Gold: Wer profitiert vom Preisrutsch?

Der Goldpreis erhitzt die Gemüter:

Nicht wenige wittern seltsame Geschehnisse angesichts des heftigen Kursverfalls Anfang Oktober.

Verschwörungs-Theorien geistern durch die Märkte.

Ein Blick auf die Fakten: Der Goldpreis ist Anfang des Monats binnen kürzester Zeit massiv eingebrochen und hat innerhalb weniger Tage um rund 100 Dollar nachgegeben.

Kurz zuvor hatten sich die drei großen Notenbanken negativ zum Goldpreis geäußert. Und in der 1. Oktober-Woche wurde in China feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Wer profitiert?

Wer profitiert vom jüngsten Preisverfall? V. a. die Banken, die in der Zeit vor dem BrExit auf fallende Kurse gesetzt hatten und dann auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

Kaum jemand hatte auf dem Zettel, dass die Briten tatsächlich für einen Austritt aus der EU stimmen würden, die Wetten bei den Buchmachern gingen eindeutig dagegen.

Die Geschichte kam bekanntlich anders und verursachte herbe Verluste. Und nun fällt der Goldpreis just auf das Niveau, das er unmittelbar vor dem BrExit-Votum hatte – Zufall?


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Zumindest lässt sich nicht eindeutig nachweisen, dass es sich um ein abgekartetes Spiel handelt und noch viel weniger, von welcher Seite dies seinen Ausgang genommen hätte.

In welche Richtung geht es weiter?

Manch einer rechnet nun mit einem weiteren Preisverfall.

Das scheint nicht ausgeschlossen, doch zuletzt zeichnete sich eher eine Bodenbildung bei etwa 1.250 US-Dollar je Feinunze ab.

Das ist eine Unterstützungs-Linie, um die sich der Goldpreis auch im Frühjahr monatelang pendelnd bewegt hat.

Verglichen mit dem Wert des Edelmetalls im vergangenen Dezember ist das ein deutliches Plus:

Damals markierte der Goldpreis sein Jahrestief, als er kurzzeitig unter die Marke von 1.050 Dollar rutschte.

Die Rally, die in den Monaten darauf folgte, kam für die meisten Beobachter ebenfalls überraschend.

Immerhin war Gold in den vergangenen Jahren nicht gerade beliebt, Anleger machten einen großen Bogen um das Edelmetall und investierten lieber in Aktien.

Spekulation für Risikofreudige

Doch dann hat sich das Blatt zum Positiven gewendet – eine Entwicklung, die auch jetzt nicht ausgeschlossen scheint.

Beeinflusst wird die weitere Goldpreisentwicklung vor allem durch die Zinspolitik der Notenbanken, verkürzt gesagt lässt sich festhalten: Steigen die Zinsen, fällt der Goldpreis.

Aber auch die politische Großwetterlage sowie singuläre Ereignisse können den Goldpreis – zumindest kurzfristig – in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen.

Der BrExit hat das eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Eine theoretisch denkbare Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November dürfte ähnliche Auswirkungen entfalten.

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass Wetten auf die Goldpreis-Entwicklung immer eine gewisse Spekulations- und Risiko-Bereitschaft voraussetzen.

Um eine höhere Rendite zu erzielen, etwa durch Zertifikate oder gebündelte Finanz-Produkte, müssen Anleger stets auch höhere Risiken kalkulieren.

Wer hier einsteigen will, sollte sich zuvor überlegen, in welchen Sphären er die Balance aus Risiken und Rendite-Optionen ansetzen will.

28. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt