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Griechenland-Krise: Der Tag der Entscheidung

Wie schon in den vergangenen Wochen und Monaten, beherrschte die Griechenland-Krise auch diese Börsenwoche. Schon jetzt dürfte Griechenland einen Weltrekord aufgestellt haben: Noch nie zuvor hat ein wirtschaftlich so unwichtiges Land die Börse über einen so langen Zeitraum beeinflusst.

Bevor ich Ihnen den weiteren Fahrplan der Griechenland-Verhandlungen vorstelle, noch ein kurzer Blick auf den DAX: Ein Tagesplus von zeitweise fast 40% finden Sie bei einem DAX-Wert sehr, sehr selten.

Heute konnten Sie einen solchen Kurssprung kurzzeitig bei der K+S-Aktie beobachten. Der Hintergrund: Der kanadische Konkurrent Potash plant ein Übernahmeangebot, das laut Medienberichten bei umgerechnet rund 40 Euro pro K+S-Aktie liegen soll.

Am Dienstag hatte ich Ihnen hier im „Schlussgong“ geschrieben, dass die Rohstoff-Branche wieder interessant wird. Nach dem Preis- und Kursverfall gibt es in dieser Branche wieder attraktive Kauf-Ziele. Zu diesem Ergebnis ist offensichtlich auch Potash gekommen und will jetzt den deutschen Salz- und Kali-Spezialisten K+S kaufen. Ich werde den Fall für Sie weiter beobachten.

Entscheidung zunächst vertagt

Nachdem Anfang dieser Woche eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern als wahrscheinlich galt, da die Griechen ein umfangreiches Reformpaket vorgestellt hatten, sah es im Laufe der Woche wieder ganz anders aus.


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Denn: Plötzlich hieß es, die Geldgeber würden die Vorschläge Griechenlands ablehnen und der mögliche „Grexit“ sei somit wahrscheinlicher als je zuvor. Jetzt heißt es, dass das letzte Angebot der Gläubiger auf dem Tisch liege und nicht mehr verhandelbar sei.

Mit anderen Worten: Entweder die Griechen nehmen dieses letzte Angebot an, oder es soll Plan B – also der „Grexit“ – diskutiert werden. Ich möchte Ihnen jetzt den konkreten Zeitplan und Ablauf bis zum „Grexit“ oder bis zur vorläufigen Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern vorstellen.

Es gibt einen konkreten Fahrplan

Am heutigen Freitag trifft sich die Euro-Arbeitsgruppe, die aus hochrangigen Beamten aus den Euro-Staaten sowie IWF und EZB besteht. Diese Arbeitsgruppe soll ein endgültiges Papier erarbeiten.

Beim gestrigen Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel wurde ein Verhandlungspapier beschlossen. Dieser Vorschlag soll in diesen Stunden manifestiert und gegebenenfalls noch um einige Details aus dem Papier der Griechen ergänzt werden.

Am Samstag folgt dann das entscheidende Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Spätestens bis dahin soll das finale Arbeitspapier der Euro-Arbeitsgruppe stehen. Die Finanzminister der Euro-Länder entscheiden dann am Samstag, ob sie diesen Kompromiss ihren Staats- und Regierungschefs vermitteln können.

Sollte dies der Fall sein, werden die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone unmittelbar danach dem Kompromiss zustimmen. Noch am Sonntag soll auch das griechische Parlament dem Kompromiss zustimmen.

Ob die griechische Regierungskoalition aus linker Syriza und rechtspopulistischer Anel eine eigene Mehrheit dafür zusammenbekommt, ist unsicher. Wahrscheinlich am kommenden Montag – spätestens jedoch Dienstag – sollen schließlich mehrere nationale Parlamente der Euro-Staaten dem Kompromiss ebenfalls zustimmen.

Wenn spätestens am Dienstag alle nationalen Parlamente dem Kompromiss zugestimmt haben, kann die letzte Tranche von 7,2 Mrd. Euro aus dem zweiten Rettungspaket an Griechenland ausgezahlt werden und das Land könnte somit rechtzeitig am Dienstag die fällige Kreditrate in Höhe von 1,55 Mrd. Euro an den IWF überweisen.

Fazit: Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben

Aber selbst dann, wenn dieser enge Fahrplan eingehalten wird, wären die Probleme damit nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben. Denn bereits im Juli und August muss Griechenland weitere insgesamt 8 Mrd. Euro an den IWF und die EZB zurückzahlen. Zudem haben griechische Banken ein massives Liquiditätsproblem, da viele Griechen aus Angst vor dem Euro-Aus ihre Konten geplündert haben.

Somit wäre ein Ende mit Schrecken (Grexit) für die meisten Beteiligten wahrscheinlich besser als immer weitere faule Kompromisse und Nerven aufreibenden Verhandlungen (also der Schrecken ohne Ende).

Allerdings gehe ich – aufgrund der Erfahrungen mit der „Rettungspolitik“ seit 2008 – noch immer davon aus, dass ein fauler Kompromiss wahrscheinlicher ist, als der „Grexit“.

26. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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