Goldpreis Tiefpunkt erreicht? Jetzt sogar von Münzsammlern gemieden

Verliert das Edelmetall seine treuesten Anhänger? Einiges deutet darauf hin, dass der Einbruch beim Goldpreis kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern sich weiter fortsetzen wird.

Denn neuerdings bricht sogar die Nachfrage nach Goldmünzen weg. Im Mai erreichte der Verkauf der Sammlerstücke den tiefsten Wert seit acht Jahren – und das nicht nur in den USA, sondern auch in Australien, das auf dem Markt der Goldproduzenten ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt.

Wenn sich nun sogar die Münzsammler vom Gold abwenden, symbolisiert dies das i-Tüpfelchen einer Entwicklung, die bereits seit Längerem zu beobachten ist. In physisches Gold investieren immer weniger Anleger.

Höchstwerte im Herbst 2011

Im Herbst 2011 sah das noch ganz anders aus. Damals hatte der Goldpreis einen Höchststand von mehr als 1.900 Dollar je Feinunze markiert, konnte sich auf diesem Niveau jedoch nur wenige Monate halten.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Im folgenden Jahr setzte schließlich die Abwärtsbewegung ein, die seither den Kursverlauf dominiert und vor allem in der ersten Jahreshälfte 2013 zu massiven Einbußen führte. Damals rauschte der Kurs des Edelmetalls von knapp 1.700 auf unter 1.300 Dollar je Feinunze.

Inzwischen pendelt der Wert um die 1.200-Dollar-Marke. Doch die Renaissance des Goldes, die Anfang 2015 noch von einigen Experten vorhergesagt wurde, macht sich bislang nicht bemerkbar. Ganz im Gegenteil: Der Einbruch der Nachfrage im Mai unterstreicht einen generellen Trend.

Rahmenbedingungen sprechen gegen Gold

Denn auch die Rahmenbedingungen verändern sich momentan zulasten des Edelmetalls. So haben sich die Inflationssorgen als überzogen erwiesen. Und auch die für Ende des Jahres erwartete Zinswende dürfte sich negativ auf die Entwicklung des Goldpreises auswirken – denn durch höhere Zinsen werden andere Anlageobjekte wieder attraktiver.

Insgesamt konnten in den vergangenen Jahren vor allem die Aktienmärkte von den globalen finanziellen Unsicherheiten profitieren: Die Notenbanken fluteten die Märkte mit billigem Kapital und kauften massenweise Anleihen auf. In der Folge verzeichneten Dax, Dow Jones und Co. immer wieder neue Rekordstände.

Dadurch wurde die Aufmerksamkeit der Anleger vermehrt auf Aktien gelenkt, während sie Gold verschmähten. Die Nachfragedelle führt nun zu pessimistischen Ausblicken vieler Experten.

Argumente der Optimisten

Doch es gibt auch gegenteilige Einschätzungen, wonach der Goldpreis im kommenden Jahr wieder auf über 1.300 Dollar je Feinunze ansteigen könnte. Dafür sprechen vor allem zwei Gründe: Erstens wird der US-Leitzins auch nach einer schrittweisen Anhebung in absehbarer Zeit noch auf historisch niedrigem Niveau verweilen.

Und zweitens gibt es nach wie vor zahlreiche geopolitische Konflikte und politische Unwägbarkeiten, die insbesondere die Aktienmärkte belasten – und umgekehrt Gold als „krisensichere Währung“ wieder attraktiver werden lassen könnten.

Man stelle sich nur einmal vor, Griechenland würde Ende Juni tatsächlich pleitegehen…

20. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt