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GrExit: Wer keine Krise hat, schnitzt sich halt seine eigene!

Der DAX 30 enttäuscht – wie schon so viele Male im hinter uns liegenden 2014 – auch zum Auftakt des Börsenjahres 2015 wieder. „GrExit“ lautet das Stichwort, das den deutschen Leitindex gestern gleich um -3% in die Tiefe und ein weiteres Mal unter die 200-Tagelinie zog.

Das (Un-)Wort setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von „Greek“ (übersetzt: griechisch) und dem englischen Wort „Exit“ (übersetzt: Ausgang; Ausstieg). GrExit bezeichnet somit einen möglichen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro-Verbund.

Mit Blick auf ihre derzeitige Dominanz besteht eine Chance, dass die reformhungrige Syriza-Partei bei der am 25. Januar anstehenden vorgezogenen Parlamentswahl kräftig punktet.

Daraufhin ist irgendjemand am Wochenende der Gedanke gekommen, dass Griechenland bei einem Syriza-Wahlsieg die Idee eines Austritts aus der Euro-Zone wieder aufgreifen könnte.

Wer keine Krise hat, der schnitzt sich halt seine eigene!

Ich sage dazu nur: Wer keine Krise hat, der schnitzt sich halt seine eigene!

Die Griechen werden sich einen Austritt aus der Euro-Zone mehr als einmal überlegen. Denn die Folgen wären mit hoher Wahrscheinlichkeit für das Land und ihre Menschen eine Katastrophe – weniger für die Mitglieder der Euro-Zone. Spielen wir das doch einmal durch:

Die Folgen einer neuen Landeswährung für griechische Bürger

Würde Griechenland eine neue Landeswährung einführen, nennen wir sie spaßeshalber einmal „Gredits“ (aus Greek und Credits), wäre eine Abwertung dieser Währung um mindestens 50% die von Experten erwartete und wohl auch wahrscheinliche Folge. Das bedeutet:

Ein aus der Euro-Zone importiertes Produkt im Wert von 10.000 Euro (beispielsweise ein PKW), kostet den griechischen Bürger 20.000 Gredits.

Sinkt der Wert der Gredits gegenüber dem Euro noch weiter, wird der Verkaufspreis vom Autohersteller einfach entsprechend angehoben. Der PKW-Hersteller erleidet also keinen Verlust, doch der griechische Käufer muss entsprechend weit mehr Gredits auf den Tisch legen.

Der Kauf von Importgütern wird dann also weitaus schwieriger, denn Löhne und Gehälter werden ja mit Einführung der neuen Landeswährung in Gredits ausgezahlt. Und das betrifft eben nicht nur Autos, sondern auch Medikamente, Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Produkte.

Schuldenverdoppelung mit einem Fingerschnipp

Noch übler wird es bei den schon bestehenden Schulden: Die wurden bekanntlich zuvor in Euro aufgenommen und müssen entsprechend auch in Euro zurückgezahlt werden. Aus zuvor 10.000 Euro Schulden werden so mal eben 20.000 Gredits. Denn:

Die Abwertung des Gredits um 50% entspricht einer glatten Verdoppelung der Schuldenlast. Einfach so. Von heute auf Morgen. Jede weitere Gredits-Abwertung verteuert selbstverständlich auch die Kreditrückzahlung.

Glauben Sie mir: Auch die griechischen Syriza-Politiker sind keine Dummköpfe und durchaus des Rechnens mächtig. Der Schritt zurück in eine eigene Landeswährung wird also sehr wohl und weislich abgewogen werden.

Griechenland profitiert bereits vom Euro

Zumal Griechenland von dem beschriebenen Abwertungs-Mechanismus seit dem Sommer 2014 selbst profitiert. Wie das?

Nun, seit dem Hoch am 8. Mai 2014 ist der Euro gegenüber dem US-Dollar von 1,3995 auf aktuell 1,1900 gesunken. Das entspricht einer Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um bis dato um -15%!

euro-us-dollar-06-01-2015

Euro / USD: -15% Abwertung des Euro seit dem Sommer 2014

Die oben durchgespielte Rechnung für den Gredit gilt hier umgekehrt für Waren, die aus der Euro-Zone – also auch aus Griechenland – exportiert werden. Die sind nämlich für den Konsumenten in den USA seit Mai 2014 um 15% preiswerter geworden.

Ein Effekt, der sich auf Dauer für die Exportnationen aus der Euro-Zone auszahlen wird, da Amerikaner Produkte aus Euroland eben günstiger einkaufen können. Die im Chart zu sehende aktuelle Entwicklung (gelber Kreis) spricht dafür, dass diese Abwertungstendenz noch weiter anhält.

(Deutsche) Aktien haben weiterhin gute Perspektiven!

Und das wiederum wird auf lange Sicht auch deutsche Aktien beflügeln.

Dass der seit dem Sommer 2014 halbierte Ölpreis wie ein gigantisches, weltweites Konjunkturprogramm wirkt, hatte ich hier schon im Dezember analysiert. Lassen Sie sich also nicht von der aktuellen GrExit-Diskussion verunsichern.

Auch wenn der bisherige Start ins neue Börsenjahr wie ein verunglückter „Schuss ins Knie“ erscheint: Morgen präsentiere ich Ihnen noch ein weiteres Argument, warum 2015 ein fantastisches Jahr für Aktien werden kann. Lassen Sie sich überraschen!

6. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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