Gold: Warum der Goldpreis fällt

Gerade wurde Gold noch hochgejubelt, doch jetzt droht die Stimmung zu kippen. Erste Beobachter warnen vor einem möglicherweise dramatischen Absturz des Goldpreises – was ist da los?

In den letzten beiden Jahren hatte Gold einen schwierigen Stand. Von einem Hoch jenseits der 1.750 Dollar im Spätsommer 2012 setzte ein tiefer Sturz ein, der das Edelmetall bis Mitte des Jahres 2013 unter die Marke von 1.250 Dollar drückte.

Trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen setzte sich der Preisverfall auch 2014 fort, zum Jahresende hin fand der Goldpreis einen Boden bei knapp 1.150 Dollar.

Flucht in die „krisenfeste Währung“ Anfang 2015

Doch dann setzte eine überraschende Trendwende ein. Unter dem Eindruck der griechischen Parlamentswahl und einer drohenden Eskalation im Konflikt um die Ukraine flüchteten viele Anleger in Gold, das noch immer als „krisensichere Währung“ gilt.

In turbulenten Zeiten, wie es der Jahresbeginn 2015 zweifelsohne war, wird das Edelmetall immer wieder als sicherer Hafen gewählt und die Depotbeimischung entsprechend erhöht. Das trieb den Goldpreis deutlich an. Binnen weniger Wochen war die Feinunze plötzlich wieder 1.300 Dollar wert.


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Experten reagierten zunächst etwas überrascht, zeigten sich dann aber optimistisch für einen weiteren Anstieg des Goldpreises und empfahlen, die Anteile aufzustocken.

Neuerdings aber wird vermehrt vor einem erneuten Preisrutsch gewarnt, einzelne Analysen warnen gar vor einem Absturz unter die 1.000-Dollar-Marke.

Lässt die Zinsanhebung den Goldpreis abstürzen?

Der Hintergrund ist denkbar einfach: Bereits seit geraumer Zeit rechnen die Märkte zur Jahresmitte hin mit einer schrittweisen Zinsanhebung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Dies würde den Goldpreis drücken.

Erste Anzeichen dieser Entwicklung waren bereits Anfang der Woche erkennbar, als der Kurs für das Edelmetall nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten deutlich zurückgegangen war. Zuletzt wurde die Feinunze zu rund 1.150 Dollar gehandelt – Tendenz? Ungewiss.

Denn viele Minenbetreiber haben sich zuletzt auf niedrigere Goldpreise eingestellt und ihrerseits die laufenden Kosten gesenkt. Insofern wären sie von einem neuerlichen Preisrückgang weniger stark betroffen, sodass von dieser Seite nicht unbedingt von einer Angebotsverknappung auszugehen wäre.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Frühlingsmonate ohnehin traditionell häufig eine Flaute in der Goldpreisentwicklung mit sich bringen.

Es bleibt ein Lichtblick

Doch für alle, die sich dennoch nicht ganz von ihren Goldinvestitionen trennen möchten, gibt es auch ein Licht am Horizont: Denn die ohnehin starke Nachfrage aus Asien nach physischem Gold dürfte bei rückläufigen Preisen noch weiter anziehen und ihrerseits den Wert des Edelmetalls wieder in die Höhe treiben.

Analysten gehen daher nach einem Tief im Sommer von erneut steigenden Goldpreisen in der zweiten Jahreshälfte aus. Zum Jahresende hin sehen sie den Kurs nach aktuellen Schätzungen wieder bei etwa 1.280 Dollar.

Zudem sieht der Goldkurs in Euro deutlich weniger verheerend aus als das Dollar-Pendant. Hier war der Absturz 2013 noch dramatischer ausgefallen: Der Preis rauschte von gut 1.350 Euro im Jahr 2012 in dreistellige Regionen im Herbst 2013 und verharrte monatelang auf diesem Niveau knapp unterhalb der 1.000-Euro-Schwelle.

Seit Beginn des Jahres ging es aber nun auch hier deutlich aufwärts. Trotz des jüngsten Rückgangs in Dollar konnte sich der Preis je Feinunze nach einem Hoch von etwas über 1.150 Euro Ende Januar immerhin noch bei zuletzt etwas mehr als 1.085 Euro behaupten.

13. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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