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Griechenland: Neue Milliardenhilfen

Es ist eine spannende Frage: Hat der deutsche Leitindex DAX in dieser Woche die runde 10.000-Punkte-Marke trotz oder wegen der Griechenland-Verhandlungen übersprungen? Oder hat das griechische Schuldendrama die Investoren bereits so weit abgestumpft, dass Griechenland an der Börse kein Thema mehr ist?

Im 1. Halbjahr des vergangenen Jahres war ein möglicher Euro-Austritt bzw. Euro-Rauswurf Griechenlands (Grexit) das bestimmende Thema in der Börsen-Berichterstattung. Im Sommer 2015 verhandelten die Euro-Finanzminister schließlich bis tief in die Nacht bis letzten Endes ein Ergebnis stand, das den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone sicherte.

Wie es sonst eher bei Sportereignissen üblich ist, gab es damals sogar Internet-Liveticker, die im Minutentakt über den Stand der Verhandlungen informierten. Auch die Börse war zu dieser Zeit fest im Griff dieser Ereignisse.

Warum ich Ihnen davon berichte: Weil sich die Ereignisse in der vergangenen Nacht wiederholten. Was sich aber nicht wiederholte, waren das riesige mediale Interesse und die Auswirkungen der Verhandlungen auf die Börse.


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Über die jüngsten Verhandlungen

Bis 2 Uhr morgens verhandelten die Euro-Finanzminister in der Nacht zum heutigen Mittwoch über weitere Hilfskredite für das krisengebeutelte Griechenland und über einen möglichen Schuldenschnitt.

Am Ende stand folgendes Ergebnis: Aufgrund der Tatsache, dass die Griechen erkannt haben, dass sie Ergebnisse liefern müssen, bevor sie weitere Hilfen erhalten und daher in den vergangenen Monaten einige Reformen angeschoben haben, geben die Geldgeber jetzt mit mehrmonatiger Verspätung die nächsten Hilfsgelder für Griechenland frei. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 10,3 Mrd. Euro. Die erste Tranche von 7,5 Mrd. Euro sollen die Griechen bereits in der 2. Junihälfte erhalten.

Zudem hat sich die Euro-Gruppe – und insbesondere Deutschland – im Prinzip der Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nach einer Schuldenerleichterung für Griechenland gefügt. Allerdings soll diese erst im Jahr 2018 kommen und viele Details sind bislang noch offen. Auch steht noch die Zustimmung der nationalen Parlamente der anderen Euro-Staaten aus. Diese könnte in vielen Ländern zum Problem werden.

Weiterhin steht fest, dass der IWF bei der Rettung Griechenlands an Bord bleibt, was insbesondere die deutsche Bundesregierung als unabdingbar ansieht. Allerdings musste der IWF die bittere Pille schlucken, dass über einen weiteren Schuldenschnitt nicht vor 2018 weiterverhandelt wird.

EU-Kommission und EZB spielen auf Zeit

Während der IWF die griechische Wirtschaft aktuell und zukünftig sehr negativ beurteilt und daher noch vor Tagen einen Schuldenschnitt ohne Bedingungen für Griechenland forderte, beurteilen die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission die griechische Wirtschaft weit positiver.

Sie gehen sogar davon aus, dass Griechenland bis 2018 einen Primärüberschuss – also ein Budgetergebnis ohne Zinszahlungen – von 3,5% erreicht und dann halten kann. Der IWF dagegen hält das für utopisch. Daher würde der IWF am liebsten einen sofortigen Schuldenschnitt sehen, der an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. EU-Kommission und EZB spielen jedoch auf Zeit und wollen erst im Jahr 2018 Schuldenerleichterungen für Griechenland.

Fraglich ist, ob EU-Kommission und EZB tatsächlich von einer Besserung der Situation in Griechenland überzeugt sind, oder ob sie nur aufgrund der aktuell angespannten Lage (Flüchtlingskrise und EU-Votum in Großbritannien) zunächst für Ruhe sorgen wollen.  Schließlich könnten weitreichendere Hilfsmaßnahmen für Griechenland das Zünglein an der Waage sein, wenn die Briten in wenigen Wochen über einen Verbleib oder das Ausscheiden aus der EU abstimmen (Brexit).

Auf die Aktienmärkte hatten die jüngsten Verhandlungen um den Euro-Pleitestaat Griechenland (und die Ergebnisse der Verhandlungen) keinen größeren Einfluss. Hier liegt der Fokus aktuell ganz klar auf dem EU-Votum der Briten. Sollte diese Abstimmung negativ ausfallen, wird es an der Börse Kursabschläge geben. Bei einem britischen „Ja“ zur EU erwarte ich weitere Kursgewinne. Meine Einschätzung: Ich gehe davon aus, dass dieses Referendum mit knapper Mehrheit positiv ausfallen wird.

25. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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