihekaufprogramm früher als geplant drosseln will. Ein Dementi der Bundesbank verhallte am Parkett nahezu ungehört, Anleger reagierten hoch nervös.

Ein weiteres Verkaufssignal kam aus den USA. Dort fielen die Arbeitsmarktdaten zuletzt besser aus als erwartet, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Federal Reserve noch in diesem Jahr an der Zinsschraube dreht und den Leitzins etwas anhebt.

Obgleich der Schritt einerseits von langer Hand angekündigt ist und andererseits das Zinsniveau auch nach einer weiteren behutsamen Anhebung immer noch extrem niedrig wäre, reagieren die Märkte höchst allergisch auf entsprechende Meldungen.

Steigende Zinsen – sinkender Goldpreis

Dass sich steigende Zinsen negativ auf den Goldpreis auswirken, ist ein altbekannter Mechanismus. Im Gegensatz zu vielen anderen Anlageformen wirft Gold keine Zinsen ab, sondern verursacht ganz im Gegenteil seinerseits Kosten und dient daher lediglich der Vermögensabsicherung und wird in der Regel eher nicht zu Zwecken der Wertsteigerung angeschafft. Alternative Anlagemöglichkeiten gewinnen also durch steigende Zinsen an Attraktivität, während Gold verliert.

Es gibt jedoch durchaus auch Faktoren, die perspektivisch trotz allem für einen noch stärker ansteigenden Goldpreis sprechen. Sollte etwa Donald Trump wider Erwarten die Präsidentschaftswahl im November gewinnen, rechnen Beobachter fest mit einem erneuten Ansturm auf das Edelmetall.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Schauplätze und politische Konstellationen, die für Verunsicherung sorgen. Nicht ohne Grund gehen nach wie vor zahlreiche Analysten davon aus, dass der aktuelle Kursrückgang lediglich eine kurzfristige Konsolidierungsphase darstellt und letztlich eine gute Kaufgelegenheit bietet.

Günstige Einstiegsgelegenheit?

Perspektivisch rechnen immer noch viele Beobachter mit einem Anstieg des Goldpreises. Die Bank of America etwa hob erst im August ihre Prognose an auf 1.475 Dollar je Feinunze und ist mit dieser Einschätzung nicht allein.

Interessierte Anleger, die den bisherigen Goldrausch 2016 verpasst haben, sollten jedoch nicht zu früh ins fallende Messer greifen.

8. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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