Gold: Zins-Anhebung unwahrscheinlich

Die Märkte sind im Goldrausch – dieses Credo hängt zweifelsohne über dem Jahr 2016.

Bereits im 1. Halbjahr war das Edelmetall gefragt wie schon lange nicht mehr, und seit Anfang Juli hat der Preis für die Feinunze mehrfach die Marke von 1.350 Dollar überschritten.

Auf Jahressicht hat der Goldpreis damit um satte 20% zugelegt, besonders steil verlief die Rally in den ersten Wochen nach dem Jahreswechsel, als die Aktienmärkte weltweit von schweren Turbulenzen erschüttert wurden.

Brexit verdaut, Goldpreis hoch

Eine weitere Zäsur bildete das Brexit-Votum Ende Juni: Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die Briten tatsächlich für einen Austritt aus der Europäischen Union votieren würden.

Dementsprechend waren die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen zuvor gestiegen, während der Goldpreis nachgab. Am Tag nach der Abstimmung zeigte sich dann das umgekehrte Bild:

Schwer getroffen vom Brexit-Schock gingen die Aktienmärkte in die Knie, während der Goldpreis binnen kürzester Zeit in die Höhe schoss.


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Der erste Schreck ist inzwischen verdaut, die Aktienmärkte haben sich etwas beruhigt, der Goldpreis hingegen konsolidierte sich auf hohem Niveau oberhalb von 1.300 Dollar je Feinunze.

Dreht die Fed an der Zinsschraube?

Der Blick richtete sich zuletzt wieder verstärkt auf die Faktoren, die den Goldpreis eigentlich maßgeblich mitbestimmen – die Geld- und Zinspolitik der Notenbanken etwa:

Die US-Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen deuteten vor wenigen Wochen in viel beachteten Reden eine mögliche Zinsanhebung noch im laufenden Jahr an, ein Fed-Vize sprach sogar von 2 möglichen Anhebungen.

Das würde bedeuten, dass nicht nur im Dezember, sondern auch schon im September an der Zinsschraube gedreht werden würde. Steigende Zinsen würden nach traditioneller Logik den Goldpreis belasten.

Denn das Edelmetall wirft keinerlei Erträge ab, sondern dient v. a. der Vermögens-Absicherung in unsicheren Zeiten, wenn das Vertrauen in Papier-Währungen und Aktien-Geschäfte schwindet.

Zins-Anhebung zunehmend unwahrscheinlich

Doch ob es tatsächlich zu einer zeitnahen Zins-Erhöhung kommt, bleibt abzuwarten. Die jüngsten US-Konjunkturdaten, v. a. der Arbeitsmarkt-Bericht und der Einkaufsmanager-Index, fielen deutlich schlechter aus als gedacht.

Besonders die Stimmung unter den Einkäufern trübte sich wesentlich stärker ein, als Experten vorausgesagt hatten, und landete mit nur noch 51,4 Zählern auf dem niedrigsten Wert seit Anfang 2010.

79% der Marktteilnehmer rechnen Befragungen zufolge nicht mit einer Zins-Anhebung durch die Federal Reserve im September.

Würden die Notenbanker den Schritt dennoch beschließen, könnte das zu heftigen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen – und das wenige Wochen vor der nächsten möglichen Zäsur:

Am 8. November wählen die US-Amerikaner bekanntlich ihren nächsten Präsidenten oder ihre erste Präsidentin.

Für den Fall, dass Donald Trump ins Weiße Haus einzieht, dürften in nächster Zeit noch ganz andere Unsicherheiten die Märkte beschäftigen.

Insofern ist eher nicht davon auszugehen, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung, die turnusmäßig um den 21. September stattfinden wird, den Leitzins anhebt.

Dementsprechend gilt für Gold-Fans wohl auch weiterhin: volle Kraft voraus.

9. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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