Goldpreis runter auf 350 USD? Was laut Analysten dahinter steckt

Schmiert der Goldpreis jetzt noch einmal so richtig ab? Bereits seit Jahren kämpfen die Goldfans gegen den stetigen Wertverfall des Edelmetalls, doch glaubt man einer neuen Studie, ist die Talsohle noch lange nicht erreicht.

Seit dem Höchststand im Jahr 2011, als die Feinunze für knapp 1.900 Dollar gehandelt wurde, hat der Goldpreis rapide nachgelassen. Nach einigem Auf und Ab im Jahr 2012 folgte der heftige Absturz in 2013: Binnen weniger Monate rauschte der Preis je Feinunze von fast 1.700 auf nur noch rund 1.200 Dollar.

Auf diesem Niveau pendelte sich der Kurs ein, zuletzt wurde die Feinunze im vergangenen Juni zu gut 1.200 Dollar gehandelt. Doch allein in den vergangenen drei Monaten ging es noch einmal um 9 Prozent abwärts auf mittlerweile unter 1.100 Dollar.

Die Nachfrage hat spürbar nachgelassen, selbst Münzsammler greifen inzwischen deutlich seltener zu, wie etablierte Händler im Frühsommer berichteten.


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Fällt die 1.000-Dollar-Marke?

Wer als Anleger dennoch nach wie vor auf Gold setzt, hat als Schmerzgrenze womöglich die 1.000-Dollar-Linie im Blick. Doch auch die könnte bald fallen.

Experten sind sich inzwischen weitgehend einig, dass eine faire Bewertung aktuell bei etwa 850 Dollar je Feinunze liegt. Doch angesichts der insgesamt sehr nervösen Rohstoffmärkte und der Turbulenzen, vor denen auch die sonst als so krisensicher geltenden Edelmetalle nicht gefeit sind, geistern nun neue Horrorszenarien durch die Branche.

Stürzt der Goldpreis auf 350 Dollar ab?

Diese These vertritt nicht irgendwer, sondern Claude Erb, ein ehemaliger Fondsmanager und Rohstoffexperte, der bereits 2012 einen länger andauernden Kurssturz vorhersagte – zu einem Zeitpunkt, als der Preisverfall gerade erst begonnen hatte und die Feinunze noch mindestens um die 1.600 Dollar kostete.

Erb warnt, dass die Durststrecke noch länger anhalten und sich der Kurssturz noch weiter fortsetzen wird – selbst wenn zwischenzeitlich kürzere Erholungstendenzen erkennbar sein sollten.

Kurssturz auf 350 Dollar?

Doch sind 350 Dollar tatsächlich realistisch? Nicht unbedingt. Gold gilt nach wie vor als globale Währung, mit der man sich als Anleger zuverlässig gegen Krisen schützen kann. Sicherlich wird das Edelmetall seinen Wert nie ganz verlieren. Doch ob eine Wertsteigerung in absehbarer Zeit erzielt werden kann, bleibt zumindest fraglich.

Denn in einem Punkt ist sich Erb mit zahlreichen Analysten durchaus einig: Der Goldpreis dürfte noch weiter fallen – und das aufgrund der hohen Nervosität im Markt womöglich auch unter die eigentlich faire Bewertung von 850 Dollar je Feinunze.

Wer also trotz allem Goldbestände im eigenen Depot halten möchte, sollte einen langen Atem mitbringen und sich durch weitere Rückschläge nicht zu Panikverkäufen verleiten lassen. Doch wer angesichts des Preisverfalls der letzten Jahre noch am Gold festhält, zählt wohl ohnehin zu den Fans des Edelmetalls. Davon gibt es ziemlich viele – und vielleicht sind gerade sie es, die dafür sorgen, dass die skizzierten Horrorszenarien nicht zur Realität werden.

10. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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