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Griechenland: Volksvermögen steht vor Ausverkauf

Das Thema Griechenland ist in diesen Tagen ein Dauerbrenner. Viele Leser wissen bereits, dass es längst nicht mehr nur um Griechenland geht, sondern um die gesamte Euro-Währungszone oder sogar die Europäischen Union an sich. Betroffen von dieser Entwicklung sind daher auch alle deutschen Bürger und ihre Vermögenswerte.

Unsinnige Vorschläge der EU-Finanzminister

Nein, ich möchte mich hier nicht mit den unsinnigen Vorschlägen der EU-Finanzminister zur Rettung Griechenlands beschäftigen, für die insgesamt 86 Milliarden Euro gebraucht werden und zu denen unter anderem eine Mehrwertsteuer-Erhöhung gehört, die natürlich und vor allem auch die Ärmsten im Land trifft.

Hinzu kommen noch härtere Rentenreformen, die die alten Menschen, die jetzt schon um ihr Überleben kämpfen, frühzeitig ins Grab schicken, sowie die Liberalisierung des Arbeitsmarktes inklusive problemloser Massenentlassungen. Das ist sozialer Kahlschlag. Und Demokratieabbau per Excellence.

Das griechische Volksvermögen soll geplündert werden!

Ich aber sage Ihnen eine andere Wahrheit: Das griechische Volksvermögen soll geplündert werden. Und zwar sowohl intern als auch extern. Von außen geschieht dies durch die EU und ihre Gläubiger. Und von innen durch die griechische Regierung.


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Wie hat Griechenpremier Alexis Tsipras gestern so treffend formuliert: Mit der Pistole am Kopf muss er Zustimmungen machen. Solche, die er eigentlich ablehnen müsste, weil sie seine Politik und das Volksreferendum vom vorletzten Sonntag geradezu ad absurdum führen.

Die große Sparerenteignung

Ich habe Ihnen bereits aufgezeigt, dass die griechischen Banken am Ende sind. Um ehrlich zu sein, stehen Sie kurz vor dem Crash. Deshalb müssen sie rekapitalisiert werden. Ihr Finanzbedarf liegt bei etwa 25 Milliarden Euro.

Deshalb sollen die Sparer zur Kasse gebeten werden. Und zwar mit einer Enteignung. Konkret heißt das: Guthaben über 8.000 Euro sollen um 30 Prozent rasiert werden.

Die Pläne dazu liegen bereits auf dem Tisch. Selbst wenn dies die Verantwortlichen dementieren. Das haben sie auch in der Zypern-Krise getan. Und nachher skrupellos dem Sparer das Geld aus der Tasche gestohlen.

Griechische Wirtschaft am Boden

Die griechische Wirtschaft ist mit der Bankenschließung am Ende. Und damit ist auch die griechische Wirtschaft am Boden. Und zwar so tief, dass nun eines geschieht: Die Geier, die bereits seit Monaten über dem Land kreisen, werden sich die letzten Reste, die noch etwas taugen, holen. Und zwar ohne Skrupel.

Internationale Unternehmen bedienen sich

Internationale Unternehmen werden sich am Ausverkauf bedienen. So wie es jüngst auch schon in der vor dem Staatsbankrott stehenden Ukraine geschah.

Beispiele gefällig? Ein dänischer Reeder interessiert sich bereits für die Häfen von Piräus und Athen. Die Deutsche Telekom liebäugelt mit mehr Anteilen an der Hellenen-Telekom.

Die Häppchen liegen also schon auf dem Präsentierteller. Es muss nur noch zugegriffen werden.

Hellas wird alles verlieren.

Sogar sein Staats-, pardon, Volksvermögen.

13. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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