Goldpreis bald bei 2.300 USD: Was die Experten jetzt sagen

Gold steckt zurzeit in einer Imagekrise. Schon immer galt das Edelmetall als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten und müsste deswegen gerade jetzt äußerst gefragt sein: Terrorbanden sind im Nahen und Mittleren Osten auf dem Vormarsch, Griechenland pokert um seinen Rauswurf aus der Euro-Zone und in China rauscht die Börse in die Tiefe.

Und was macht der Goldpreis? Er steigt nicht etwa, wie man vermuten müsste, sondern entwickelt sich seit Monaten äußerst schleppend bis rückläufig. Zuletzt machten Meldungen die Runde, wonach sogar Münzsammler dem Edelmetall den Rücken kehren.

Staaten bunkern die krisenfeste Währung zwar weiterhin – und das zunehmend auch auf heimischem Boden –, doch private Investoren und Kleinanleger machten zuletzt einen großen Bogen sowohl um physisches Gold als auch um die Aktien von Minenbetreibern.


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Goldpreis in drei Jahren bei 2.300 Dollar?

Doch damit könnte bald Schluss sein. Eine aktuelle Studie sieht Gold wieder auf dem Vormarsch – und prognostiziert einen Wert von 2.300 US-Dollar je Feinunze schon in drei Jahren. Zum Vergleich: Zuletzt lag der Kurs bei gerade einmal rund 1.160 Dollar.

Woher also der Optimismus? Die Analyse des Liechtensteiner Vermögensverwalters Incrementum AG nennt hierfür mehrere Gründe.

In erster Linie werden die Bemühungen der Notenbanken genannt, die Teuerungsrate anzukurbeln und in die Höhe zu treiben. Hierzu hatte vor einigen Jahren die US-Notenbank Federal Reserve die Druckerpresse angeworfen. Inzwischen wurde das QE-Programm (Quantitative Easing) schrittweise zurückgefahren.

Doch im Frühjahr 2015 zog die Europäische Zentralbank nach. Sie flutet nun ihrerseits die Finanzmärkte mit frischem Kapital und wird dies voraussichtlich noch bis mindestens September 2016 tun. Ihr Ziel ist es, die Inflationsrate auf 2 Prozent zu steigern – ein Niveau, auf dem sie von stabilen Preisen ausgeht.

Nachwehen des Crashs von 2007

Zugleich haben sich als Folge der Finanzkrise Konzentrationsbewegungen gezeigt, was das „Too Big To Fail“-Risiko deutlich höher erscheinen lässt. Auch das weltweite Schuldenniveau liegt inzwischen um rund 40 Prozent höher als noch 2007.

Kurzum: Die Finanzwelt laboriert noch immer an den Folgen des großen Crashs, den Lehman-Pleite, Immobilienblase und europäische Staatsschuldenkrise ausgelöst haben. Dass Griechenland dieser Tage stärker denn je auf einen „Grexit“, also ein Ausscheiden aus der Währungsunion, zusteuert, unterstreicht diesen Eindruck umso mehr.

Für die Aktien von Minenbetreibern spricht aus Sicht der Experten darüber hinaus, dass diese im Verhältnis zum Goldpreis derzeit deutlich unterbewertet sind, ihre Margen aber wieder etwas erhöhen konnten. Das war allerdings auch notwendig, schließlich sind in vielen Fällen die Kosten gestiegen, was manch einen Minenbetreiber auch in Existenznöte brachte. Auch im Minensegment rechnen die Analysten mit Konzentrationstendenzen und Übernahmewellen.

Ihr Fazit: Der Bärenmarkt wird nicht ewig so weitergehen, daher unterstreichen sie durch den Titel ihrer Studie „In Gold we trust“.

10. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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