Goldpreis in Euro weiterhin stabil

Der Goldpreis in Euro zeigt sich krisenfest.

Gold ist nicht nur als Schutz vor Inflation wertvoll.

Der Bullenmarkt der Edelmetalle ist weiterhin intakt. Dass er sich nach zehn Jahren von seiner schwierigen Seite zeigt, ist nicht weiter ungewöhnlich. Langjährige Bullenmärkte neigen dazu, immer wieder die zittrigen Hände aus dem Markt zu schütteln.

Seit dem Edelmetall-Crash im letzten September zermürbt das viele Hin und Her der Kurse sicherlich den einen oder anderen Trader.

Hier sollte man allerdings realistisch einordnen, was man vom Goldpreis kurzfristig erwarten kann und was nicht. Gold wird gerne als Inflationsschutz gesehen. Langfristig macht das auch Sinn.

Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen, die viel direkter mit der Inflationsrate zusammenhängen, reagiert der der Goldpreis aber vor allem sehr stark auf das Verhalten der Notenbanken.

Liquidität als wichtiger Treiber für den Goldpreis

Die starken Phasen des Gold-Bullenmarkts lassen sich durch das Verhalten der Zentralbanken – allen voran der amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED) – erklären.

Der erste steile Anstieg passierte von 2002 bis Anfang 2008. Der damalige Notenbank-Chef Alan Greenspan legte mit seiner Politik des billigen Geldes so richtig los und beschwor damit die Subprime-Krise in den USA hervor.

In der Rezession 2008 stürzte der Goldpreis zusammen mit den anderen Rohstoffen ab. Im Herbst 2008 legte die FED mit Ihren ersten Stützungskäufen für Staatsanleihen los – nichts anderes als Gelddrucken. Die zweite starke Phase des Goldpreises begann.

Dann war Ende 2009 erst mal wieder Pause mit den Liquiditätsspritzen angesagt. Der Goldpreis korrigierte zwar von Dezember 2009 bis August 2010 nicht deutlich, wirklich viel Freude hat er in diesem Zeitraum aber auch nicht bereitet.

Deflationsängste kamen nach dem ersten Griechenland-Einschlag auf. Die FED reagierte prompt mit der Verkündung weiterer Staatsanleihen-Käufe und der Goldpreis nahm bis September 2011 wieder Fahrt auf.

Krise als weiterer Treiber für Goldpreis

Alle diese Phasen haben gemeinsam, dass der Goldpreis in US-Dollar stärker gestiegen ist als in Euro. Seit Anfang Mai fällt Gold in US-Dollar zwar mit den Aktien und anderen Rohstoffen, weist dabei aber relative Stärke auf.

In Euro sieht der Goldpreis nicht nur relativ gesehen weiterhin gesund aus. Wie schon beim ersten Griechenland-Dilemma vor zwei Jahren wirkt Gold als stabilisierender Faktor im Anleger-Portfolio.

Dramatisiert sich die griechische Tragödie in den nächsten Wochen weiter – was nicht unwahrscheinlich ist – sollte der Goldpreis steigen. Mehr Potential bietet er allerdings an dieser Stelle in Euro und nicht in US-Dollar.

Inzwischen sind eine Vielzahl von ETCs auf Gold aufgelegt worden. Bei ETCs auf Gold ist er daher wichtig zu beachten, dass Sie bei der Auswahl die Währungskomponente berücksichtigen.

Der Gold-Bullenmarkt ist nicht vorbei. Wie Sie sehen ist es aber wichtig zu verstehen, welcher Treiber für den Goldpreis gerade am wirken ist.

Mehr zum Thema: Goldpreis: Entwicklung und Beeinflussung

25. Mai 2012
von
david_gerginov_
Seit seiner Jugend beschäftigt sich David Gerginov mit dem Kapitalmarkt und den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. Sein wichtigstes Anliegen ist dabei das Aufzeigen von Zusammenhängen und die möglichst einfache Darstellung von komplexen Sachverhalten.

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