MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Griechenland-Krise: Alles halb so schlimm

Nun lebt sie wieder auf, die Debatte um die Schulden von Griechenland. Stellvertretend für die deutschen Politiker, die das Thema für ihren Wahlkampf missbrauchen, nehme ich EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der letzte Woche sinngemäß sagte:

Griechenland benötigt zweistellige Milliarden-Summe

Athen brauche eine zweistellige Milliarden-Summe, dabei werde das mögliche dritte Hilfspaket für Griechenland ein Volumen im „kleinen zweistelligen Milliardenbereich“ haben.

Dabei gehe es um die Jahre 2014 bis 2016. In diesem Zusammenhang schloss Oettinger auch einen Schuldenerlass und damit weitere Belastungen für den Steuerzahler nicht aus.

Worthülsen der Politiker

Kanzlerin Merkel sagte dazu dieses und Finanzminister Schäuble jenes, SPD Kanzlerkandidat Steinbrück war anderer Meinung und so weiter.

Es lohnt nicht, diese Worthülsen wiederzugeben, geschweige denn, zu kommentieren. Denn nach der Wahl ist sowieso wieder alles anders.

Griechenland: Alles halb so schlimm

Ich halte mal dagegen und sage: Alles halb so schlimm. Das zeigt eine Einordnung der Größenordnung der Hilfspakete an Griechenland.

An Milliarden haben wir und gewöhnt, das ist nun mal so; das sage ich ohne Wertung, eher pragmatisch. Aber unter der Voraussetzung sieht es so aus:

Oettinger spricht von einem „kleinen zweistelligen Milliardenbereich“, den Griechenland bis 2016 zusätzlich benötige.

Einverstanden, wenn ich der Einfachheit halber 20 Milliarden Euro einsetze? Ich denke, Oettinger meint weniger, zeige aber, dass selbst 20 Milliarden Euro verkraftbar sind.

Milliardengrab Bankenrettung

Nahezu zeitgleich war in der FAZ zu lesen. Dass die Bankenrettung „teuer für den Steuerzahler“ werde. Das ist (leider) nichts Neues. Dabei schrieb die FAZ einleitend:


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


„Die Zahlen erschrecken: Deutsche Banken brauchten 646 Milliarden Euro als Hilfsrahmen in der Finanzkrise. 259 Milliarden Euro nahmen sie in Anspruch. Davon dürften 50 Milliarden Euro beim Steuerzahler hängen bleiben.“

Halten wir es mit dem Ex-Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, der im Jahr 1994 rund 50 Millionen DM als „Peanuts“ (Erdnüsse) bezeichnete und damit das Unwort des Jahres 1994 generierte.

Seien wir deshalb nicht kleinlich, ob nun 646 Milliarden Euro oder ein paar Dutzend mehr oder weniger für die Banken bereitgestellt wurden.

Hilfe für Griechenland 90% billiger als die deutschen Banken

Gemessen daran sind die Hilfspakete an Griechenland „vernachlässigbar“ klein. Der deutsche Anteil an den 3 Hilfspaketen dürfte so bei 55 bis 65 Milliarden Euro liegen. Da ist für das aktuell diskutierte dritte Hilfspaket schon ein Anteil reingerechnet.

65 Milliarden gibt es aus Deutschland für Griechenland

646 Milliarden gibt es für deutsche Banken

Erlauben Sie mir Rundungen im Milliardenbereich a la Hilmar Kopper und ich sage:

Circa 10% des für deutsche Banken bereit gestellten Volumens wird von Deutschland für Griechenland bereitgestellt. Unberücksichtigt bleibt, wie viel davon über Rückzahlung und Zinszahlungen über Griechenland auch noch an deutsche Banken zurückfließt.

Von Birnen, Äpfeln und Erdnüssen

Nun kann man mir kritisch entgegnen, ich habe Äpfel mit Peanuts, sorry, mit Birnen verglichen.

Ich habe für die Bankenrettung die 646 Milliarden Euro bereit gestellten Geldes genommen und nicht die 259 Milliarden in Anspruch genommenen oder die beim Steuerzahler wohl hängen bleibenden 50 Milliarden. Ist richtig.

Aber bei Griechenland geht es derzeit auch „nur“ um die bereitgestellten Gelder. Da sind gegebenenfalls die 3-stelligen Millionenbeträge gegen zu rechnen, die bereits als Zinsen zurückgeflossen sind.

Und bei Griechenland geht es ja derzeit auch nicht um einen Schuldenschnitt (dann wissen wir, was hängen bleibt), sondern „nur“ um Kredite.

Gemessen an diesem Vergleich komme ich zu dem Ergebnis des Titels meines Kommentars: „Griechenland-Krise: Alles halb so schlimm“

Übrigens: Ich zahle mit meinen Steuergeldern für keine der von Politikern und Bankern verursachten Sauereien gerne. Aber die Einordnung finde ich trotzdem wichtig.

Zum guten Schluss: Heute vor genau 243 Jahren, also am 27.08.1770, kam der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel zur Welt. Er schrieb:

„Ungeduld verlangt das Unmögliche, nämlich die Erreichung eines Ziels ohne die Mittel.“

Ich ändere es leicht ab und mach es für uns Börsianer passend:

„Ungeduld an der Börse verlangt das Unmögliche, nämlich die Erreichung eines Ziels ohne die Geduld.“

Ich wünsche Ihnen Geduld zur Erreichung des Ziels: Gewinn.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

27. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.