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Gold-Silber-Ratio: Die ungleichen Geschwister

Das Gold-Silber-Ratio: Ein Maßstab, den Investoren heranziehen können, um die Über- oder Unterbewertung des einen Metalls zum anderen zu bestimmen.

Silber zu Gold: noch immer billig

Die Frage, wie viele Unzen Silber muss ich auf den Tisch legen, um eine einzige Unze Gold erwerben zu können, war für Investoren immer ein wichtiges Indiz, um die relative Höhe der Preise zueinander zu bestimmen.

Aktuell liegt das Verhältnis bei etwa 53 (Oktober 2012). Diese Zahl sagt zunächst einmal nichts, wenn man nicht mit den Vergleichszahlen früherer Perioden vertraut ist.

Das Gold-Silber-Ratio in der Geschichte: Vom Mittelalter bis 1800

Im Mittelalter war die Erde angeblich flach wie eine Scheibe. Silber und Gold fungierten einzig als Geld. Papiergeld, Kreditkarten und all diesen modernen Unsinn gab es noch nicht. Doch hätte es sie gegeben, wäre Niemandem auch nur im Traum eingefallen, diese zu akzeptieren.

Und zu einander standen Gold und Silber in einem Verhältnis von etwa 1:7. Das war für das kleine Silber deutlich günstiger als das 1:16 Ratio, das der antike König Midas einst festgelegt hatte. Silber war im Verhältnis zum Gold relativ knapp. Außerdem war das Silber um 1450 so teuer wie nie zuvor und sollte es auch bis heute nicht mehr werden.

Nach 1450 begann für den Silberpreis eine Zeit des ständigen Niederganges. Allerdings verlief diese nicht konstant, sondern in Schüben. Nachdem die Hochpreisphase des späten Mittelalters Geschichte war, pendelte sich das historische 1:16 langsam wieder ein und blieb für viele Jahrzehnte bestehen.


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Das ungleiche Geschwisterpaar (1800 bis 1900): Das Verhältnis von Gold zu Silber entkoppelt sich

Mitte des 19. Jahrhunderts leitete die industrielle Revolution den nächsten großen Wechsel ein. Die Geschichte der Elektrotechnik begann und anders als Gold, dessen Einsatz zu teuer war, kam das Silber immer mehr auch außerhalb der Schmuckindustrie zum Einsatz.

Es leitete den Strom hervorragend und war bei weitem nicht so teuer wie das Gold. Außerdem kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Fotographie auf. Sie war bis zum Aufkommen der modernen Digitalkameras eine exklusive Spielwiese für das Silber.

Die Wege von Gold und Silber trennten sich. Beide waren seit der Antike den Erzen entrungen und dann in Form von Schmuck und zeremoniellen Gefäßen gehortet worden. Das Silber nahm jetzt in der Wahrnehmung der Menschen immer mehr den Charakter eines Industriemetalls an.

Hinzu kam, dass der Währungsstreit der Regierungen, ob die Landeswährung in Gold oder doch besser in Silber gedeckt sei, zunehmend zugunsten des Goldes entschieden wurde.

Silber ist das Gold des kleinen Mannes

Das Silber, das noch immer als das Gold des kleinen Mannes galt, verlor im Gegensatz zum Gold, immer mehr an Wert. Das Gold-Silber-Verhältnis verschlechterte sich zunehmend und erreichte in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts mit 100 einen ersten markanten Tiefpunkt.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ging man insbesondere in den USA dazu über, den verfügbaren Silberbestand langsam zu reduzieren. Das war auch nicht unbedingt hilfreich, um dem Gold-Silber-Verhältnis wieder Flügel zu verleihen. Trotzdem setzte eine langsame Erholung des Silberpreises ein.

An zusätzlichem Schwung gewann der Silbermarkt besonders in den 70er-Jahren. Doch damals ging leider nicht alles mit rechten Dingen zu.

Ein kurzes Hoch und ein langer Abstieg: Eine prägende Erfahrung vom Gold-Silber-Ratio

Hätten die Gebrüder Hunt in den späten 70er-Jahren nicht begonnen, den Silbermarkt durch gezielte Aufkäufe künstlich zu verknappen, wer weiß, ob eine Unze Gold damals wirklich nur 20 Unzen Silber gekostet hätte?

Nach dem Ende der Manipulation verschlechterte sich das Verhältnis rasch wieder. Mitte der 90er-Jahre schien das Silber im Verhältnis zum Gold fast seinen ganzen Wert verloren zu haben:

100 Unzen musste man aufwenden, um nur 1 Unze Gold zu bekommen. So gesehen können wir uns mit den heutigen 53 Unzen fast noch glücklich schätzen.

Kaufempfehlung fürs Silber: Das aktuelle Gold-Silber-Verhältnis

Noch vor kaum mehr als 12 Monaten pendelte das Gold-Silber-Verhältnis noch bei Werten zwischen 32 und 35 und dort gehört es meines Erachtens auch viel eher hin als in den Bereich von 53.

Bevor ich also für meine Euros, Dollars, Yens, Yuans oder was auch immer auch nur eine einzige Unze Gold kaufen würde, kaufe ich bei den derzeitigen Preisen lieber 53 Unzen Silber.

Diese Haltung ist natürlich nicht für alle Ewigkeit festgeschrieben. Wenn ich für 20 oder weniger meiner 53 Silberunzen irgendwann wieder eine Unze Gold bekomme, dann werde ich sicher über einen Rücktausch nachdenken und dem Gedanken früher oder später auch die notwendigen Taten folgen lassen. Aber so weit ist es noch nicht. Noch nicht.

27. Februar 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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